Das Epos vom dunklen Turm: 5 Dinge, die man bei der nächsten Verfilmung besser machen sollte
Der Sommer 2017 beglückte Fans des Horror-Meisterschriftstellers Stephen King gleich mit zwei Verfilmungen von dessen Werken. Doch während die Neuverfilmung von Es von Kritikern, wie Fans gleichsam in den Himmel gelobt wurde, fiel Der dunkle Turm bei den meisten Zuschauern durch. Das ist insbesondere deswegen Schade, da das düstere Sci-Fi-Western-Thriller-Fantasy Epos, aus cineastischer Perspektive, ein unglaubliches Potential in sich birgt. Daher erörtern wir in unserem dieswöchigen Special 5 Dinge, die man bei einer Neuverfilmung des Dunklen Turms definitiv besser machen sollte.
Mit Buch-Verfilmungen ist es immer so eine Sache. Ist der Film zu nahe an der Vorlage, wird ihm Ideenlosigkeit vorgeworfen, versucht er im Gegensatz dazu eine Neuinterpretation, sind meist die Stimmen nicht weit, die sagen dass der Film den Geist der Vorlage nicht genug Beachtung schenke. Ein Problem, dass nur die überzeugendsten Buchverfilmungen lösen können. Dabei spielen, oft im Gegensatz zu cineastischen Eigen-Kreationen, vor allem auch Erwartungen eine große Rolle. Erwartungen von Kennern der Vorlage, die entweder das Gelesene in eindrucksvollen Bildern erneut erleben wollen oder sich sogar vom Film Korrekturen an ungeliebten Handlungssträngen und Enden wünschen. Dabei ist es für Filmemacher brisant, Details außen vor zu lassen, aber auch gefährlich, Dinge hinzuzufügen oder auszuschmücken, wie wir spätestens seit der Verfilmung von der Hobbit wissen. So sind objektive Beurteilungen von Buchverfilmungen besonders schwer, da die subjektiven Erwartungshaltungen der Buch-Kenner durch die literarische Vorlage höchst unterschiedlich ausfallen können. Schließlich stellt sich jeder die Charaktere anders vor und jeder verliebt sich in andere Details besonders, während er andere für redundant erachtet.
Für Fans des literarischen Werks des Horror-Bestseller Autors Stephen King sind Enttäuschungen, hinsichtlich filmischer Umsetzungen zwar leider keine Seltenheit, doch saß diese bei der Verfilmung von Stephen Kings Dunklen Turm Zyklus besonders tief. Lange musste man auf einen Film warten und an kaum eine Stephen-King Verfilmung haben sich so hohe Erwartungen und Hoffnungen geknüpft. Auch wenn die Fans mit der gelungenen Es-Neuauflage gewissermaßen getröstet werden konnten, so erwies sich der Dunkle Turm Film, abgesehen vom Cast, eher als Fehlschlag. In unseren dieswöchigen Special greifen wir fünf Aspekte der Vorlage auf, von denen wir überzeugt sind, dass sie einer erneuten Verfilmung zu größerem Erfolg verhelfen würde.
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1. Komplexe Welt in 90 Minuten? - Der Umfang
Quelle: Sony
Worum geht es eigentlich? Während der Film sich beinahe vollkommen auf die Rache-Geschichte zwischen Roland Deschain und Walter O'Dim konzentriert, so geht es im Original-Zyklus eher um eine Reise und die Frage was man bereit wäre zu opfern, um sein Ziel zu erreichen.
Einer der größten Schockmomente, kurz vor dem Kinostart im August, war die Information, dass der Film gerade einmal 96 Minuten umfassen würde. Ein wahrlich ambitionierter Ansatz, wenn man sich den Umfang der Buchreihe ins Gedächtnis ruft: Die Basisreihe umfasst 7 Bände, wobei die Bände vier, fünf und sieben jeweils über 800 Seiten aufweisen. Darüber hinaus wurde die Reihe später um einen achten Band erweitert und durch mehrere "Graphic Novels", die die Vorgeschichte eingehender erläutern, ergänzt. Die Länge des Films erscheint dann, vor allem im Hinblick, dass man dem ersten Es-Teil, der bekannter weise auch nur die Hälfte eines einzigen Buches umfasst, über zwei Stunden zugestand, etwas unverhältnismäßig.
Auch die Pläne, dass der Film nur der Auftakt zu einem umfassenderen Projekt sei, wonach dem Film eine Serie und dann zwei weitere Filme folgen sollten, wurden aufgegeben, so dass sich Fans der Reihe schlussendlich mit einer abgeschlossenen 96 Minütigen Interpretation von Kings Monumentalwerk zufrieden geben mussten. Dabei griff man für den Film auf Elemente aus beinahe allen Bänden zurück, was eine Vereinfachung des Werkes zur Folge hatte, die dem Original in keinster Weise gerecht wird.
Tipp für die Zukunft: Den unglaublichen Umfang des Originals und dessen Komplexität ernst nehmen und berücksichtigen. Dabei hätte die Idee, der Kombination von Kinofilmen und Serien durchaus seine Vorteile. Während die Bände Schwarz, Tot, Susanna und der Turm sich gut für die Kinos (Der Turm am besten in Form eines Zwei-Teilers wie Es) eignen würden, so böten Rolands Vorgeschichte und die anderen Bände durchaus interessanten Stoff für Serien. Wie auch immer ein Neuansatz aussehen könnte .... eines Gilt sicher: 96 Minuten sind auf jeden Fall zu wenig!
2. Held oder Anti-Held? - Roland Deschain
Quelle: Sony
Roland Deschain, Revolvermann und letzter aus der Linie des Eld, wird im Film vom Wunsch nach Rache getrieben. Im Buch ist es das Streben nach dem Turm, das Roland sogar Freunde verraten und Rache unterdrücken lässt.
Eines der wenigen Dinge, die bei der bisherigen Verfilmung überzeugen konnte war der Cast. Dies bezieht sich sowohl auf Idris Elba als Revolvermann Roland Deschain, als auch auf Matthew McConaughey als der Mann in Schwarz und Tom Taylor als der Junge Jake Chambers. Doch so cool Elba den Revolvermann auch verkörpert, so konnte das Drehbuch den Charakter Rolands und dessen Beziehung zum Turm kaum überzeugend rüber bringen. Im Film ist es Aufgabe der Revolvermänner den Turm zu beschützen. Doch als der Mann in Schwarz dieser Bruderschaft ein Ende setzt, macht sich Roland, von Rachegelüsten getrieben, auf die Suche nach dem Mann in Schwarz. Der Turm ist für Roland nun eine lästige, nicht mehr zu erfüllende Aufgabe aus der Vergangenheit. Dies könnte kaum in einem größeren Kontrast zur literarischen Vorlage stehen.
In dieser steht der Turm im Zentrum von Rolands denken und handeln, Rolands Ziel ist es den Turm um jeden Preis zu erreichen. Und in diesem Fall ist um jeden Preis durchaus wörtlich zu nehmen. So schießt der Revolvermann zu Beginn des ersten Buches ein ganzes Dorf nieder, als dessen Bewohner, aufgestachelt durch eine Intrige des Mannes in Schwarz, versuchen Roland an der Weiterreise zu hindern. Auch der junge Jake, wird von Roland geopfert, als dieser vor die Wahl gestellt wird diesen zu retten oder Informationen über den Weg zum Turm zu erhalten. Rache spielt dabei für Roland nur eine untergeordnete Rolle, so dass er mit seinem Erzfeind, dem Mann in Schwarz, lieber ein Palaver abhält, um Informationen zu erhalten. Auch im weiteren Verlauf der Handlung wird ersichtlich, dass Roland für das Erreichen des Turmes alles und jeden opfern würde, was eine zunehmende Dramatik entwickelt, als Roland Freunde findet, die für ihn zunehmend zu einer Familie werden. Der Film reduziert Rolands Motive zu einem einseitigen Rache-Thriller, der die Dramatik um die Person von Roland Deschain, ignoriert
Tipp für die Zukunft: Durchaus den Mut haben sich Zeit für die Herausarbeitung der ambivalenten Persönlichkeit des Revolvermannes zu nehmen, die zwischen dem Streben nach dem Turm, Rache und Freundschaft hin und her gerissen ist.
3. Ein bisschen was fürs Auge - Mittwelt
Quelle: Sony
Die eindrucksvolle Endzeit-Welt, in welcher die Menschen im Schatten einer längst untergegangenen Technologie-Kultur leben, lässt sich im Film nur an manchen Stellen erahnen.
Bevor die Gruppe von Roland im Buch Endwelt erreicht, in dessen Zentrum sie den Turm vermuten, wird in der Reihe vor allem die Reise der Freunde durch die postapokalyptische Mittwelt geschildert. Diese kann von unserem Standpunkt aus, nur als dystopische Zukunfstvision beschrieben werden, in der verstrahlte Wüsten und Relikte einer hoch-technologisierten Zivilisation vorherrschend sind und nur noch von kleinen Dorf-Gemeinschaften und verstrahlten Mutanten bevölkert ist. Leider nimmt sich der Film keinerlei Zeit dem Zuschauer die Gelegenheit zu geben, in diese Welt, die eben durch ihre Unwirklichkeit faszinierend ist, einzutauchen. Einzelne Szenerien geben zwar kurze und durchaus ansehnliche Einblicke und lassen die Geschichte der Welt erahnen, dennoch schafft es der Film nicht, die Faszination der Vorlage einzufangen.
Tipp für die Zukunft: Bevor die Handlung durch Portale und andere Verknüpfungen in unsere Welt verlagert wird, sollte man sich durchaus die Zeit nehmen, sich detaillierter mit Rolands Welt zu beschäftigen. Deren Niedergang und jetzige schreckliche Stagnation, sind Sinnbild für Rolands Charakter und gleichzeitig ein düsteres Spiegelbild unserer Zukunft.
4. Von Monstern und Robotern - Die Antagonisten
Quelle: Sony
Eher billig. Stephen King hat in seiner Reihe über den Dunklen Turm ein wahres Bestiarium an Feinden und Kreaturen anzubieten. Mit den tierköpfigen Taheen hat man sich leider für die billigste Variante entschieden,
Auf seiner Reise werden Roland und seine Freunde mit einer Vielzahl verschiedenster Antagonisten konfrontiert, die von den bereits erwähnten einfachen Dorfbewohnern, bis hin zu den Vampiren aus "Brennen muss Salem" und Mann in Schwarz Höchstselbst reichen. Dabei agieren manche auf eigene Faust, wobei die meisten aber zu dem hoch komplexen Geflecht der Gefolgschaft des Scharlachroten Königs gehören. Dieser wird im Film nur in Form eines Graffitis erwähnt und nicht weiter erläutert. Vielmehr fokussiert sich der Film vollkommen auf den Mann in Schwarz, der zwar durchaus Rolands Erzfeind ist, aber in der Vorlage eher durch Aktionen im Hintergrund dem Revolvermann Steine in den Weg legt, anstatt diesen direkt herauszufordern. Im Film werden dem Mann in Schwarz nur die Taheen, tierköpfige Mutanten, zur Seite gestellt, die als charakterlose Armee auftreten. Wie schon bei der Gestaltung der Welt wird damit ein enormes Potential verschwendet. Mit zombiehaften Mutanten, Sex-süchtigen Orakel-Dämonen, uralten Vampiren und verrückten Menschen, wie den Tick-Tack-Mann sowie einige Kampfroboter und künstliche Intelligenzen, bietet Kings Über-Werk eigentlich so viele verschiedene Gegner, das für jeden was geboten ist und Abwechslung garantiert werden kann.
Tipp für die Zukunft: Von der unglaublichen Antagonisten-Auswahl auch durchaus Gebrauch machen und wenn man eine Auswahl treffen muss, sich dann lieber für interessante Gegner-Typen entscheiden, anstatt den Taheen durch das andauernde Tragen von Menschen-Masken auch noch das letzte bisschen Schreck- und Bedrohungspotential zu nehmen.
5. Das Team zählt! - Das Ka-Tet
Quelle: Sony
Roland und Jake Chambers sind im Original nur die Hälfte des Ka-Tets. Eddie und Susannah Dean sowie der sprechende Billiy Bumbler Oy würden der Gemeinschaft mehr Spannung, Drama und Witz verleihen.
Ein wesentlicher Bestandteil von Stephen Kings Dunklem Turm-Zyklus ist die Entwicklung von Rolands Gruppe zu einer Art Familie. Während der Film sich einzig auf die Beziehung Rolands zu dem Jungen Jake konzentriert, so wählt sich der Revolvermann im Original zwei (bzw. drei, wenn man den Billy-Bumbler Oy hinzu zählt) weitere Gefährten. Diese bilden dann ein Ka-Tet, was eine Gruppe von Wesen bezeichnet, die durch das Schicksal an ein gemeinsames Ziel gebunden sind und eine Gemeinschaft bilden. Dabei handelt es sich um den Heroin-süchtigen Eddie und die Schizophrene Susannah, die durch einen Zugunfall, bzw. Mordanschlag, beide Beine verlor. Dabei werden durch die stark verschiedenen Persönlichkeiten der Gruppe immer wieder Spannungen, Komik und Dramatik erzeugt, die auch die Handlung stark beeinflussen. Vor allem für die Entwicklung von Roland ist diese Gruppendynamik ein entscheidender Faktor, welcher das einzige ist, dass ihn zumindest zwischenzeitlich von seiner Turm-Fixierung abzubringen vermag.
Tipp für die Zukunft: Das Ka-Tet aus Roland Deschain, Jake Chambers, Eddie und Susannah Dean (und Oy) ist für die Geschichte des dunklen Turms genauso wichtig, wie die Gefährten für Tolkins "Herr der Ringe" und somit für eine gelungene Verfilmung unverzichtbar!
Dem aufmerksamen Leser mag aufgefallen sein, dass der Autor bei diesem Artikel selbst der eingangs erwähnten Erwartungshaltung zum Opfer gefallen ist und hier eine subjektive Wunschliste aufführt. Natürlich bietet der Dunkle Turm in gewisser Weise einen Kompromiss. Doch sind Kompromisse, vor allem für Fans des Originals, nur schweren Herzens hinnehmbar. Wahrscheinlich würde sich kein Studio finden, dass ein Projekt der geforderten Größenordnung finanzieren würde, aber wünschen kann man sich ja bekanntlich alles.....
Unten haben wir euch noch den Trailer für den Dunklen Turm angehängt.
Wie fandet ihr die Verfilmung des Dunklen Turm Zyklus? Würdet ihr euch ein Reboot wünschen? Wir sind gespannt!!

Die Bücherreihe selbst hat ohne Biographie der dunkle Turm sein lebenswerk um die 13000 Seiten.
Der Film selbst ist halt ein Spin off das in einer alternativen Welt spielt und sich auf Transformers Action beschränkt und nur die Grundstory hat.
Auch wurde oft diskutiert ob er Drogen nahm beim schreiben mancher Bücher er weckt bei manchen Leuten UR Ängste in der Psyche mit seinen Stories.
Nicht ohne Grund wird empholen das bestimmte King Romane erst ab 16 empholen werden. Auch ändert sich sein Schreibstil und er bezieht sich auf andere Werke.
Der Dunkle Turm der Roman ist ein Zyklus für den er 22 Jahre gebraucht hat und indem er viele seine Romane verknüpft die er nebenbei schrieb.
In der dunkle Turm Reihe springt er von einem stil zum nächsten was ihn damals gerade fasziniert hatte und später wurden seine Romane so philosophisch das man teilweise sie zwei mal lesen musste um die zusammenhänge zu verstehen.
Gefunden im Inet
Von außen hatte Roland die Höhe des Turms auf ungefähr hundertachtzig Meter geschätzt. Aber als er einen Blick in den hundertsten, in den zweihundertsten Raum warf, wurde ihm klar, dass er schon achtmal hundertachtzig Meter hinaufgestiegen sein musste. Bald würde er einen Punkt erreichen, den seine Freunde von der Amerika-Seite als eine Meile bezeichnet hätten. Das waren mehr Stockwerke, als es geben konnte – kein Turm konnte eine Meile hoch sein –, aber dennoch stieg er weiter, erhöhte sogar sein Tempo, bis er fast rannte, und ermüdete trotzdem nie. Einmal kam er auf die Idee, er werde das Obergeschoss nie erreichen, weil der Dunkle Turm ebenso unendlich hoch wie zeitlich ewig sei. Aber nachdem er einen Augenblick darüber nachgedacht hatte, verwarf er diesen Gedanken wieder, erzählte der Turm doch sein Leben, und obwohl dieses Leben gewiss lang gewesen war, war es keineswegs ewig gewesen. Und wie es einen Anfang gehabt hatte (durch die Zedernholzklammer mit der blauen Seidenschleife bezeichnet), würde es auch ein Ende haben.
Vermutlich sogar bald.
Das Licht, das er hinter seinen Augen ahnte, war jetzt heller, schien weniger blau zu sein. Er kam an einem Raum mit Zoltan, dem zahmen Raben aus der Hütte des Grenzbewohners, vorbei. Er kam an einem Raum vorbei, der die atombetriebene Pumpe aus der Zwischenstation enthielt. Er stieg weitere Stufen hinauf, blieb kurz an der Tür eines Raums stehen, in dem ein verendeter Monsterhummer lag, und merkte, dass das Licht, das er ahnte, viel heller und überhaupt nicht mehr blau war.
Es war …
Er wusste ziemlich sicher, dass es …
Es war Sonnenlicht. Die Abenddämmerung mochte schon vorüber sein; der Alte Stern und die Alte Mutter mochten auf den Dunklen Turm herabscheinen, aber Roland war sich ziemlich sicher, dass er Sonnenschein sah – oder spürte.
Er stieg weiter, ohne einen Blick in weitere Räume zu werfen, ohne sich die Mühe zu machen, ihre Düfte aus der Vergangenheit zu riechen. Das Treppenhaus wurde enger, bis er mit den Schultern fast dessen gekrümmte Steinflanken berührte. Kein Lied mehr, außer der Wind galt als Lied, nur jenen hörte er nämlich seufzen.
Er kam an einer letzten offenen Tür vorbei. Auf dem Fußboden der winzigen Kammer dahinter lag ein Zeichenblock, von dem ein Gesicht wegradiert worden war. Auf dem Papier waren nur zwei rote Augen zurückgeblieben, die ihn anfunkelten.
Ich habe die Gegenwart erreicht. Ich habe das Jetzt erreicht.
Ja, und hier gab es Sonnenlicht, Commala-Sonnenlicht, das in seinen Augen auf ihn wartete. Es brannte heiß und scharf auf seine Haut herab. Auch die Windgeräusche waren lauter, wirkten ebenfalls rau. Unversöhnlich. Roland sah zur Fortsetzung der Wendeltreppe auf; dort würden seine Schultern die Mauern berühren, weil die Passage nicht breiter als ein Sarg war. Noch neunzehn Stufen, dann war der Raum im Obergeschoss des Dunklen Turms sein.
»Ich komme!«, rief er. »Wenn ihr mich hört, so hört mich wohl an! Ich komme!«
Er nahm die Stufen eine nach der anderen, stieg sie mit durchgedrücktem Rücken und hoch erhobenem Kopf hinauf. Die anderen Räume hatten offen vor seinem Blick gelegen. Der letzte Raum war mit einer Tür aus Geisterholz verschlossen, in die ein einzelnes Wort eingeschnitzt war. Dieses Wort lautete:
ROLAND
Er packte den Türknopf. In das Metall war eine Wildrose eingraviert, die sich um einen Revolver wand, einen der großen Sechsschüsser, die er von seinem Vater geerbt und nun auf ewig verloren hatte.
Trotzdem werden sie wieder dir gehören, flüsterten die Stimme des Turms und die Stimme der Rosen, die jetzt eins waren.
Wie meint ihr das?
Darauf bekam er keine Antwort, aber der Knopf unter seiner Hand drehte sich, und vielleicht war das eine Antwort. Roland öffnete die Tür zu dem Raum im Obergeschoss des Dunklen Turms.
Er sah und begriff sofort, was er sah; dieses Wissen traf ihn wie ein Hammerschlag, heiß wie die Sonne jener Wüste, die die Mutter aller Wüsten war. Wie viele Male war er schon diese Stufen hinaufgestiegen, nur um zurückgewiesen, zurückgedrängt, zurückgeworfen zu werden? Nicht zurück zum Anfang (als manches sich vielleicht noch hätte ändern lassen, um den Fluch der Zeit aufzuheben), sondern zu jenem Augenblick in der Mohainewüste, als er endlich begriffen hatte, dass seine gedankenlose, unreflektierte Suche letzten Endes erfolgreich sein würde? Wie viele Male hatte er eine Schleife zurückgelegt wie die an der Klammer, die einst seine Nabelschnur, seine Tet-ka can Gan, abgeklemmt hatte? Wie viele Male würde er sie noch zurücklegen müssen?
»O nein!«, schrie er entsetzt. »Bitte nicht wieder! Habt Erbarmen! Gnade!«
Trotzdem zogen die Hände ihn weiter. Die Hände des Turms kannten kein Erbarmen.
Sie waren die Hände von Gan, die Hände des Ka, und sie kannten kein Erbarmen.
Er roch Alkali, bitter wie Tränen. Die Wüste jenseits der Tür war weiß; blendend hell; wasserlos; ohne Geländeformationen bis auf eine undeutliche, verschwommene Bergkette am Horizont. Der Duft, den der Alkaligeruch überlagerte, war der von Teufelsgras, das süße Träume, Albträume, Tod brachte.
Aber nicht für dich, Revolvermann. Niemals für dich. Du verdunkelst dich. Du verfärbst dich. Darf ich brutal offen sein? Du machst weiter.
Und jedes Mal vergisst du das letzte Mal. Für dich ist jedes Mal das erste Mal.
Er machte einen letzen Versuch zurückzuweichen: aussichtslos. Das Ka war stärker.
Roland von Gilead trat durch diese letzte Tür, durch jene, die er stets suchte, durch jene, die er stets fand. Sie schloss sich lautlos hinter ihm.
8
Der Revolvermann blieb für einen Moment leicht schwankend stehen. Er merkte, dass er eben fast das Bewusstsein verloren hätte. Das kam natürlich von der Hitze, der verdammten Hitze. Es gab auch Wind, aber der war trocken und brachte keine Erleichterung. Er nahm seinen Wasserschlauch, schätzte den restlichen Inhalt nach Gewicht ab, wusste genau, dass er nichts trinken sollte – dies war nicht die rechte Zeit dafür –, und nahm trotzdem einen Schluck.
Einen Augenblick lang hatte er das Gefühl gehabt, anderswo zu sein. Vielleicht im Turm selbst. Aber die Wüste war natürlich verwirrend und voller Luftspiegelungen. Der Dunkle Turm lag noch tausende von Rädern entfernt vor ihm. Dieses Gefühl, viele Stufen erstiegen und in viele Räume gesehen zu haben, in denen viele Gesichter seinen Blick erwidert hatten, schwand bereits.
Ich werde ihn erreichen, dachte er, indem er mit zusammengekniffenen Augen in die unbarmherzige Sonne aufsah. Das schwöre ich beim Namen meines Vaters!
Und vielleicht ist es dieses Mal dann anders, wenn du dort hinkommst, flüsterte eine Stimme – höchstwahrscheinlich die Stimme des Wüstendeliriums, denn wann wäre er schon jemals dort gewesen? Er war, was er war und wo er war, nur das, nichts anderes, gewiss nicht mehr. Er besaß keinen Sinn für Humor und nur wenig Phantasie, aber er war unerschütterlich. Er war ein Revolvermann. Und in seinem Herzen, gut verborgen, empfand er weiter die bittere Romanze seiner Suche.
Du bist der Einzige, der sich niemals ändert, hatte Cort ihm einmal erklärt, und Roland hätte schwören können, Angst in seiner Stimme gehört zu haben … obwohl er nicht begriff, weshalb Cort sich vor ihm – einem Jungen – fürchten sollte. Das wird dein Untergang sein, Junge. Du wirst auf deinem Weg zur Hölle hundert Paar Stiefel aufbrauchen.
Und Vannay: Wer nicht aus der Vergangenheit lernt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.
Und seine Mutter: Roland, musst du immer so ernst sein? Kannst du niemals ausruhen?
Trotzdem flüsterte die Stimme es noch einmal
(dieses Mal anders vielleicht anders)
und Roland glaubte, etwas anderes als Alkali und Teufelsgras zu riechen. Er glaubte, es könnten Blumen sein.
Er glaubte, es könnten Rosen sein.
Er verlagerte seine Gunna von einer Schulter auf die andere und berührte dann das Horn, das hinter dem Revolver an der rechten Hüfte in seinem Gürtel steckte. Das alte Messinghorn, das der Sage nach einst Arthur Eld selbst geblasen hatte. Auf dem Jericho Hill hatte Roland es Cuthbert Allgood gegeben, und als Cuthbert gefallen war, hatte Roland sich gerade noch die Zeit genommen, sich zu bücken und es wieder aufzuheben, bevor er den Todesstaub jenes Hügels von seinen Stiefeln geschüttelt hatte.
Dies ist dein Sigul, flüsterte die verhallende Stimme, die süßen Rosenduft, den Geruch der Heimat – o verloren! – an einem Sommerabend, mit sich brachte: ein Stein, eine Rose, eine nichtgefundene Tür; ein Stein, eine Rose, eine Tür.
Dies ist dein Versprechen, dass die Dinge sich, anders entwickeln können – dass es vielleicht eine Rast geben wird. Sogar Erlösung.
Eine Pause, und dann:
Wenn du standhaft bist. Wenn du wahrhaftig bist.
Er schüttelte den Kopf, um wieder klar denken zu können, überlegte, ob er noch einen Schluck Wasser nehmen sollte, kam aber davon ab. Heute Abend. Wenn er sein Lagerfeuer auf Walters Knochen entzündete. Dann würde er trinken. Vorerst jedoch …
Vorerst würde er seine Wanderung fortsetzen. Irgendwo in weiter Ferne stand der Dunkle Turm. Näher jedoch, viel näher, war der Mensch (war er ein Mensch? war es wirklich einer?), der ihm vielleicht sagen konnte, wie man dorthin kam. Roland würde ihn einholen, und wenn er das tat, würde dieser Mann auspacken … aye, ja, yar, so soll es über Berge und Täler hallen: Walter würde gefangen werden, und Walter würde reden. Roland berührte nochmals das Horn, und dessen Vorhandensein war eigenartig tröstlich, so als hätte er es nie zuvor berührt.
Zeit, sich weiterzubewegen.
Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm.
Roland tut seit Ewigkeiten den Mann in Schwarz verfolgen - Roland ist der ausgewählte Beschützer vom KA (Schicksal) Seine Taten auf dem Weg zum Dunklen Turm und bei der Verfolgung entscheiden ob es von anfang beginnt oder ob er diesmal den Kreis durchbrechen kann. Bei den Neuanfang hat er das Signalhorn was er sonst immer verloren hatte was hinweist das diesmal es anders läuft. Das Schicksal verspricht das diesmal alles anders wird und er Erlösung findet.
Der Film beginnt mit Band 2 "Drei" der Bücherreihe wo Roland nach New Yorck geht und seine Begleiter findet - aber da diesmal alles anders ist und es wohl zur Finalen Schlacht mit den Mann in Schwarz kommt weil es nur noch einen Balken gibt der die Welten zusammen hält. Viele Balken sind schon zerbrochen und dadurch ist die Welt in "The Stand - das letzte Gefecht" usw untergangen. Bricht der letzte Balken wird das Böse im schwarzen Turm befreit und alle Welten sind des Todes.
Der Dunkle Turm von Stephen King hat ohne Vorwort von King insgesamt 9.000 Seiten.
Schwarz
Drei
Tot
Wind
Glas
Wolfsmond
Susannah
Der Turm
Schwarz und drei kann man noch mit bis 12 bis 16 verfilmen. Wind und Glas sind Rückblicke in Rolands Vergangenheit also auch noch ab 12 möglich.
Die restlichen 8000 Seiten sind ab 18 bzw KJ. Aus dem Grund hat damals diverse Filmstudios das Projekt als unverfilmbar eingestellt und die Lizenz wurde 2011 als Spekulationswert gekauft.
2013 wurde der Dunkle Turm bei uns als Graphic Novel rausgebracht https://www.paninishop.de...
Inzwischen sind es 16 Bände zu jetzt 136 Seiten und sie sind jetzt schon 1000x mal besser als der Film weil sie mit den Segen von King bei Rolands Jugend anfingen und die Erlaubnis haben noch Randstorys zur Hauptstory zu schreiben.
Der dunkle Turm als streaming serie bei Netflix / Prime zu je 45 Minuten mit ersten mal 12 Folgen kann ich mir besser vorstellen. Weil damals als Lost noch aktuell war - da war das der Plan das man die Story in 5 bis 6 Staffel bringt plus 3 Specials zu je 120 Minuten
Als Serie, wohlgemerkt.