1982: Das wahrscheinlich wichtigste Filmjahr der Popkultur

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Special Sebastian Göttling - Autor Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
1982: Das wahrscheinlich wichtigste Filmjahr der Popkultur
Quelle: Universal

In seinem Rückblick auf das Filmjahr 1982 argumentiert Autor Sebastian Götting, warum es das wichtigste Filmjahr der Popkultur aller Zeiten war und ist.

Beweisstück Nr. 2: "Star Trek 2: Der Zorn des Khan" ("Star Trek 2: The Wrath of Khan")

Vor ein paar Monaten durfte ich hier über den 1979er "Star Trek: Der Film" und meine womöglich irrationale Liebe für den "Motion Picture" schreiben. Dessen Bombast ist für mich subjektiv toll und wunderschön, da kann ich nichts ausrichten, aber objektiv ist, das gebe ich sofort zu, der zweite Star-Trek-Kinofilm der Qualitätskonsens. Im Vergleich zum Vorgänger wurde "Khan" von Paramounts TV-Abteilung für nen Appel und ein Ei gedreht, dafür aber mit einem literarischen Drehbuch, das, anders als der Vorspann behauptet, vom Regisseur Nicholas Meyer selbst verfasst wurde. Dazu eine rasante Actiongeschichte, die sich gleichzeitig mit der Midlife-Crisis des Captain Kirk auseinandersetzt und den Begriff des rachsüchtigen Antagonisten in Form des Khan Noonien Singh neu definiert (einem Widersacher, den fast alle späteren Star-Trek-Filme und heutige Comicverfilmungen nachzuahmen versuchen).

Am Wichtigsten für die Zukunft des Roddenberry-Universums aber: Der Film hat - frei nach Mel Brooks - "a shitload of money" gemacht und bildet damit den Eckpfeiler eines Franchises, das auch heute noch dorthin geht, wo nie ein Mensch zuvor gewesen ist.

Mr. Spock in den klassischen Star Trek-Filmen. Quelle: Paramount 1982: Das wahrscheinlich wichtigste Filmjahr der Popkultur (10)

Honorable Mention: "Der gezähmte Widerspenstige" ("Il bisbetico domato")

Werte Damen und Herren der Jury, Sie fragen sich jetzt vielleicht: Was für ein Film? Nun, so kurz vor dem Höhepunkt meines Plädoyers ist es an der Zeit, Ihnen die Geschmacksverirrungen des deutschen Kinopublikums anno 1982 zu demonstrieren. Es handelt sich hier um den dritterfolgreichsten Film an deutschen Kinokassen.

Eine Klamotte mit Adriano Celentano und Ornella Muti, die Sie bestimmt schon mal gesehen haben, denn das öffentlich-rechtliche Fernsehen wiederholte das Machwerk mit Schnoddersynchro à la Rainer Brandt in den 80ern bis zum Erbrechen. Sie können sich nur nicht an den Titel erinnern. Macht aber nichts.

Beweisstück Nr. 1: "E.T. - Der Außerirdische" (E.T. the Extra-Terrestrial)

Kinomagie und große Emotionen pur: Der kartoffelförmige Außerirdische ist mal ausgeklügelte Puppe und mal ein kleiner Mensch im Gummianzug, aber die Illusion funktioniert zu jeder Sekunde perfekt. E.T. lebt, er macht Unsinn, er ist sehnsüchtig und er trifft mitten ins Herz. Nicht nur mich, sondern vor allem den kleinen Elliott, seine Geschwister und ein Millionenpublikum diesseits und jenseits des Atlantiks.

Wenn die Fahrräder abheben, dann fliegt meine filmliebende Seele mit ihnen über das San Fernando Valley. Mit Abstand der erfolgreichste Film des Jahres 1982 allüberall ist diese intimere Version von Spielbergs "Unheimliche Begegnung der dritten Art". Da ließ noch ein Vater - unverantwortlich, könnte man sagen - seine Familie sitzen, um mit den Aliens auf Nimmerwiedersehen abzudüsen.

Hier bei E.T. gelangt ein einzelnes, verlorenes Wesen in eine Scheidungsfamilie, ist selbst getrennt von seinesgleichen und schenkt trotzdem Heilung.

Da hat Regisseur Steven Spielberg, hier auf dem Zenit seines Erfolgs und Könnens angekommen, mindestens eines seiner autobiografischen Traumata filmisch verarbeitet.

Die religiösen Untertöne sind mit E.T.s "Tod" und seiner "Wiederauferstehung" vielleicht ein wenig dick aufgetragen, aber aufrichtige Tränen fließen auch heute noch mindestens zweimal. Bei mir vor allem am Ende des Films, wenn man fast übersieht, was inmitten dieser furiosen Mischung aus Wiedersehensfreude und Abschiedsschmerz mit Elliotts Mutter passiert.

1982: Das wahrscheinlich wichtigste Filmjahr der Popkultur (11) Quelle: Universal 1982: Das wahrscheinlich wichtigste Filmjahr der Popkultur (11)

Meine Damen und Herren, damit ist eigentlich alles gesagt. Achten Sie beim nächsten Mal, wenn Sie "E.T." schauen, auf das, was Elliotts Mutter am Ende tut. Ich verrate es hier nicht. In dieser einen Geste liegt für mich die empathische Magie dieses Films und der Schlussakkord meines Plädoyers zum großartigen, großartigen, großartigen Kinojahr 1982.

Sebastian Göttling, Jahrgang 1978, ist Ko-Moderator von Deutschlands beliebtestem Star-Trek-Podcast "Trek am Dienstag". Er forscht beharrlich auf den Retro-Gebieten Film und Fernsehen im Allgemeinen, Star Trek im Besonderen, Kultur- und Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts zwischen Space-Race und Mauerfall, Medienentwicklung, Kunst und Kommerz.

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    • Kommentare (24)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von RobCool Mitglied
        Zitat von Basileukum
        Das mußt schon richtig zitieren: :-D

        "Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf!" :-D :-D :-D
        Erich Honecker 1989 :-D :-D :-D
        Ich muss gar nichts, aber du hast Nachholbedarf - deine Denke zeigt das ziemlich deutlich.
      • Von RobCool Mitglied
        Zitat von Basileukum
        Das mußt schon richtig zitieren: :-D

        "Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf!" :-D :-D :-D
        Erich Honecker 1989 :-D :-D :-D
        Ich muss gar nichts, aber du hast Nachholbedarf - deine Denke zeigt das ziemlich deutlich.
      • Von Basileukum Hobby-Spieler/in
        Zitat von RobCool
        "Die böse Zeit ist vorangeschritten und die Dinge haben sich verändert. Ich komme nicht mehr klar. Früher war alles viel besser."
        Das mußt schon richtig zitieren: :D

        "Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf!" :D :D :D
        Erich Honecker 1989 :D :D :D
      • Von Worrel Mitglied
        Zitat von RobCool
        "Die böse Zeit ist vorangeschritten und die Dinge haben sich verändert. Ich komme nicht mehr klar. Früher war alles viel besser."
        "Nach uns wird es vorher geben
        Aus der Jugend wird schon Not
        Wir sterben weiter, bis wir leben
        Sterben lebend in den Tod
        Dem Ende treiben wir entgegen
        Keine Rast, nur vorwärts streben
        Am Ufer winkt Unendlichkeit
        Gefangen so im Fluss dеr Zeit"

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von RobCool Mitglied
        Danke für den Artikel. Das Jahr 1982 war ein grossartiges Filmjahr und hebt sich alleine durch Blade Runner schon von den meisten folgenden ab. Ein Gesamtkunstwerk.
      • Von RobCool Mitglied
        Zitat von Basileukum
        Ja, die 80er. Eigentlich von den Serien, und vor allem von den Filmen her, die Prägendsten, im Sinne des "Amerikanismus" oder des "Westens". Auch von der Musik her, bester Rock, bester Pop, bester Metal fällt in die 80er.

        Bis auf ein paar Flecken auf der Welt war dann auch jeder überzeugt, das hier ist das Beste, jeder will das, überall wird das mal so und es hält ewig.

        Nun, mein DVD Regal füllt sich auch immer mehr und die besten und meisten Filme/Serien sind halt wirklich aus den 80ern. Hatte irgendwie was von Wohlstand, Freiheit und Party.

        Und heute? Heute ist der Pöbel eingesperrt und ideologisiert von den Moralisten, Idiologisten und Sektierern. Angst und Schuld treibt die Massen um. Verarmung und Verblödung im Namen des Gutesten an der Tagesordnung. Habe ich heute Fleisch gegessen? Oh Gott, Klimagretel schickt mich in die Hölle. Habe ich heute schon meine Testikel irgendwo angeklebt? Oh Gott, dann hoffentlich nicht in einem Villenviertel oder vor einer Bank oder einem Konzern, nein, nein, den einfachen Leut geh ich auf den Sack, mit meinem Klebesack! :-D Habe ich heute schon wieder Asylanten willkommen geheißen? Ja klar, überall sollen die hin, nur nicht zu mir nach Hause. :-D Habe ich heute schon wieder mal für die Energiewende mich ereifert? Gott sei Dank, unser Wohlstand braucht keine Energieversorgung, der produziert dann nur noch wenn Wind geht oder die Sonne scheint.

        Ja, ja und vieles mehr. Wir sehen, die 80er waren geiler als die 2000er, 2010ern und die letzte Gülle (das System vor dem Zusammenbruch) wird jetzt halt in den 2020ern abgeliefert. Daß da keine geilen Filme, Serien oder Musik bei rauskommen, das merkt der Zeitgeist an.
        "Die böse Zeit ist vorangeschritten und die Dinge haben sich verändert. Ich komme nicht mehr klar. Früher war alles viel besser."
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