Juliet, Naked: Filmrezension zum Komödiendrama von Jesse Peretz
Obwohl Rose Byrne bei den Dreharbeiten im sechsten Monat schwanger war, sieht man ihr das im Film nicht an, da dies durch cleveres Filmen und Platzieren von Accessoires verborgen wurde. Der Film dreht sich um drei Charaktere, die ihren Sinn im Leben suchen. Durch eine Kritik, die Annie verfasst, kommt sie in Kontakt mit dem Idol ihres Mannes Tucker Crowe. Dadurch entsteht eine gute Freundschaft, aber auch eine komische Konstellation in Kombination mit Annies Mann und Superfan Duncan.
Drei alles andere als perfekte Menschen, die irgendwie vor sich hinexistieren, mit dem Alltag hadern, sich in vager Sehnsucht oder extremem Fan-Enthusiasmus ergehen - klingt ganz nach Nick Hornby. Tatsächlich hat man es auch in dieser romantisch angehauchten Dramödie nach dessen Romanvorlage wieder mit jenen klassischen, nach einem Sinn im Leben suchenden Jedermann-Figuren zu tun, die man aus High Fidelity und About a Boy kennt. Das wirkt vertraut, charmant und geerdet, bietet augenzwinkernden Humor - geht allerdings auch nicht wirklich nahe.
In Annies Leben fehlt jede Leidenschaft. Die bringt ihr Lebensgefährte Duncan nur noch für sein großes Idol auf: Tucker Crowe, einen vor Jahren abgetauchten Musikstar. Als Annie ein bisher unbekanntes Album Crowes in Duncans Online-Forum madig macht, nimmt der gealterte Künstler selbst mit ihr Verbindung auf. Bald entspinnt sich eine innige Mail-Freundschaft, beschließt man, sich zu treffen. Doch auch Tucker hat seinen Katzenjammer ...
FAZIT: Nette Dramödie für die Generation X. Wem der Begriff (altersbedingt) nichts sagt, der wird hiermit eher weniger anfangen können.
