Jahrhundertfrauen: Filmkritik zur mitreißenden Tragikomödie
Alleinerziehende Mutter bittet zwei weitere Frauen, ihrem Sohn beim Erwachsen werden zu Seite zu stehen. Regisseur Mike Mills präsentiert einen ebenso ungewöhnlichen wie berührenden Film, der auf seinen eigene Erfahrungen basiert.
Der 16jährige Jamie wächst im kalifornischen Santa Barbara auf. Auch wenn er ein recht behütetes Leben führt, glaubt seine Mutter Dorothea, dass dem jungen Mann ein väterlicher Einfluss fehlt. Dies versucht sie mit den vielen Frauen in seinem Leben wieder auszugleichen. Dafür bittet sie Jamies beste Freundin Julie und ihre Untermieterin, die freigeistige Fotografin Abbie, um Hilfe. Die beiden lassen den jungen Mann fortan an ihrem turbulenten Leben teilhaben, was sehr humorvolle und dramatische Folgen hat.
Während Autor und Regisseur Mike Mills in "Beginners" ein herzergreifendes, filmisches Porträt seines homosexuellen Vaters zeichnete, konzentriert er sich in seinem neuen Film auf die Beziehung zu seiner Mutter, dargestellt von einer wunderbaren Anette Benning. Dabei umgeht Mills geradezu leichtfüßig alle gängigen Klischees und nutzt herzlichen Humor sowie sehr bodenständige Dramatik, um vom Amerika Ende der 70er Jahre zu erzählen
Fazit
Eine sehr menschliche Tragikomödie, ohne Melodramatik oder Kitsch, aber viel Sensibilität und subtilen Performances.
