Iron Sky: Filmrezension zum zweiten Teil der Trash-Komödie
Die letzten Menschen sind von der vernichteten Erde geflohen und verstecken sich auf der dunklen Seite des Mondes. Doch auch dieser Unterschlupf wird ihnen bald genommen werde, denn der Mond droht auseinanderzubrechen. Die einzige Rettung scheint eine Flucht in das Innere des Erdkerns zu sein. Die Wissenschaftlerin Obi Washington macht sich auf diesen Ort zu erforschen und befindet sich bald in unmittelbarer Gefahr von Aliens bedroht. In Timo Vuorensolas Trash-Komödie sind unter anderem Lara Rossi, Udo Kier, Vladimir Burlakow und Kit Dale zu sehen.
Mit seiner per Crowdfunding finanzierten Nazi-Persiflage Iron Sky landete der Finne Timo Vuorensola 2012 einen echten Indie-Hit. Die von den Fans herbeigesehnte Fortführung entstand abermals mit einem vergleichsweise kleinen Budget, was dem Film jedoch kaum anzusehen ist. Tatsächlich kann die Machart durchaus mit Hollywood mithalten und bietet einige rasante, klasse montierte Actionszenen und viel schrägen Humor.
Nach den Reichsflugscheiben der Nazis persifliert das Sequel die nicht minder populäre Verschwörungstheorie vom hohlen Erdinneren und den darin lebenden Reptiloiden. Weil die Erde nach dem Atomschlag aus Teil 1 unbewohnbar geworden ist, bevölkern die letzten Menschen die ehemalige Mondbasis der Nazis. Als dort die Ressourcen zur Neige gehen, reist die taffe Mechanikerin Obi mit einer Handvoll Mitstreiter ins Erdinnere, um eine unerschöpfliche Energiequelle zu finden. Am Erdkern warten Gefahren, allen voran der auf seinem T-Rex Blondie reitende Hitler.
Quelle: Splendid
Szenenbild aus "Iron Sky: The Coming Race"
Wem ein Dino-reitender Hitler zu abstrus oder geschmacklos erscheint, der sollte freilich einen Bogen um Iron Sky: The Coming Race (jetzt kaufen 9,97 € ) machen. Freunde trashiger Ironie dürfte die Gaudi allerdings ebenso gut unterhalten wie der Vorgänger. Zwar dient die dünne Story nur als Vorwand für Schabernack, aber letztlich ist es ja genau das, was geneigte Zuschauer erwarten. Vuorensola zitiert sich einmal quer durch die Popkultur und wieder zurück, wobei unter anderem Star Wars und Indiana Jones parodiert werden. Lustig ist eine ganz in Weiß gekleidete Apple-Sekte, die nicht gegen die robuste Technik des guten, alten Nokia 3310 ankommt. In hingeworfenen Dialogzeilen wie "Let's make earth great again" schimmert ab und an die Weltpolitik durch, im Vordergrund steht aber der reine Spaß an der Freude.
FAZIT: Flott erzählter Edeltrash im Stil des ersten Teils. Man sollte aber wissen, worauf man sich hier einlässt - dann macht der Klamauk diebischen Spaß.
