Netgears erster Gaming-Router im Hands-On: Der Netgear Nighthawk Pro Gaming XR500

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Netgears erster Gaming-Router im Hands-On: Der Netgear Nighthawk Pro Gaming XR500
Quelle: PC Games Hardware

Heutzutage drucken Hardware-Hersteller gerne überall das Label "Gaming" drauf, um dann den Preis signifikant anzuheben. Garniert mit ein paar bunten LEDs werden so schnell aus ziemlich alltäglicher Hardware "spezielle" Gaming-Komponenten gemacht, die bei Gaming-Anwendungen aber nicht wirklich was anders machen. Ist dies auch beim Nighthawk XR500 der Fall oder geht dieser Router auf die Bedürfnisse der spielenden Gemeinschaft besser ein?

Netgear dürfte vielen PC-Nutzern ein Begriff sein, denn die Firma aus den USA stellt schon seit knapp 22 Jahren Netzwerkhardware für alle Anwendergruppen her. Bisher wurden Gamer mit dem Angebot für Haushalte abgedeckt, aber der Nighthawk XR500 hat jetzt als erster Router der Kalifornier den Stempel "Gaming" aufgedrückt bekommen. Der Router kann momentan für knapp 275 Euro erstanden werden und bietet eine speziell auf Gamer zugeschnittene Software-Suite, das DumaOS von Netduma. Damit haben Nutzer die volle Kontrolle über den Datenverkehr, der über den Router läuft, und können dank eines Quality-of-Service-Werkzeugs Datenpakete priorisieren oder Verbindungen zu Gaming-Servern optimieren.

Netgears erster Gaming-Router im Hands-On: Technische Details

Netgear verbaut in dem Router einen Dual-Core-Prozessor mit einer Taktrate von 1,7 GHz. 512 MiB Arbeitsspeicher sind mit an Bord und das Betriebssystem DumaOS hat einen 256 MiB großen Flash-Speicher zugewiesen bekommen.Der Router arbeitet mit einem Dual-Band und kann durch das AC2600 Rating theoretisch Übertragungsgeschwindigkeiten von 800 Mbps auf dem 2,4-GHz- respektive 1.733 Mbps auf dem 5-GHz-Band erreichen. Netgear gibt die Übertragungsgeschwindigkeit mit 2,6 Gbps an auf der eigenen Internetpräsenz an, hat also die Übetragungsgeschwindigkeit des 2,4-Ghz- und des 5-GHz-Signals einfach addiert. In der Praxis funktioniert das aber nicht so einfach, da Clients bisher immer nur auf einem Frequenzband arbeiten. Außerdem sind die Angaben mit Vorsicht zu genießen, da viele Faktoren die Übetragungsgeschwindigkeiten beeinflussen, wie etwa Wände, Position oder verwendeter Client. Dennoch ist das Dual-Band ideal für Wohngebiete, da hier jede Menge Access-Points das 2,4-GHz-Band völlig überstrapazieren und ein Wechsel in das 5-GHz-Netz - auch wenn dieses eine nicht so weite Reichweite besitzt wie das 2,4-GHz-Band - das Problem lößt. Mittels MU-MIMO (Multi-User-Multiple-Inpu-Multiple-Output) in Kombination mit den vier Antennen können außerdem mehrere Verbindungen gleichzeitig hergestellt und das Signal per sogenanntem Beamforming verstärkt werden. Jedes einzelne Band hat die doppelte Kanalbreite spendiert bekommen, die bis zu 160 MHz betragen kann.Auf der Rückseite können über vier Gigabit-Ethernet-Anschlüsse PC, Konsole oder Ähnliches angebunden werden. Ein zusätzlicher WAN-Port ist für den DSL-Modemrouter des heimischen Internetproviders nötig, da Netgear kein Modem integriert hat. An der linken Seite findet man außerdem zwei USB-3.0-Anschlüsse, die für Netzwerkdrucker oder -festplatten verwendet werden können.
Netgear Nighthawk XR500: Frontansicht Quelle: PC Games Hardware Netgear Nighthawk XR500: Frontansicht

Netgears erster Gaming-Router im Hands-On: Das DumaOS

Besonderes Augenmerk gilt es, auf das routereigene Betriebssystem zu werfen. Denn dank des DumaOS können Datenpakete den entsprechenden Internetaktivitäten zugeordnet werden. Im Klartext heißt das, dass der Router immer weiß, wie viel Bandbreite gerade für Downloads, Gaming, Netflix-Streaming oder VoIP vom Nutzer belegt wird. Erkannt werden die Pakete natürlich nicht anhand der Inhalte, sondern daran, wie sich die Datenströme und Paketgrößen verhalten und ändern. Netgear spricht hier von der "Enterprise-Level-Deep-Package-Inspection".Im Gegensatz zu den meisten Routern ist das OS ansehnlich schick und vor allem aufgeräumt gestaltet - es gibt keine unübersichtliche Menüführung wie man sie sonst gewohnt ist. Die Installation erfolgt dank Assistent schnell sowie leicht und wirft den Nutzer direkt auf das Dashboard des XR500. Dieses gibt beispielsweise eine Übersicht über die aktuelle Netzwerkauslastung, den Geo-Filter oder lässt sich im Handumdrehen nach dem eigenen Gusto in der Kacheloptik moderner Geräte personalisieren.
Netgear Nighthawk XR500: Netzwerkauslastung in Realtime Quelle: PC Games Hardware Netgear Nighthawk XR500: Netzwerkauslastung in Realtime

Netgears erster Gaming-Router im Hands-On: Alleinstellungsmerkmale

Der Ping ist in kompetitiven Online-Multiplayer-Titeln besonders wichtig, lässt sich aber von einem Router - wenn überhaupt - nur marginal beeinflussen. In erster Linie ist die Latenz vor allem von der physischen Entfernung des Clients zum Server und den zu durchlaufenden Knotenpunkten (Hops) abhängig. Mehr Kilometer und viele Hops resultieren also in einem hohen Ping.Daneben ist natürlich eine konstante und starke Verbindung zum DSL-Modemrouter für ein angenehmes Spielerlebnis unabdingbar, aber auch andere Spieler mit einem schlechten Ping können die eigene Latenz erhöhen. Und hier springt der Nighthawk XR500 ein, denn mittels Geo-Filter und Quality-Of-Service-Funktion soll in erster Linie der hausinterne Datenverkehr geordnet und optimiert werden.

Netgears erster Gaming-Router im Hands-On: Geo-Filter

Vor allem bei Titeln, die auf ein Listen-Server-Modell (Spieler hostet gleichzeitig das Match) beim Online-Spiel setzen, ist der Geo-Filter nützlich, aber auch, wenn man generell keine Verbindung zu physisch weit entfernten Servern herstellen möchte. Mittels Geo-Filter lässt sich um den eigenen Standort ein Radius legen, innerhalb dessen die überwachte Hardware eine Verbindung zu einem Server oder Spieler-Host aufbauen kann. Damit kann man die Latenz reduzieren, wenn beispielsweise die Quickmatch-Funktion im Spiel dazu neigt, sich auf weit entfernten Servern einzuloggen, weil diese frei sein. Außerdem kann man sich mit dieser Funktion den wahrscheinlichen Ping anzeigen lassen.Innerhalb der Einstellungen werden die bekanntesten Online-Spiele wie Battlefield 1 oder PUBG mit speziell angepassten Filtern versehen, um die gerade angesprochene Problematik gekonnt zu umgehen. Besonders für Konsolenspieler ist dieses Feature interessant, da kaum ein Spiel die Möglichkeit eines Serverbrowsers bietet.
Netgear Nighthawk XR500: DumaOS Geo-Filter-Funktion Quelle: PC Games Hardware Netgear Nighthawk XR500: DumaOS Geo-Filter-Funktion

Netgears erster Gaming-Router im Hands-On: Quality of Service (QoS)

Dieses Feature ermöglicht es dem Nutzer, die limitierte Bandbreite im eigenen Haus entsprechend fair zu verteilen. Überlastete Netzwerke verursachen Verzögerungen, die von Anwendungen mit hohem Bandbreitenbedarf verursacht werden - das Spielen wird so zur Diashow. Mit dem Anti-Bufferbloat wird die gesamte Bandbreite begrenzt, sodass immer ein dedizierter Puffer für das Spielen reserviert wird. Mit der Bandbreitenzuweisung begrenzt man, wie viel ein Nutzer oder Programm vom Internetanschluss entnehmen darf, damit Spiele im Netzwerk weiterhin optimal laufen können. Das letzte Feature des QoS-Werkzeuges, die Traffic-Priorisierung, erlaubt es Gaming-Content automatisch zu erkennen und dann innerhalb der Datenwarteschlange im Netzwerk an die erste Position zu setzen.
Netgear Nighthawk XR500: DumaOS mit Quality-of-Service, Anti-Bufferbloat und .... Quelle: PC Games Hardware Netgear Nighthawk XR500: DumaOS mit Quality-of-Service, Anti-Bufferbloat und ....

Netgears erster Gaming-Router im Hands-On: Darf sich gerne Gaming nennen

Dank des DumaOS ist der Router auf die Bedürfnisse eines Gamers ideal zugeschnitten, sodass durchaus ein leichter Vorteil beim Online-Spiel entstehen kann. QoS und Geo-Filter eliminieren ungefragte Downloads im Heimnetzwerk und weit entfernte Spieleserver gehören so nun der Vergangenheit an. Wenn jetzt nur noch ein DSL-Modem mit an Bord wäre, wäre das Gesamtpaket perfekt gewesen.

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    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Herbboy Mitglied
        Zitat von HanFred
        Nicht überall auf der Welt ist DSL so dominant verbreitet wie in Deutschland, anderswo ist Cable verbreiteter und da gibt's kaum freie Modemwahl bei den Providern.
        das mag so sein, aber man MUSS die Modemfunktion ja nicht nutzen, wenn der Router dies bieten würde ;) Wenn ein Modemrouter solche Gamingfunktionen hätte, würde ich ihn vlt sogar kaufen, da ich oft spiele und gleichzeitig per Tablet über TV-Streams etwas verfolge - manchmal hakt es dann in Multiplayergames. Wenn dann auch noch mein Internet-TV-Receiver gleichzeitig was aufnimmt, merkt man das erst Recht beim Gaming...

        Zitat

        Gibt es keine reinen DSL-Modems ohne Routerfunktion?
        Nur wenige - online hab ich als billigstes verfügbares VDSL-Modem eines für 100€ gesehen. Bei der Riesenauswahl an Modemroutern schon zu kleinen Preisen sowie in vielen Fällen ohnehin kostenfreier Router vom Provider ist ein reines Modem wohl eine Produktart, die nur extrem wenige Nutzer überhaupt interessieren würde. Daher sind solche reinen Modems offenbar RELATIV teuer, da es kaum Nachfrage gibt. Wenn man zum gleichen Preis oder billiger einen Modemrouter bekommt, macht es keinen Sinn, ein reines Modem zu kaufen.
      • Von Herbboy Mitglied
        Zitat von HanFred
        Nicht überall auf der Welt ist DSL so dominant verbreitet wie in Deutschland, anderswo ist Cable verbreiteter und da gibt's kaum freie Modemwahl bei den Providern.
        das mag so sein, aber man MUSS die Modemfunktion ja nicht nutzen, wenn der Router dies bieten würde ;) Wenn ein Modemrouter solche Gamingfunktionen hätte, würde ich ihn vlt sogar kaufen, da ich oft spiele und gleichzeitig per Tablet über TV-Streams etwas verfolge - manchmal hakt es dann in Multiplayergames. Wenn dann auch noch mein Internet-TV-Receiver gleichzeitig was aufnimmt, merkt man das erst Recht beim Gaming...

        Zitat

        Gibt es keine reinen DSL-Modems ohne Routerfunktion?
        Nur wenige - online hab ich als billigstes verfügbares VDSL-Modem eines für 100€ gesehen. Bei der Riesenauswahl an Modemroutern schon zu kleinen Preisen sowie in vielen Fällen ohnehin kostenfreier Router vom Provider ist ein reines Modem wohl eine Produktart, die nur extrem wenige Nutzer überhaupt interessieren würde. Daher sind solche reinen Modems offenbar RELATIV teuer, da es kaum Nachfrage gibt. Wenn man zum gleichen Preis oder billiger einen Modemrouter bekommt, macht es keinen Sinn, ein reines Modem zu kaufen.
      • Von HanFred Spiele-Guru
        Nicht überall auf der Welt ist DSL so dominant verbreitet wie in Deutschland, anderswo ist Cable verbreiteter und da gibt's kaum freie Modemwahl bei den Providern. Gibt es keine reinen DSL-Modems ohne Routerfunktion? Ein solches würde ja in diesem Fall reichen. Des weiteren gibt's noch Glasfaser, dabei funktioniert das Ganze noch einmal anders.
      • Von Herbboy Mitglied
        Zitat von Xanbor
        Das ist sogar ein großer Nachteil - zusätzlicher Stellplatz und ein zusätzlicher Steckerplatz, höherer Stromverbrauch dadurch und mehr Kabelsalat.
        Das sowieso, wobei ich das als eher kleine Nachteile sehe:

        - wer sich so einen Router leistet und eh nen Gaming-PC sowie weitere Mitbewohner mit technischen Geräten hat, wird sich die paar Kwh mehr Verbrauch locker leisten können
        - Stellplatz sollte auch kein Problem sein
        - Kabelsalat? Es Sind ganze zwei Kabel mehr (Strom und ein Kabel zwischen Router und Modemrouter), und selbst wenn es mehr Kabel wären: man "verlegt" die EINmal, und dann is gut. Das ist ja nichts, wo man ständig die Kabel bewegt, ab/anschließt usw. ;)
      • Von Xanbor Mitglied
        Das ist sogar ein großer Nachteil - zusätzlicher Stellplatz und ein zusätzlicher Steckerplatz, höherer Stromverbrauch dadurch und mehr Kabelsalat.
      • Von Herbboy Mitglied
        Gerade wenn mehrere Personen im Haushalt den gleichen Zugang nutzen und einer im Haushalt oft online spielt, könnte ein solcher Router wirklich sinnvoll sein, und der Preis relativiert sich dann auch. Aber bei dem Preis verstehe ich nicht, warum "nicht mal" ein Modem eingebaut ist - ist es nicht auch noch ein unnötiger Nachteil, wenn dem Router auch noch der eigentliche Modemrouter, den man ja noch braucht, vorgeschaltet ist?
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