Ein neues Meisterwerk? Silksong überzeugt schon nach fünf Sekunden Gameplay
Ich habe mir bei der Gamescom 2025 Hollow Knight: Silksong angeschaut und kann den Release jetzt gar nicht mehr abwarten.
In den letzten Jahren konnten meine Kollegen sicher sein: Bei jedem neuen Showcase, egal wie obskur, ploppt eine Nachricht von mir im Redaktionschat auf. "SILKSONG?", frage ich voller jugendlichem Elan, wenn eine neue Pokémon-Direct angekündigt wurde - nur um selbstverständlich jedes Mal enttäuscht zu werden.
Noch dieses Jahr war damit jedoch Schluss. In einer Nintendo Direct erhielten wir tatsächlich fünf Sekunden Gameplay-Material zu Hollow Knight: Silksong (jetzt kaufen 49,99 € ) und wenig später war bekannt, dass wir das Metroidvania bei der diesjährigen Gamescom selbst spielen können.
Silksong angespielt: So gut ist das Hollow Knight-Sequel
Was eigentlich ein Grund zur Ekstase sein sollte, weckte in mir jedoch Zweifel. Jedes Jahr ohne irgendwelche Neuigkeiten hatte meine Vorfreunde ins Unermessliche gesteigert und nun war Silksong kein abstraktes Konzept mehr, sondern ein reales Spiel, das ich bald in meinen Händen halten würde.
Doch kann Team Cherry wirklich abliefern? Sind meine Erwartungen inzwischen so überzogen, dass mich das Spiel zwangsläufig enttäuschen würde? Mit schwitzigen Händen näherte ich mich dem Xbox-Stand auf der Gamescom, um herauszufinden, ob das Studio der Mammutaufgabe gewachsen war - oder ob ich mir den Titel selbst verdorben hatte.
Quelle: buffed
Meine Kollegen mussten die letzten Jahre einiges mitmachen.
Glücklicherweise hielten meine Zweifel nur etwa fünf Sekunden lang an. Kaum hatte ich mich mit der Steuerung vertraut gemacht und lief ein wenig hin und her, war ich bereits völlig begeistert.
Wenn man die Richtung wechselt, vollführt Hornet nämlich einen kleinen Rückwärtsschritt, bevor sie sich vollkommen umdreht. Das klingt im ersten Moment vielleicht banal, doch schon diese kleine Animation fasst Hollow Knight: Silksong perfekt zusammen.
Animationen hauchen Figuren in Spielen erst richtig Leben ein. Die Essenz von Charakteren lässt sich daher meist in ihren Bewegungen wiederfinden, und Hornet bildet hier keine Ausnahme. Im Gegensatz zum wortlosen Knight aus Hollow Knight, der Lore-getreu völlig gedankenlos durch die Welt streift, ist Hornet eine Jägerin.
Ihr Rückwärtsschritt, mit dem sie stets die Umgebung im Blick behält, immer auf der Hut vor Bedrohungen, zeigte mir bereits, dass sich Team Cherry hier wirklich Gedanken gemacht hat, wie der Nachfolger von Hollow Knight rund um Hornet auszusehen hat. Keine bloße Fortsetzung, sondern eine Weiterentwicklung mit ganz eigener Persönlichkeit.
Einer der Gründe für die lange Entwicklungszeit war lustigerweise, dass Team Cherry schlicht zu viel Spaß hatte. Wie Jason Schreier auf Bluesky verriet, lag das auch an den Animationen. Da Silksong ein 2D-Spiel ist, konnten sie sich hier richtig austoben, ohne sich um 3D-Modelle oder andere Dinge zu kümmern. Schreier folgerte, dass alle Spiele 2D sein sollten - und wenn das bedeutet, dass in jedem Spiel so viel Liebe steckt wie in Silksong, stimme ich ihm definitiv zu.
Genau diese Liebe zum Detail macht Hollow Knight und nun auch Silksong nämlich aus. Das Metroidvania-Gameplay bleibt fantastisch, unterscheidet sich aber kaum vom Vorgänger. Gegenstände, die gerade außerhalb des Blickfelds liegen, zahlreiche Abkürzungen, Sammelgegenstände und andere Dinge, die wir aus Metroidvanias kennen, gibt es zuhauf.
Der Unterschied, die Weiterentwicklung von Hollow Knight zu Silksong, den man bereits nach den ersten paar Sekunden anspielen erkennt, liegt jedoch in Hornet selbst.
Die Kriegerin ist schneller, wendiger und selbstbewusster. Ihre Sprünge lassen sich präzise steuern und durch ihre grazilen Angriffe sprang ich von Gegner zu Gegner, wich dabei Projektilen aus und rettete mich anschließend auf erhöhte Plattformen.
Quelle: Team Cherry
Hornet zeigt bei allen Bewegungen eine gewisse Eleganz.
Das ging zwar auch in Hollow Knight, doch in Silksong wirkt alles ein wenig "aggressiver", als hätte Hornet diese Bewegungsabläufe tatsächlich selbst geplant, während der Knight aus Hollow Knight sie lediglich improvisierte. So vollführt Hornet aus der Luft etwa einen diagonalen Angriff nach unten. Sie stürzt sich auf ihre Gegner, bereit, sie in Stücke zu reißen.
Mit all den neuen Hilfsmitteln und Moves ist Silksong aber keinesfalls einfacher als der Vorgänger, ganz im Gegenteil. Wo in Hollow Knight noch der Primal Asprid ein richtiger Albtraum-Gegner war, habe ich in meiner Silksong-Demo bereits mehrere Widersacher gefunden, die dem fliegenden Käfer den Rang streitig machen könnten.
Gegner mit Helmen zeigten sich etwa unbeeindruckt von meinen Luft-Manövern und zwangen mich in den Nahkampf, wo sie mich mit flinken Angriffen ihres Dreizacks bedrängten. Andere schützten sich mit Schilden, die sie ständig neu ausrichteten, sodass ich konstant in Bewegung bleiben musste, um eine Chance zum Angriff zu finden.
In der Demo habe ich mich hier auf Wurfmesser und aktive Fähigkeiten verlassen, um die Oberhand zu gewinnen, unfair fühlte es sich jedoch nie an. Vielmehr war ich es, der Hornet nicht gerecht wurde.
Quelle: Team Cherry
Sorry, Hornet. Irgendwann krieg ich das auch so hin.
Der Höhepunkt der Demo war ein Duell gegen Lace. Sie ist genauso schnell und agil wie Hornet, hielt mich mit Wirbelwindschlägen auf Trab und parierte sogar meine Angriffe, während sie Verwundbarkeit vortäuschte. Ich konnte mir keine Sekunde Ruhe erlauben und musste die Arena stets im Blick behalten, um zu überleben.
Nur durch Hornets vollständiges Arsenal konnte ich Lace irgendwann überwinden - also Sprints, Sprungangriffe, Wurfmesser und direkte Treffer im Nahkampf. Die altmodischen Schläge laden nämlich meine Magie-Leiste auf, mit der ich mich wahlweise heilte oder besonders starke Angriffe ausführte.
Kurz vor dem finalen Schlag sprang Lace dann aus dem Bildschirm, wohl um sich auf eine zukünftige Konfrontation vorzubereiten, wie Hornet selbst einst in Hollow Knight.
Quelle: Team Cherry
Der Kampf gegen Lace wird auch im vollständigen Spiel ein richtiges Highlight.
Wie ich eingangs schrieb, befürchtete ich, dass Silksong meine Erwartungen nicht erfüllen könnte und auf gewisse Art und Weise stimmt das auch. Irgendwelche genredefinierenden Mechaniken oder völlige Neuheiten habe ich in der Demo bisher nicht erspäht, und wer auf genau das hofft, wird vermutlich enttäuscht werden.
Doch alles, was Hollow Knight so besonders machte - der wunderschöne Artstyle, die herausfordernden Kämpfe, die präzise Steuerung und die perfektionierten Metroidvania-Elemente - ist hier noch besser, schicker und vermutlich umfangreicher. Natürlich habe ich in meiner Demo auch mehrere kryptische Lore-Texte gefunden, die ich mir in wenigen Monaten vom Hollow Knight-YouTuber mossbag erklären lasse.
Über 50 Stunden habe ich in den Vorgänger gesteckt und es würde mich nicht wundern, wenn ich mit SIlksong durch Dinge wie das Quest-System erst nach 100 Stunden durch bin - und Team Cherry kündigte bereits an, dass sie jetzt an neuen Inhalten für Silksong arbeiten werden.
Quelle: Team Cherry
Welch spannende Dinge es in Silksong wohl zu entdecken geben wird.
Nach meiner etwa 30-minütigen Anspiel-Session war ich wieder komplett in die Welt von Hollow Knight eingetaucht und kann den Release von Silksong am 4. September jetzt kaum noch abwarten. Und auf den müssen meine Kollegen und ich, genau wie der Rest der Welt, nun warten.
Team Cherry hat sich nämlich dazu entschieden, keine Review-Kopien des Spiels vorab herauszugeben. Als Grund nannte das Team hier, dass es wohl ein wenig unfair wäre, wenn Kritiker den Titel vor Spielern und Kickstarter-Backern spielen könnten. Das bedeutet, wir alle stürzen uns gleichzeitig in die Welt von Silksong, entdecken ihre Geheimnisse, und geben uns gegenseitig Tipps für die schwierigsten Bosse - und für ein Metroidvania, das schließlich von Erkundung lebt, ist das wohl perfekt.

Und auch hier empfehle ich dem Autor etwas mehr Augenmerk auf Headlines Ein "Meisterwerk" nach 5sec? Das lässt mich eher schmunzelnd zurück, ob die Aufmerksamkeitsspanne sich überbordenden TikTok-Konsum angepasst hat...
Klar, nach einer kurzen Anspielsession gleich davon zu sprechen, dass es sich bei Silksong schon um ein Meisterwerk handelt, ist etwas...übertrieben. Auch etwas unglücklich vom Autor ausgedrückt. Aber naja, wenn man so lang wartet und endlich Hand an den Nachfolger eines seiner Lieblingsspiele anlegen kann, da wird man vlt etwas überschwänglich :D
Also warum der persönliche Angriff auf den Autor am Ende? Hast du es so nötig dich über andere zu stellen oder edgy zu wirken? Einfach mal bisschen entspannen und wenn man nichts nettes oder konstruktives zu sagen hat, vlt vorher nochmal durchatmen und überlegen, ob es wirklich hilfreich ist, was du schreiben willst.
Und auch hier empfehle ich dem Autor etwas mehr Augenmerk auf Headlines Ein "Meisterwerk" nach 5sec? Das lässt mich eher schmunzelnd zurück, ob die Aufmerksamkeitsspanne sich überbordenden TikTok-Konsum angepasst hat...