Sammle-Sammel-Sammel
Hogwarts Legacy ist eines der meist erwarteten Spiele 2023. Doch kann das Spiel die Erwartungen einhalten? Für Carlo Siebenhüner wird das immer schwieriger.
Diese Befürchtung wird auch durch den "Field Guide" bestärkt. Das Ding haben die Entwickler in einer der letzten Gameplaypräsentationen vorgestellt. Man spielt in Hogwarts Legacy ja keinen Schüler, der mit elf in die erste Klasse kommt, sondern einen älteren Zauberer oder eine ältere Hexe. Man hat also eigentlich noch gar keine Ahnung, aus welcher Seite vom Zauberstab jetzt überhaupt die Funken rauskommen, steigt aber gleich in die fünfte Klasse ein. In diesem Jahrgang hat Harry Potter schon eine eigene Kampfgruppe geleitet und sich durch das halbe Zaubereiministerium gekämpft. Da muss man also schon einiges draufhaben.
Um den ganzen Stoff aufzuholen, den man als Fünftklässler eigentlich wissen muss, bekommt die Spielfigur den sogenannten Field Guide. Ein magisches Buch, das Informationen und Zauber liefert, je mehr man erkundet und Erfahrung sammelt. Also gewissermaßen das Levelsystem des Spiels. An sich finde ich das eine schöne Idee. Ich mag es, wenn Entwickler die Extra-Meile gehen und eigentlich im Hintergrund arbeitende Mechaniken in die Lore des Spiels einarbeiten. Wenn ich dann aber sehe, womit das gefüllt ist, klingeln die Alarmglocken.
Quelle: PC Games
Hogwarts Legacy: Wird es wirklich der Traum für alle Potterheads? (7)
Vor allem die sogenannten "Herausforderungen" machen mich nervös, denn davon gibt es einige. Ob Erkundung oder Duelle, sammle dies, bestehe jenes. Es gibt ja sogar einen eigenen Eintrag für die Field-Guide-Seiten, die in und um Hogwarts versteckt sind und die man finden muss. Dazu kommen dann so Sachen, wie die "Daedaelian Schlüssel". Das sind Schlüssel mit Flügeln dran, ganz ähnlich zu denen in Harry Potter und der Stein der Weisen. Um die dreht sich eine Quest in Hogwarts Legacy, die nur daraus besteht, die Dinger zu finden. Also stupides Sammeln und etwas Belohnung einstecken.
Es wird sicherlich einige geben, die diese kleinen Schnitzeljagden abfeiern und da Gefallen dran haben, ich will daran auch keinem den Spaß absprechen. Doch seien wir mal ehrlich: Das ist Spieldesign der Marke Ubisoft von vor 10 Jahren und wollen wir das wirklich wieder zurück? Ich will bei dem Sammelkram aber auch nicht päpstlicher sein als der Papst. In meinem All-Time-Favorit Gothic bestehen viele Quests auch nur aus Hol-und-Bring-Aufgaben. Solange es gut gemacht ist und der Spieler auch was davon hat, ist das schon okay.
Kommen wir also lieber mal zu einem meiner Hauptprobleme, das ich im Vorfeld mit Hogwarts Legacy bekommen habe: Dem Schulalltag. Wir sind hier ja schließlich immer noch auf einer Schule und da gibt es eben Klassen und Schulunterricht. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten, wie man sich aus Entwicklersicht an dieses Thema annähern kann. Entweder man geht den Simulationsweg, wo man zu einer bestimmten Uhrzeit in einem Klassenraum sitzen muss oder man geht den erzählerischen Weg und der Unterricht verkommt zum Mittel zum Zweck. Dummerweise haben die Entwickler während der letzten Gameplay-Vorschau genau das verkündet. Man habe absichtlich nicht den Simulationsweg für den Unterricht gewählt, sondern den erzählerischen Weg.
Das bedeutet im Detail für Hogwarts Legacy, dass man die Hauptgeschichte als Ausrede vor den Karren spannt. Eine böse Macht geht in der Zaubererwelt um sich und deswegen wurden die Regeln in Hogwarts abgeändert. Die Erzählstruktur im Spiel ist in Kapitel aufgeteilt. Man absolviert also die verschiedenen Missionen und dann schreitet die Handlung voran. So wie ich das im Entwicklertagebuch verstanden habe, ordnen sich dieser Struktur dann auch die Unterrichtsstunden unter. Der Schulunterricht in Hogwarts besteht also wohl voraussichtlich aus ein paar Missionen, in denen man neue Zauber lernt, ein bisschen Story mitnimmt und dann ist auch wieder gut. Als ich das gehört habe, musste ich den Entwicklerstream erst mal pausieren und durchatmen.

Zum Kritikpunkt "Simulation des Schulalltag". Ich kann mir schon vorstellen dass sich einige einen simulationsartigen Ansatz des Games erhofft hatten. Für mich jedoch wäre es ein Grund gewesen das Game nicht zu kaufen, bzw. solange zu warten bis es deutlich günstiger geworden wäre. Aber das sind halt nur persönliche Vorlieben.
Wenn man sich die Verkaufszahlen mal so anschaut, ist der Hype noch in vollem Gange. Es wird sich zeigen ob das Game dem Hype gerecht wird, oder es eine Katastrophe aller Cyberpunk 2077 Release wird. Letzteres hoffe ich nicht.
Offenbar lief da was mit der Kennzeichnung auf der Startseite schief.
Aber wie kann mir denn sowas den Spass verderben? Ich sammle das einfach nicht oder nur das was auf dem Weg liegt und gut ist. Ich hab die ganzen Potterfilme gesehen denke das reicht schon als Lore.
Ein gutes Beispiel für ein cooles Schulsystem ist da bspw. Persona 5. Neben dem Dämonen kloppen nimmt man an Schulstunden oder Aktivitäten teil, interagiert mit den Klassenkameraden, baut Bindungen auf usw.
Wäre mir ja als letztes eingefallen.
Die Schulstunden waren doch auch in den Geschichten immer nur Mittel zum Zweck... dass man das jetzt ausbaut, wäre wohl vermutlich höchstens der Wunsch von Leuten die da spezifisch ganz tief eintauchen wollen, aber das wäre dann vermutlich schon eher Sub-Nische, die meisten wollen doch nur das Feeling und die Atmosphäre... da wäre das für viele doch eher abtörnend wenn man dann noch irgendwie in einem verpflichtenden Rahmen irgendwie Schulstunden ableisten müsste.