Highguard: Zerstört durch Ragebait und Reviewbombing nach den Game Awards

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News David Fabricius - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Highguard: Zerstört durch Ragebait und Reviewbombing nach den Game Awards
Quelle: Wildlife Entertainment

Ein Trailer, ein falsches Narrativ und ein Shitstorm, der das Studio wochenlang begleitete. Highguard stand früh unter einem schlechten Stern. Was als ambitionierter Shooter gedacht war, wurde schnell zum Reizthema in der Community.

Nach der viel beachteten Enthüllung bei den Game Awards 2025 galt Highguard für viele Zuschauer schnell als Witz. Jetzt spricht ein ehemaliger Entwickler offen darüber, wie Ragebait, falsche Annahmen und massives Reviewbombing dem Spiel schon vor dem Release geschadet haben.

"Von der ersten Minute an eine Lachnummer"

Highguard beendete die Game Awards 2025 mit einem Trailer, der eine Fantasy-Welt voller Wächter und magischer Reittiere zeigte. Kurz darauf formte sich online jedoch ein negatives Narrativ. Laut Josh Sobel, ehemaliger Lead Technical Artist bei Wildlight, sei das Spiel intern vor der Enthüllung durchweg positiv aufgenommen worden. Kritik habe es gegeben, aber sie sei konstruktiv und lösbar gewesen. Viele im Team hätten fest daran geglaubt, dass Highguard ein Erfolg werden könnte.

Diese Stimmung kippte unmittelbar nach der Show. Sobel beschreibt, dass Content Creator und Teile der Community sehr schnell auf ein negatives Framing gesetzt hätten. Besonders hartnäckig hielt sich die Annahme, Wildlight habe für den Game-Awards-Slot eine "millionenschwere Werbeplatzierung" bezahlt, etwas, das laut Sobel schlicht nicht stimmte, aber dennoch von Influencern und sogar einzelnen Journalisten als Fakt behandelt worden sei.

Highguard wurde in kürzester Zeit zum Meme. Begriffe wie "Concord 2" oder "Titanfall 3 ist dafür gestorben" dominierten Kommentarspalten, lange bevor Spieler selbst Hand anlegen konnten. Sobel spricht davon, dass das Spiel praktisch "für tot erklärt" wurde, noch bevor es überhaupt eine faire Chance hatte.

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Highguard: Entlassungen und verpasste Chancen

Auch nach dem Release im Januar konnte Highguard das negative Image kaum abschütteln. Zwar erreichte das Free-to-Play-Spiel zum Start eine ordentliche Spielerbasis, blieb aber deutlich unter der Marke von 100.000 gleichzeitigen Spielern. Kritik an Kartengröße und dem 3-gegen-3-Format versuchte Wildlight mit Updates abzufedern, unter anderem indem der zuvor zeitlich begrenzte 5-gegen-5-Modus fest ins Spiel integriert wurde.

Doch der Schaden war laut Sobel längst angerichtet. Zum Launch erhielt Highguard mehr als 14.000 negative Bewertungen von Nutzern mit weniger als einer Stunde Spielzeit. Viele hätten nicht einmal das verpflichtende Tutorial abgeschlossen. Für das Team sei das extrem frustrierend gewesen, zumal der Shitstorm auch persönliche Folgen hatte. Sobel berichtet, dass er sein X-Profil sperrte, nachdem Videos auftauchten, in denen man ihn verspottete, weil er öffentlich stolz auf das Projekt gewesen war.

Nur wenige Wochen nach dem Start folgten Entlassungen bei Wildlight. Das ist ein bitterer Schlusspunkt für ein Projekt, das laut Sobel weniger an seinem Kernkonzept als an einem eskalierenden Online-Narrativ gescheitert sei. Ob Highguard ohne den riesigen Auftritt bei den Game Awards besser oder schlechter gestartet wäre, könne niemand mit Sicherheit sagen. Habt ihr den Ego-Shooter selbst getestet? Ist die negative Welle für euch ein reiner Kindergarten, oder ist ein schlechtes Spiel, das diese Abfertigung verdient?

Quelle: Eurogamer

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    • Kommentare (12)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Crickethill Stille/r Leser/in
        Zitat von Orkhammer
        Wenn 84 Prozent bereits sowas vergleichsweise harmloses wie gendern grundsätzlich ablehnen (jetzt völlig wertungsfrei), wie viele lehnen dann wohl nonbinäre Charaktere in Editoren ab? Das ist keine Minderheit, das ist die über-übergroße Mehrheit.
        Diejenigen, die wirklich lauthals herumschreien, das ist nicht die Mehrheit, da gebe ich dir recht. Aber ich bezweifle den Impact, den diese vergleichsweise kleine Gruppe haben soll. Die schweigende Mehrheit kauft einfach nicht, lässt sich aber nicht darüber aus und bekommt wohl in den meisten Fällen diesen Kulturkampf in den Foren gar nicht mit.
        Ich glaube da liegst du falsch. Es geht einzig und allein darum, dass irgendwelche rechten Kulturkrieger sich bestimmte Spiele herauspicken und darauf herumhacken. Und viele geben dann einfach den Mitläufer und brabbeln das unreflektiert nach. In Cyberpunk ist es genauso möglich eine nonbinäre Figur zu spielen und ich hätte hier keinen großen Aufschrei mitbekommen. In Fallout (der Serie) gibt es eine offensichtlich nonbinäre Figur und niemand regt sich auf. Es scheint hier viel weniger um Akzeptanz zu gehen als um die Art wie Spielerinnen und Spieler damit konfrontiert werden. Viele Studien haben das auch eindeutig gezeigt, wenn es beispielsweise um vegetarische Ernährung geht: Menschen greifen gerne und ohne Probleme zur vegetarischen Alternative, sofern sie nicht als vegetarisch gekennzeichnet wird. Das ist zwar absurd, aber funktioniert. Was die Menschen also ablehnen ist Bevormundung, und hier hat sich beispielsweise Veilguard eben nicht besonders klug angestellt. Cyberpunk hatte ebensoviele Optionen nur wurden sie eben nicht in der Öffentlichkeit breitgetreten. Abgesehen davon bin ich aber auch der Meinung, dass Diskriminierung auf der Basis von sexueller Orientierung oder Identität inakzeptabel ist und leider mussten die meisten Gleichberechtigungsmaßnahmen erzwungen werden und hatten selten eine breite demokratische Mehrheit - siehe die Diskriminierung von Frauen, homosexuellen Menschen, etc. in der Vergangenheit. Also kann die Akzeptanz der Masse kein alleiniges Kriterium darstellen.

        Zitat von Blackburn007
        Für mich ist dieses immer wieder vorkommende Rosa/Lia mit immer den selben Charakteren halt eine Woke Ausrichtung. "Ich" nenne es so. Und das hat vor allem bei Westlichen Produktionen überhand genommen.
        Also nennst du alles, was dir irgendwie nicht gefällt "woke"? Das ist ja mal nicht besonders sinnvoll. Oder fühlst du dich von der Farbe Rosa in deiner Männlichkeit angegriffen? Dann würde ich an deiner Stelle an meinem Selbstverständnis arbeiten und hinterfragen, warum mich eine Farbe so dermaßen stört. Und wenn du dich an den Farben störst, weil zufällig einige Spiele in den letzten Jahren Pink oder Lila als Signalfarben verwendet haben - wie Suicide Squad beispielsweise - die nicht so gut waren, dann gehst du von einer Kausalität aus, die einfach unsinnig ist. Die Farben machen keine schlechten Spiele, sondern sie sind zufällig *auch* in schlechten Spielen vorhanden. Aber es ist mal wieder die selbe Leier. Niemand der über "woke" herumschimpft, kann eigentlich erklären was er oder sie damit meint. Damit wird dementsprechend nur irgendwelchen Kulturkämpfern hinterhergeplappert, die selbst nicht wissen, wovon sie eigentlich reden.
      • Von Crickethill Stille/r Leser/in
        Zitat von Orkhammer
        Wenn 84 Prozent bereits sowas vergleichsweise harmloses wie gendern grundsätzlich ablehnen (jetzt völlig wertungsfrei), wie viele lehnen dann wohl nonbinäre Charaktere in Editoren ab? Das ist keine Minderheit, das ist die über-übergroße Mehrheit.
        Diejenigen, die wirklich lauthals herumschreien, das ist nicht die Mehrheit, da gebe ich dir recht. Aber ich bezweifle den Impact, den diese vergleichsweise kleine Gruppe haben soll. Die schweigende Mehrheit kauft einfach nicht, lässt sich aber nicht darüber aus und bekommt wohl in den meisten Fällen diesen Kulturkampf in den Foren gar nicht mit.
        Ich glaube da liegst du falsch. Es geht einzig und allein darum, dass irgendwelche rechten Kulturkrieger sich bestimmte Spiele herauspicken und darauf herumhacken. Und viele geben dann einfach den Mitläufer und brabbeln das unreflektiert nach. In Cyberpunk ist es genauso möglich eine nonbinäre Figur zu spielen und ich hätte hier keinen großen Aufschrei mitbekommen. In Fallout (der Serie) gibt es eine offensichtlich nonbinäre Figur und niemand regt sich auf. Es scheint hier viel weniger um Akzeptanz zu gehen als um die Art wie Spielerinnen und Spieler damit konfrontiert werden. Viele Studien haben das auch eindeutig gezeigt, wenn es beispielsweise um vegetarische Ernährung geht: Menschen greifen gerne und ohne Probleme zur vegetarischen Alternative, sofern sie nicht als vegetarisch gekennzeichnet wird. Das ist zwar absurd, aber funktioniert. Was die Menschen also ablehnen ist Bevormundung, und hier hat sich beispielsweise Veilguard eben nicht besonders klug angestellt. Cyberpunk hatte ebensoviele Optionen nur wurden sie eben nicht in der Öffentlichkeit breitgetreten. Abgesehen davon bin ich aber auch der Meinung, dass Diskriminierung auf der Basis von sexueller Orientierung oder Identität inakzeptabel ist und leider mussten die meisten Gleichberechtigungsmaßnahmen erzwungen werden und hatten selten eine breite demokratische Mehrheit - siehe die Diskriminierung von Frauen, homosexuellen Menschen, etc. in der Vergangenheit. Also kann die Akzeptanz der Masse kein alleiniges Kriterium darstellen.

        Zitat von Blackburn007
        Für mich ist dieses immer wieder vorkommende Rosa/Lia mit immer den selben Charakteren halt eine Woke Ausrichtung. "Ich" nenne es so. Und das hat vor allem bei Westlichen Produktionen überhand genommen.
        Also nennst du alles, was dir irgendwie nicht gefällt "woke"? Das ist ja mal nicht besonders sinnvoll. Oder fühlst du dich von der Farbe Rosa in deiner Männlichkeit angegriffen? Dann würde ich an deiner Stelle an meinem Selbstverständnis arbeiten und hinterfragen, warum mich eine Farbe so dermaßen stört. Und wenn du dich an den Farben störst, weil zufällig einige Spiele in den letzten Jahren Pink oder Lila als Signalfarben verwendet haben - wie Suicide Squad beispielsweise - die nicht so gut waren, dann gehst du von einer Kausalität aus, die einfach unsinnig ist. Die Farben machen keine schlechten Spiele, sondern sie sind zufällig *auch* in schlechten Spielen vorhanden. Aber es ist mal wieder die selbe Leier. Niemand der über "woke" herumschimpft, kann eigentlich erklären was er oder sie damit meint. Damit wird dementsprechend nur irgendwelchen Kulturkämpfern hinterhergeplappert, die selbst nicht wissen, wovon sie eigentlich reden.
      • Von RevolverOcelot Hobby-Spieler/in
        Das Ding war doch schon zur Ankündigung DoA, und das lag bestimmt nicht an irgendwas Woken dran.
        Wer braucht da noch mehr Hero Shooter oder sonstigen Multiplayer Shooter Mist? Der Markt ist einfach so übersättigt und trotzdem versuchen das manche Entwickler und fliegen damit auf die Schnauze.
      • Von Blackburn007 NPC
        Zitat von Ikarooz
        Klar ist der, teils ungerechtfertigte, Shitstorm mitverantwortlich an der Verkaufsmisere von Highguard. Dessen Versagen aber alleine dem Reviewbombing zuzuschreiben ist eine schon sehr bequeme Ausrede seitens Herr Sobel.

        Das Letzte was die Spielerschaft im Moment interessiert, weil der Markt seit Jahren übersättigt davon ist, sind generische Hero-Shooter und genau das eben liefert Highguard. Keiner der Charaktere wurde irgendwie vorgestellt, niemand weiß warum überhaupt gekämpft wird.
        Auch das Gameplay scheint einfach nicht gut zu sein, zu weitläufig sind die Maps, spielerisch verwirrt es trotz Tutorial und liefert ein insgesamt unbefriedigendes Spielerlebnis. Es ist eben ein Produkt wo es im Moment keine Nachfrage gibt und das aber auch nicht sonderlich gut ist.

        P.S.: Da in den Kommentaren diskutiert wurde: Ob Woke oder nicht hat weitaus weniger Einfluss auf den Erfolg als einige es denken würden. So war Baldurs Gate 3 trotz der für manche umstrittenen Inhalte ein sehr erfolgreiches Spiel, was gezeigt hat: es darf für die Spieler schon woke sein, aber das Gameplay muss stimmen. Das ist denke ich einfach Geschmackssache.
        Ohne diese Shitstorm wäre das Spiel völlig untergegagen.
        Dank diesem hatte das Spiel fast 100K zum Start auf Steam....

        Wie ich schon erwähnt hatte , hätte die ohne wohl keine 10k Spieler gehabt.
        Sie haben eine Chance gehabt und das Spiel hatte halt am Ende eifnahc nicht die Qualität um auch nur ein Bruchteil der spieler zu halten ... Dazu dann noch die 0815 Kommentare der Entwickler....

        Wir Spieler und ich betone "wir" ganz deutlich, die Zahlen bweisen es ja, haben es satt immer das selbe Serviert zu bekommen und vor allem haben wir es Satt dafür auch noch die Verantwortung zugeschoben zu bekommen ...

        Diese positiv Toxicity ist einfach nur noch beschämend, 0 selbst Kritik.

        Und dann wird da da unter der Woche diese Horizon Hunters Gathering vorgestellt und serviert zu 100% den selben mist... Lila/rosa wo man hinschaut mit sehr fragwürdigen Charakteren wo der Großteil der Spieler sagt, WTF, was soll der mist ...
      • Von Blackburn007 NPC
        Für mich ist dieses immer wieder vorkommende Rosa/Lia mit immer den selben Charakteren halt eine Woke Ausrichtung. "Ich" nenne es so. Und das hat vor allem bei Westlichen Produktionen überhand genommen.
      • Von Orkhammer Spiele-Enthusiast/in
        Zitat von Crickethill
        Alle diese genannten Spiele haben trotzdem an mangelnder Ausrichtung gelitten, hatten keinen klaren narrativen und spielerischen Kern, daran sind sie am Ende gescheitert, auch wenn die meisten definitiv nicht schlecht waren. Aber ja, die meisten brabbeln einfach nur irgendetwas nach, anstatt sich selbst damit auseinanderzusetzen a) warum einen etwas stört und b) was man da unreflektiert reproduziert. Mir konnte noch niemand von den Anti-Woke-Kriegern erklären, was sie denn eigentlich mit „woke“ meinen.
        Deswegen habe ich auch geschrieben, dass sich über die Begrifflichkeiten streiten lässt.
        Beide „Lager“ beanspruchen für sich die Deutungshoheit über Begriffe, die sie auch beide meist in den falschen Kontext setzen. Da nehmen sich beide Lager wenig bis nichts.
        Aber wenn wir schon beim Thema Veilguard sind…da hat ein Teil der potentiellen Spielerschaft schon im Charaktereditor das Handtuch geworfen, ein weiterer Teil dann während der ersten Dialoge und später dann der übergroße Rest, als sich das Spiel zur Gruppentherapie für Spätpubertäre entwickelte.
        Dabei war das Gamplay-Grundgerüst gar nicht mal schlecht.
        Aber eben die auch schon von dir erwähnte Holzhammer-Methode. Kommt eben bei der Mehrheit einfach nicht gut an.
        Wenn 84 Prozent bereits sowas vergleichsweise harmloses wie gendern grundsätzlich ablehnen (jetzt völlig wertungsfrei), wie viele lehnen dann wohl nonbinäre Charaktere in Editoren ab? Das ist keine Minderheit, das ist die über-übergroße Mehrheit.
        Diejenigen, die wirklich lauthals herumschreien, das ist nicht die Mehrheit, da gebe ich dir recht. Aber ich bezweifle den Impact, den diese vergleichsweise kleine Gruppe haben soll. Die schweigende Mehrheit kauft einfach nicht, lässt sich aber nicht darüber aus und bekommt wohl in den meisten Fällen diesen Kulturkampf in den Foren gar nicht mit.
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