Gaming-PCs: Jahres-Stromkosten und Tipps zur Netzteilwahl
Dass starke Gaming-PCs mehr Strom verbrauchen als Spielekonsolen, ist kein Geheimnis. Doch wie genau setzt sich der Strombedarf zusammen? Welche Leistung muss ein Netzteil liefern können? Wie berechnet man seine jährlichen Stromkosten für Gaming und andere PC-Tätigkeiten? Dies alles klären wir in unserem Special und haben zudem Tipps zum Netzteil-Kauf inklusive 20 Modellen in einer Marktübersicht.
Jährliche PC-Stromkosten berechnen
Durch unsere Listen oder auch durch online zu findende Tests könnt ihr den Gesamtbedarf eures PCs bei Last herausfinden. Im Alltag, zum Beispiel beim Surfen oder Musikhören oder gängigen Anwendungen könnt ihr der Einfachheit halber von 100 Watt ausgehen. Nun überlegt euch noch genau, wie viele Stunden ihr pro Tag den PC nutzt und wie viele davon für Gaming anfallen.
In diesem Artikel
Den Wert könnt ihr sicherlich nur schätzen, denn die meisten unter euch spielen zum Beispiel am Wochenende oder auch im Winter mehr als unter der Woche und im Sommer. Den jährlichen Verbrauch könnt ihr nun wie folgt berechnen:
0,365 * Strompreis pro KWh * (Stunden Gaming * Verbrauch Gaming + Stunden Alltag * 100 Watt)
Quelle: PC Games Hardware
Für Borderlands 3 solltet ihr mindestens 30 Spielstunden einrechnen. Auf den Kaufpreis kommen dann bei einem PC, der beim Spielen 300 Watt benötigt, knappe 3 Euro an Stromkosten dazu.
Ihr spielt zum Beispiel im Schnitt jeden Tag zwei Stunden mit einem Verbrauch von 330 Watt und habt den PC für weitere vier Stunden wegen anderer Dinge eingeschaltet, und euer Stromanbieter verlangt 30 Cent pro Kilowattstunde? Dann sind es für euren PC in etwa 0,365 * 0,3 Euro * (2*330 + 4*100), also gut 116 Euro pro Jahr an Stromkosten. Spielt ihr zwei Stunden mehr pro Tag, sind es knappe 190 Euro pro Jahr. Wenn ihr den Strombedarf genauer wissen wollt, dann besorgt euch ein Strommessgerät für die Steckdose, mit dem sich die verbrauchten KWh nachvollziehen lassen, und testet über einen längeren Zeitraum. Wenn ihr für PC, Monitor und Lautsprecher eine Steckerleiste benutzt, dann könnt ihr alle drei Geräte gemeinsam messen, indem ihr den Stecker der Steckerleiste in die Buchse des Strommessgerätes steckt.
Netzteil: Watt braucht man?
Gerade bei der Frage, wie viel Watt ein Netzteil bieten sollte, sind viele, die sich einen PC selbst zusammenstellen oder ihren PC aufrüsten wollen, unsicher. Hersteller von Grafikkarten oder einige Stomberechnungs-Websites nennen lieber eine Wattzahl, die höher als der benötigte Wert ist, damit ein Kunde auf keinen Fall ein zu schwaches Netzteil kauft. Dabei ist es ein wichtiger Faktor, dass Netzteile bei jedem ihrer Bereiche (3,3 Volt, 5 Volt und 12 Volt) eine eigene Maximalleistung haben. Wenn der PC in der Summe nur 350 Watt Strom benötigt, davon aber bei 12 Volt (was bei modernen PCs und vor allem Grafikkarten die wichtigste Spannung ist) 250 Watt, dann muss das Netzteil dies bei 12 Volt auch liefern können. Es nutzt nichts, wenn das Netzteil zwar in der Summe 500 Watt bietet, bei 12 Volt aber maximal 240 Watt bringt.
Quelle: BitFenix
BitFenix Formula Gold-Netzteil
Hinzu kommt, dass bei manchen Billigmodellen Werte für die Nennleistung genutzt werden, die das Netzteil nur theoretisch, aber nicht auf längere Zeit liefern kann. Ein solches Netzteil mit beispielsweise 550 Watt Nennleistung bringt möglicherweise dann, wenn es um eine stabile Dauerversorgung geht, nur 400 Watt. Umgekehrt gehen aber einige seriöse Firmen mit ihren Werten sogar äußerst zurückhaltend um. Eine Firma wie be quiet! definiert die Nennleistung zum Beispiel so, dass es sich um die empfohlene Dauerlast handelt. Für Leistungsspitzen sind aber mehr, teils deutlich mehr Watt möglich, so dass ein 450 Watt-Modell oftmals eher einem 500- oder gar 550-Watt-Netzeil eines Herstellers aus der zweiten Reihe entspricht. Diese Dinge in der Summe erklären, warum manche Hersteller 600 Watt "empfehlen", obwohl ein solides Markenmodell mit 450 Watt völlig ausreichen würde. Auf der folgenden Seite haben wir noch einige letzte Tipps zum Netzteilkauf sowie eine Marktübersicht mit aktuellen Modellen.

So oder so: Die Relevanz der Labels wird IMHO völlig überschätzt. Etliche ordentliche Netzteile bekommen halt nur ganz knapp NICHT mehr als Silber oder Gold, oft sind sie im wichtigen Bereich, in die Nutzer unterwegs sind, einem Titan-Modell aber nicht unterlegen und haben nur wegen zB 2% "zu wenig" Effizienz bei Vollllast, was selbst bei Gamern fast nie vorkommt, nur Golf bekommen. Am Ende sind die Unterschiede in dem Leistungs-Bereich, in dem die Nutzer meist unterwegs sind, sowie die PC-Nutzungszeit pro Tag von einem Silver/Gold zu einem Platin- oder Titan-Netzteil so gering, dass der Aufpreis völliger Nonsense ist. Auch hochmoderne Netzteile, die "nur" Gold oder Silver bieten, sind meist sehr effizient und scheitern nur knapp bei den Label-Anforderungen.
Hinzu kommt, dass die "besten" Labels sowieso nur von Netzeilen mit hoher Nennleistung erreicht werden. Titanium gibt es ausschließlich bei Modellen mit 600W oder mehr ab mindestens 145 Euro - das braucht kein normaler Gamer, der einfach nur eine starke CPU, eine Top-Grafikkarte und ein paar Laufwerke sowie vlt ein paar Lüfter und LED-BlingBling hat und nicht grad JEDEN Tag quasi jede freie Minute zockt. Wer dann trotzdem nur wegen Titanium ein 600W-NT kauft, ist - zurückhaltend gesagt - nicht so clever. Da sind bei Gaming-Last von sagen wir mal 350W dann vielleicht 4% Effizienzunterschied zu einem halb so teuren 500W-Netzteil vorhanden, das sind um die 15 Watt Unterschied. Das heißt FALLS man echt JEDEN Tag 4h bei so einer Last spielt, was dann echt schon extrem wäre für jemanden, der ein normales Leben mit Familie, Beruf/Ausbildung hat, sind es nach 10 Jahren keine 70 Euro Stromersparnis.
Ich finde es schade das da mit keinem wort auf die effizenz eingegangen wird ( oder ich habe es überlesen). viele netzteile aus der älteren generation erreichen erst bei ca. 20% last oder höher eine annehmbare effizienz, wärend z.b. 80 plus titanium den 10% messpunkt verlangt und man da eben auch über 90% sein muss, gerade jemand der sich eine nt kauft mit 600 oder schon nur 500 watt wird im office betrieb nicht mal ansatzweise an einen betriebspunkt vom nt kommen wo es sehr effizient arbeiten kann, das wir noch schlimmer je höher die leistung vom nt im vergleich zur last ist. erst ab 80 plus gold kommt man bei 20% last auf 90% wirkungsgrad. im gleichen atemzug könnte man sagen das es ab titanium auch nahezu egal ist wen das nt 200 watt zu viel hätte, bei 10% last 70 oder 80 watt zu haben schaft fast jeder pc.
ich würde einen artikel in dem die qualität der spannungen etc. schutzschaltungen, preis und effizenz berücksichtigt, deutlich besser finden. quasi wo bekommt man das meiste für sein geld.
die meisten wollen eine gutes nt das nicht zu viel kostet. ich scheine da eher die ausnahme zu sein.
multi rail ist heute kaum mehr ein kriterium ein nt zu kaufen. mit denen hat man genau gleich viel oder wenig probleme wie mit singel rail.
der artikel ist mehr oder weniger ein loblied auf be quiet, die lange zeit gar nichts neues gebracht haben oder immer noch nicht haben, da bin ich nicht auf dem neusten stand, aber ich finde z.b. auch keine titanium modelle.
da gerade neuere hardware mit alten nt platformen probleme haben kann, siehe starke lastwechsel, bin ich mit dem artikel auch nicht wirklich einverstanden.
in deutschland mag be quiet oft verkauft werden, aber im rest der welt ist garantiert seasonic der meist gekaufte hersteller. da corsair, asus, antec, xfx, zum teil evga und mehr im prinzip auch nur seasonic nt's sind.
Corsair hat mit 450-600W zB laut PCGH-Preisvergleich knapp 15 Modelle, und davon nur ein einziges Modell mit mehr als einer 12V-Lane, das Corsair Vengeance 550M, und das gibt es derzeit nur bei einem einzigen Shop. Seasonic hat um die 25 Modelle von 450-600W, davon 2 mit mehr als einer 12V-Lane - eines ist nicht lieferbar, das andere hat nur einen einzigen PCIe-Stecker.
be quiet wiederum hat nun mal eben mehr als 10 lieferbare, passende Modelle - daher dominieren die in der Übersicht. Ich hätte die Kriterien natürlich erweitern können und auch Netzteile mit nur einer 12V-Lane nehmen können. Dann wären es aber nicht 20, sondern weit über 100 Modelle geworden. Da kann ich dann eine Übersicht auch sein lassen und auf Preisvergleichseiten verlinken...
Nebenbei: hätte be quiet den Artikel irgendwie gesponsort, würde es erstens gekennzeichnet werden und zweitens in der Übersicht sowie bei der Bebilderung andere Hersteller tendenziell gar nicht vorkommen. Da evlt. mal nachdenken, bevor man Theorien aufstellt. :]
Sollte es doch passende Modelle von Corsair und Seasonic geben, dann waren meine Quellen fehlerhaft, dann bitte ich dies zu entschuldigen. Ich habe aber, wie beschrieben, einfach nur Modelle herausgesucht, die zu den Soll-Kriterien passen und bei denen das für mich zu erkennen war.
Auch Corsair fehlt. Stattdessen der deutschen meist überschätztes Kind bequiet und ein paar Chinaböller.