Spielen per Cloudgaming: So zockt ihr in der Wolke - Funktionsweise und die wichtigen Anbieter
Per Cloudgaming spielt man moderne Games ohne starken PC - wir erklären Cloudgaming sowie die Fallstricke und stellen die wichtigsten fünf Anbieter vor.
Spiele installiert man normalerweise auf dem heimischen PC, Laptop oder der Spielekonsole. Seit einigen Jahren nutzen aber mehr und mehr Gamer die Option, Spiele per Cloud, also über das Internet zu spielen. Dabei reden wir nicht von simplen Browsergames oder Handyapps, sondern der Option, dass ein PC in der Ferne die Rechenarbeit übernimmt und ihr zu Hause oder auch unterwegs auch neueste PC- oder Konsolen-Games spielen könnt.
Anbieter, die dies ermöglichen, gibt es zwar nicht viele. Aber da drei große Player, nämlich Nvidia, Microsoft und Sony mit im Boot sind, hat Cloudgaming an Relevanz gewonnen. Wir erklären euch in unserem Special, wie Cloudgaming funktioniert und was ihr beachten müsst. Einige technische Dinge können euch nämlich den Spaß am Spielen via Cloud vermasseln. Wir schauen uns zudem auch noch einige Cloudgaming-Anbieter und deren Konzepte sowie auch die LAN-Variante von Steam an.
Spielen über die Wolke
Beim Cloudgaming ist die Quelle eurer Daten (wie bei einer Datencloud) ein Server, den ihr via Internet erreicht. Der große Unterschied zu einer Speichercloud: Es geht beim Cloudgaming nicht um das simple Speichern und Laden von Daten, sondern darum, dass der Server das Spiel mit seiner Hardware selber betreibt und somit die komplette Berechnung der Spielegrafik übernimmt.
Das Ergebnis der berechneten Grafik sendet euch der Cloudgaming-Anbieter als Videostream nach Hause. Damit eure Aktionen im Spiel, die ihr über Eingabegeräte wie Maus, Tastatur, Gamepad, Lenkrad oder auch Joystick durchführt, beim Server und somit beim Spiel ankommen, verwendet ihr eine passende App des Anbieters oder aber spielt technisch gesehen über einen Internetbrowser und die entsprechende Website des Cloudgaming-Anbieters.
Wir konzentrieren uns in unserem Special auf PC-Spiele, aber ganz allgemein können auch Konsolentitel per Cloudgaming zugänglich sein. Was das Endgerät angeht, auf dem ihr am Ende spielt, seid ihr zudem nicht zwingend auf einen Computer oder Laptop angewiesen. Ein Beispiel: Die Xbox Gamepass App gibt es auch für einige Smart TVs - wenn ihr ein Gamepad mit dem Fernseher über Bluetooth verbindet, könnt ihr die Spiele, die in eurem Abomodell des Gamepass für Cloudgaming zur Verfügung stehen, an eurem Fernseher spielen. Zu den einzelnen Diensten kommen wir aber später noch etwas detaillierter.
Quelle: Screenshot Microsoftwebsite
Xbox Game Pass
Geringer Ping ist wichtig
Wichtig für ein sinnvolles Cloudgaming ist eine gute Internetleitung. Dabei geht es weniger um eine besonders hohe Bandbreite, sondern eher um den Ping, also die Verzögerung, mit der ein von euch gesendetes Signal beim Server ankommt, sowie umgekehrt. Eine Mindestbandbreite muss aber freilich gegeben sein, damit die Videodaten, die euch der Cloudgaming-Anbieter zusendet, ruckelfrei übertragen werden können. Selbst bei sehr schnellen Internetleitungen kann aber der Ping so schlecht sein, dass ein sinnvolles Cloudgaming allenfalls bei sehr gemächlich ablaufenden Games möglich ist. Ihr müsst dabei bedenken: Habt ihr einen Ping von beispielsweise 50, also 50ms (Millisekunden), dann braucht es 50ms, bis ein Mausklick, den ihr durchführt, beim Server ankommt.
Aus dieser Aktion werden dann Bilder für das Spiel berechnet, die selbst dann, wenn die Bandbreite für 10 Videostreams in 4K locker ausreichen würde, trotzdem mit einer Verzögerung von erneut 50ms bei euch ankommen. Ihr seht also das Ergebnis eurer Mausaktion bei euch zu Hause erst 100ms später, was ja eine ganze Zehntelsekunde Verzögerung bedeutet. Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig ein guter Ping für Cloudgaming ist. Kompetitive Onlinespiele sind per Cloudgaming daher an sich kaum möglich. Auch andere Internetzugriffe, die in eurem Netzwerk stattfinden, verschlechtern die Cloudgaming-Erfahrung. Dazu kommen wir auf der nächsten Seite.
