Kaby Lake - Leistungsanalyse, Mainboards und Fazit
Die ersten der lange erwarteten Kaby-Lake-CPUs für Intels Sockel 1151 sind nun im Handel zu haben. Wir haben einen Blick auf erste Tests der neuen Prozessoren geworfen, um zu klären, ob die neuen CPUs mehr als nur eine Erweiterung der Produktpalette sind.
Leistungsanalyse
Anhand von Analysen mehrerer Tests, unter anderem auch dem Test zum Core i7-7700K unserer Kollegen der PCGamesHardware, haben wir Durchschnittswerte ermittelt, um die Leistung der Kaby Lake-CPUs einzuordnen. Zwar wurden meist nur ein oder zwei der neuen Modelle getestet, doch die Ergebnisse sind trotzdem hilfreich um einzuordnen, ob die Kaby-Lake-CPUs ein größeres Leistungsplus mitbringen als man auf Basis des Mehrtaktes erwarten würde, oder ob sich das Leistungsplus nur in einem Rahmen bewegt, der durch das Taktplus bereits erklärt werden kann.
In diesem Artikel
In den Tests wurden Spiele unter die Lupe genommen, aber auch Anwendungen. Wir konzentrieren und auf die Spieleleistung: Hierbei wurden je nach Test-Setting Werte ermittelt, die mit einer Auflösung von 1920 mal 1080 Pixeln entstanden - aber auch Werte, die mit einer geringeren Auflösung entstanden sind. Zwar sind diese für die Praxis auf den ersten Blick eher unwichtig, da kaum ein Gamer mit nur 720p (1280 mal 720 Pixel) spielt.
Quelle: MSI
MSI B250M-Pro VDH, ab 85 Euro
Aber da die geringe Auflösung den potentiellen Einfluss der Grafikkarte eindämmt und somit die CPU-Power ein wenig mehr betont, sind auch diese Werte nicht uninteressant. Unsere Kollegen der PCGamesHardware testeten aus diesem Grund bei einer Auflösung von 720p. Was genau kam nun heraus? Wir fassen zusammen: Da die neuen CPUs natürlich vor allem von Hardware-Fans lange erwartet wurden, wurden in den betrachteten Tests die übertaktbaren beiden Modelle Core i5-7600K und Core i7-7700K den beiden Skylake-Pendants Core i5-6600K und Core i7-6700K gegenübergestellt. Bei den beiden Top-CPUs Core i7-7700K und Core i7-6700K zeigt sich bei vielen Tests in Spielen ein Vorsprung von vier Prozent (Full-HD) beziehungsweise sechs Prozent (720p) zugunsten der neuen Generation. Je nach getesteten Games sind auch 10 Prozent und mehr Leistungsplus erkennbar. Da die Kaby-Lake-CPUs mit einem höheren Takt arbeiten, kann man einen großen Teil des Leistungsvorteils mit dem Takt erklären: Der Core i5-7600K hat 5 bis 8,5 Prozent mehr Takt als der Core i5-6600K, und der Core i7-7700K taktet um 7,1 bis 7,7 Prozent höher als der Core i7-6700K. Zudem kann auch der Speichercontroller mit seinem 2.400-Megahertz-Support ein kleines Plus erzeugen. Einen großen technischen Fortschritt vollbringt Intel mit der neuen CPU-Generation zwar nicht, aber es ist ein Vorteil zu erkennen - wichtig ist daher also, wie viel man für das Leistungsplus investieren muss.
Faktor Mainboard und neue Chipsätze
Bevor wir zu einem Fazit zu den Kaby Lake-CPUs kommen, wollen wir noch das Thema Mainboards kurz anreißen. In den letzten Jahren spielten die Mainboards nur eine sehr untergeordnete Rolle, wenn es um die Performance der CPU geht: Kamen neue Mainboards oder Chipsätze für einen bereits vorhandenen Sockel heraus, zeigte sich in der Gesamtleistung kein nennenswerter Unterschied zu älteren Mainboards und Chipsätzen. Beim Sockel 1151 ist es ein wenig anders: Mit Kaby Lake kamen auch neue Chipsätze heraus, unter anderem der Z270-Chipsatz, der in den meisten der analysierten CPU-Tests verwendet wurde.
Quelle: Gigabyte
Gigabyte GA-B250M-D3H, ab 95 Euro
Da einige Testredaktionen zusätzlich auch Mainboards mit älteren Chipsätzen verwendeten, konnte man feststellen, dass die neuen Mainboards durchaus einen Leistungsvorteil einbringen können. Dieser ist zwar nicht hoch, aber erkennbar. Zwei bis drei Prozent Leistungsplus sind durchaus möglich, und zwar auch dann, wenn die verwendete CPU kein Kaby-Lake sondern ein Skylake-Prozessor ist. Damit ist zumindest für den Fall, dass ihr beim Mainboard-Kauf zwischen mehreren Modellen schwankt, ein Mainboard mit einem neuen Chipsatz zu empfehlen. Intel hat vier neue Chipsätze entwickelt: Im Handel spielt der Chipsatz Q270 keine Rolle (nur ein Modell auf dem Markt). Der Chipsatz B250 gilt als Einstiegs-Variante, ihm fehlt aber technisch nichts, was man für einen normalen, leistungsfähigen Gaming-PC vermissen würde. Mit H270 kommt ein etwas höherwertigerer Chipsatz in den Handel. Am meisten Mainboard-Auswahl habt ihr aber aktuell mit dem Übertakter-Chipsatz Z270: Es gibt bereits über 60 gelistete Modelle - Mainboards mit dem Chipsatz B250 und H270 stellen etwa 50 Modelle.
Fazit: Kaufempfehlung oder abwarten?
Was bedeuten diese Ergebnisse aber nun für das Preis-Leistungs-Verhältnis? Man bekommt mit Kaby-Lake mehr Leistung, zahlt aber bei den meisten Modellen auch mehr als für die Skylake-CPUs.
Quelle: Asus
Asus Prime B250M Plus, ab 100 Euro
Die Frage also: Wie hoch ist der Aufpreis jeweils? Dies kann in den nächsten Wochen natürlich stark schwanken - aktuell wäre beispielsweise ein Core i7-7500 eine gute Wahl, da er nicht mehr kostet als der niedriger getaktete Core i5-6500 und günstiger ist als der Core i5-6600, der zwar mehr Turbo-, aber auch weniger Standardtakt bietet (jeweils 0,1 Gigahertz Differenz). Bei den in den Tests näher betrachteten Übertakter-CPUs wiederum ist der Aufpreis jeweils ein wenig höher als der prozentuale Leistungsvorteil, so dass es sich streng gerechnet noch nicht lohnt. Da man auf der anderen Seite aber wiederum bei einer Aufrüstung ohnehin viel Geld in die Hand nimmt, machen 10 bis 20 Euro bei den Core i5-Modellen beziehungsweise 20 bis 30 Euro bei den Core i7-CPUs am Ende aber nicht viel aus, so dass man bedenkenlos zu Kaby Lake greifen kann. Ein anderer Faktor bringt uns aber zu dem Rat, mit dem Kauf doch noch abzuwarten: die Konkurrenz. Denn AMD könnte schon bald neue Prozessoren herausbringen, entsprechende Mainboards für den neuen Sockel AM4 stehen schon in den Startlöchern. Die neuen Ryzen-CPUs sind bereits in Vorführ-PCs in Betrieb gewesen und versprechen eine hohe Leistung. Je nachdem, wie die Preisgestaltung aussehen wird, kann Ryzen die bessere Alternative werden, und selbst treue Intel-Fans sollten warten, da Ryzen bei einem guten Preis-Leistungsverhältnis zu sinkenden Preisen bei Intel führen kann.

Jeder macht mal einen Fehler bzw. verschreibt sich oder überlist etwas bei der Korrektur.
Die Mitarbeiter bei PC Games, sind auch nur Menschen.
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