AMD RX Vega - Strombedarf, aktuelle Marktsituation und Schlussfazit

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Special Antonio Funes - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
AMD RX Vega 64 Limited
Quelle: PC Games Hardware

Wir haben über ein Dutzend Tests der neuen AMD RX Vega 56 und RX Vega 64 unter die Lupe genommen und die Benchmarkergebnisse statistisch zusammengefasst, um die Leistung einschätzen zu können. Außerdem bieten wir Infos zur Technik.

Strombedarf

Vor allem wer viel spielt, sollte auch auf den Strombedarf achten. Aber auch Gelegenheitsspieler haben oft ein ungutes Gefühl, wenn sie wissen, dass sie mit einer anderen Grafikkarte ihr Hobby mit deutlich weniger Strombedarf genießen könnten. Daher könnte der Strombedarf der beiden neuen AMD-Grafikkarten ein Stolperstein sein.

Vor allem wenn man als Nutzer das Powertarget heraufsetzt, also zugunsten von mehr Leistung der Karte erlaubt, viel Strom zu ziehen, steigt der Bedarf enorm an. Doch wir wollen einen Blick auf das werfen, was als Standard vorgesehen ist. Denn auch Nvidia-Grafikkarten genehmigen sich natürlich mehr Strom, wenn sie übertaktet werden oder beim Powertarget ein Auge zudrücken sollen.

AMD RX Vega 64 Limited mit Aluminiumgehäuse Quelle: Sapphire AMD RX Vega 64 Limited mit Aluminiumgehäuse Im IDLE ist der Unterschied zwischen AMDs neuen Grafikkarten und Nvidias Modellen GTX 1080 und GTX 1070 kaum der Rede wert: vier Watt mehr verbrauchen die Vega-Modelle. Beim Videoschauen begnügen sie sich wiederum sogar mit acht Watt weniger Strom als die Konkurrenz von Nvidia. Aber bei der durchschnittlichen Spielelast zeigt sich vor allem die AMD Vega RX 64 sehr stromhungrig: etwa 110 Watt mehr als eine Nvidia GTX 1080 sind hier zu erwarten. Dies sind - wenn man im Durchschnitt jeden Tag eine Stunde spielt - etwa 12 Euro pro Jahr und somit durchaus akzeptabel. Wer aber eher drei oder vier Stunden jeden Tag spielt, ist schnell bei 40 Euro und mehr an jährlichen Zusatzkosten. Die AMD RX Vega 56 ist beim Thema Strombedarf deutlich entspannter und benötigt etwa 50 bis 60 Watt mehr als eine Nvidia GTX 1070 - wer eine Stunde pro Tag spielt, muss also mit nur etwa fünf bis sechs Euro mehr Stromkosten pro Jahr rechnen. Einen weiteren Haken hat der im Vergleich zu Nvidia höhere Strombedarf: es wird bei den Grafikkarten mit Kühllösungen der Partnerhersteller, den Customdesigns, schwieriger werden, die Karten genauso leise zu halten wie es bei einer Nvidia GTX 1070 oder GTX 1080 der Fall ist.

Aktuelle Marktsituation

Derzeit sind in Deutschland nur RX Vega-Varianten mit dem AMD-Referenzdesign zu haben, zudem ist dabei aktuell auch nur die AMD RX Vega 64 lieferbar. Die AMD RX Vega 56 soll noch vor Monatsende erhältlich sein, wobei die Preisempfehlung bei 399 Euro liegt. Allerdings ist die Preisempfehlung mit Vorsicht zu genießen. Denn zum Release war die AMD RX Vega 64 nicht unter 609 Euro zu haben, obwohl die Preisempfehlung für die günstigste Version bei 499 Euro lag. Derzeit gibt es zudem auch nur Varianten mit einem Spielepaket, für die die Onlineshops 649 Euro verlangen. Um die Verwirrung rund um Preisempfehlungen und verfügbare RX Vega-Grafikkarten hatten wir bereits berichtet. Zum anderen könnten aber auch die so genannten Miner die Preise nach oben treiben. Seit etwa Ende Juni sind viele Grafikkarten nur noch schwer zu haben beziehungsweise nur zu Preisen erhältlich, die weit über den Preisen liegen, die noch im Mai üblich waren - dies hatten wir auch Ende Juni schon thematisiert. Der Grund dafür: indem man Rechenpower zur Verfügung stellt, kann man virtuelle Währung kassieren - dies wird bildlich als Abbau dargestellt, daher der Ausdruck Mining, der so viel wie Bergbau bedeutet.

Standardversion der AMD RX Vega 64, die von Gigabyte vertrieben wird. Quelle: Gigabyte Standardversion der AMD RX Vega 64, die von Gigabyte vertrieben wird. Als dann der Kurs der Cryptowährung Ethereum in die Höhe schoss, entpuppten sich einige Grafikkarten aus dem Preisbereich von 180 bis 300 Euro als so effizient, dass die Händlerbestände sich immer schneller leerten und die Preise stark anzogen. Durch den Engpass waren sogar Grafikkarten wie die Nvidia GTX 1070 und GTX 1080 im Preis angestiegen, wobei sich der Preisanstieg bei diesen Grafikkarten inzwischen wieder beruhigt hat. Grafikkarten wie die AMD RX 570 und RX 580 sowie die Nvidia GTX 1060 sind aber immer noch deutlich teurer im Vergleich zum Mai. Dabei spielt nicht unbedingt die Spieleleistung eine Rolle: alle drei genannten Grafikkarten sind zwar im Handel zu finden, aber nicht unter 300 Euro lieferbar. Die AMD RX 570 ist dabei nicht günstiger, obwohl sie in Spielen etwa 15 Prozent langsamer als eine AMD RX 580 oder Nvidia GTX 1060 ist. Da die AMD RX 570 vor Beginn des Mining-Wahns ab 180 Euro zu haben, sind dies satte 50 bis 60 Prozent mehr als noch im Mai. Bei der AMD RX 580 und Nvidia GTX 1060 sind es immerhin noch 20 bis 25 Aufpreis, die man berappen muss.

Doch was hat dies alles mit den AMD RX Vega-Grafikkarten zu tun? Die Antwort ist simpel: beide RX Vega-Modelle eignen sich ebenfalls gut für Mining, zudem optimiert AMD offenbar die Treiber auch hinsichtlich derartiger Einsatzgebiete. Derzeit sind die Preise der AMD RX Vega-Modelle noch zu hoch, als dass sie durch Nutzer, die nur Mining im Sinn haben, aufgekauft werden könnten. Aber je nach dem, was sich bei den Treibern, den Kursen von Cryptowährungen und der allgemeinen ohnehin vorhandenen Nachfrage ergibt, könnten die Preise für die AMD RX Vega-Grafikkarten steigen. Im Falle der AMD RX Vega 56 ist es denkbar es sein, dass AMDs günstige Preisempfehlung von 399 Euro vorerst nur reine Utopie sein wird, falls die Händler durch die Mining-Nachfrage schon zum Verkaufsstart Ende des Monats deutlich mehr verlangen.

AMD RX Vega 64 Limited im Detailfoto Quelle: chiphell.com AMD RX Vega 64 Limited im Detailfoto Aus diesen Gründen bitten wir auch um Verständnis, dass eine Preis-Leistungs-Bewertung der AMD RX Vega-Modelle für uns extrem schwer ist. Trotzdem wollen wir genau dies auch in unserem nun folgenden Fazit beachten.

Schlussfazit

Mit der AMD RX Vega 64 gelingt AMD derzeit kein besonders großer Wurf. Die Leistung ist stark, aber die etwas schnellere Nvidia GTX 1080 gibt es derzeit über 100 Euro günstiger, zudem punktet Nvidia beim Strombedarf merkbar. Sollten die Preise für die AMD RX Vega 64 aber auf die Preisempfehlung von 499 Euro sinken, dann wäre sie durchaus eine gute Alternative zur Nvidia GTX 1080. Einen Punkt darf man hierbei auch nicht vergessen: wer einen Monitor mit moderner Sync-Technik anschaffen will, der zahlt bei G-Sync, was für Nvidia-Grafikkarten nötig ist, merkbar mehr. Monitore mit AMDs Freesync-Technik sind aber im Grunde genommen genau so teuer wie Monitore ganz ohne ein solches Feature. Kommen wir zur AMD RX Vega 56: hier gilt ähnliches wie für den großen Bruder, denn auch die AMD RX Vega 56 wäre dann, wenn man sie für die unverbindliche Preisempfehlung bekommen kann, eine gute Alternative zur Konkurrenz, der Nvidia GTX 1070. Beide Grafikkarten sind etwa gleichstark, aber AMDs Angebot liegt etwa 30 Euro unter der günstigsten Nvidia GTX 1070, und das Thema Stromverbrauch ist bei der AMD RX Vega 56 deutlich entspannter zu sehen. Interessant wird sein, wie die Preise sich vor allem bei der AMD RX Vega 56 entwickeln. Denn insbesondere dann, wenn ihr nur einen Full-HD-Monitor nutzt, würde die AMD RX Vega 56 ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Kostet eine AMD RX Vega 56 um die 400 Euro, und eine AMD RX Vega 64 oder Nvidia GTX 1080 wiederum etwa 100 Euro mehr, so lohnt sich der Aufpreis schon gar nicht mehr. Denn man würde 20 bis 25 Prozent mehr bezahlen für ein Leistungsplus von nur 10 bis 15 Prozent. Somit wäre die AMD RX Vega 56 ein sehr guter Kauf.

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