Happy Burnout: Filmkritik zur berührenden Comedy mit Wotan Wilke Möhring
Ein Burnout hat Andreas Proschka alias Fussel nun wirklich nicht. Woher denn auch? Aber was tut man nicht alles, um Arbeitslosengeld zu bekommen ...
"Kein Bock auf Arbeit" und "I won't change" propagiert der Alt-Punk Fussel. Der von Wotan Wilke Möhring gespielte Schnorrer trickst sich so durch und beschwatzt Frau Linde vom Jobcenter, damit sie ihm Stellenangebote vom Leib hält. Als die Arbeitsvermittler Fussel dennoch aufs Korn nehmen, simuliert er einen Burnout und startet eine stationäre Therapie. In der Anstalt lernt er überarbeitete Menschen kennen und hinterfragt, angeregt durch die Psychologin Alexandra, seinen verantwortungslosen Lebenswandel.
Anfangs nimmt "Happy Burnout" rasch an Fahrt auf, wobei der Ex-Punk und Neu-Old-Shatterhand Möhring die Anti-Establishment-Posen der Hauptfigur gut rüberbringt. Die Thematik rund um den Leistungsdruck in der Arbeitswelt lohnt, doch leider klappert André Erkau etliche Klischees ab. Fussels Mitpatienten bleiben Abziehbilder, die Konflikte verlaufen trivial. Am Ende steht ein humorvoll-dramatischer Wohlfühlfilm, der zum Nachdenken anregt, doch kaum eigene Akzente einbringt.
Fazit
Die (zu) kurzweilige Burnout-Tragikomödie punktet mit einem gut aufgelegten Wotan Wilke Möhring als unverfrorenem Alt-Punk.
