Halo: Campaign Evolved sieht fantastisch aus - Bungie-Veteran schlägt deshalb Alarm
Die ersten Szenen aus Halo: Campaign Evolved sehen beeindruckend aus. Doch ausgerechnet ein ehemaliger Bungie-Entwickler warnt vor einer Änderung, die viele Fans zunächst begrüßen dürften.
Die ersten Spielszenen zu Halo: Campaign Evolved haben viele Fans vor allem wegen der modernen Grafik beeindruckt. Ein ehemaliger Bungie-Entwickler sieht darin allerdings auch eine Gefahr. Aus seiner Sicht könnte die Neuauflage ausgerechnet eine der größten Stärken des Originals verlieren, und das könnte sich auch für die beiden Remakes von Halo 2 und 3 durchziehen, über die ein Insider berichtet hat.
Halo: Ehemaliger Bungie-Entwickler sieht großes Problem beim Remake von Halo: Combat Evolved
Im Mint-Blitz-Podcast hat sich Niles Sankey zur kommenden Neuauflage von Halo: Combat Evolved geäußert. Der ehemalige Design-Lead arbeitete von 2006 bis 2015 bei Bungie und kennt die Reihe aus nächster Nähe. Zwar ist er nicht an der Entwicklung des Remakes beteiligt, die bisher gezeigten Spielszenen haben bei ihm aber einen gemischten Eindruck hinterlassen. Vor allem die deutlich höhere Detaildichte sorgt bei ihm für Zweifel.
Sankey macht deutlich, dass Halo: Campaign Evolved optisch sehr gut aussieht. Gleichzeitig steht er modernen AAA-Produktionen mit extrem detaillierten Umgebungen eher kritisch gegenüber. Seiner Meinung nach leidet darunter oft die Übersicht auf dem Schlachtfeld. Spieler können Gegner, Wege und wichtige Orientierungspunkte nicht mehr so schnell erkennen wie in älteren Shootern.
"Ich bin einfach kein großer Fan von modernen AAA-Grafiken mit all den schicken Unreal-Effekten."
Als Beispiel für positive Ausnahmen nennt Sankey Arc Raiders, das trotz seiner aufwendigen Darstellung hervorragend aussehe. Grundsätzlich bevorzuge er jedoch Spielwelten, in denen ihr auf einen Blick erkennen könnt, was um euch herum passiert.
Zu viele Details könnten Halo: Campaign Evolved im Weg stehen
Besonders das erste Halo gilt für Sankey als positives Beispiel dafür, wie technische Einschränkungen einem Spiel sogar helfen können.
"Eine Sache, die Halo und besonders Halo 1 großartig gemacht haben, war die Lesbarkeit des Schlachtfelds. Man konnte Gegner klar erkennen. Man konnte seine Wege klar erkennen. Die Einschränkungen haben das Spiel meiner Meinung nach sogar stärker gemacht, weil nicht überall Vegetation und Details herumstanden."
Für ihn steht dabei das eigentliche Gameplay im Mittelpunkt.
"Es ist zuerst einmal ein Spiel. Man muss sehen können, wo die Gegner sind. Man muss erkennen können, welche Wege und Routen man hat. Genau das macht Spaß."
Anschließend kritisiert er eine Entwicklung, die seiner Ansicht nach viele moderne Spiele betrifft.
"Ich habe manchmal das Gefühl, dass Unternehmen das übersehen und einfach nur die bestmögliche Grafik erreichen wollen, ohne die Konsequenzen dieser aufwendigen Grafik zu bedenken."
Ob Halo Studios das Problem lösen kann, zeigt sich erst zum Release
Sankey betont gleichzeitig, dass seine Einschätzung ausschließlich auf den bisher veröffentlichten Spielszenen basiert. Informationen aus der Entwicklung selbst liegen ihm nicht vor. Trotz seiner Kritik geht er davon aus, dass die Entwickler bei Halo Studios das Thema auf dem Schirm haben. Er hofft, dass das Team die moderne Grafik mit der klaren Übersicht verbindet, für die Halo: Combat Evolved bis heute bekannt ist.
Zudem ist er mit seinen Bedenken nicht alleine, denn auch in den Kommentaren des Podcasts erklären Fans, dass in den bislang gezeigten Szenen einige Gegner deutlich stärker mit ihrer Umgebung verschmelzen und weniger sichtbar sind als im Original. Ob sich dieser Eindruck im fertigen Spiel bestätigt, werden Halo-Fans erst zum Release von Halo: Campaign Evolved herausfinden.
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