Guitar Hero und Co.: Wie Plastik-Instrumente die Musikindustrie auf den Kopf stellen
"Das Einkommen durch Videospiele kann durchaus respektabel sein", sagt Paul Menes, Anwalt für Unterhaltungs- und neue Medien, über dessen Schreibtisch bereits einige Verhandlungsdokumente zwischen Musikindustrie und Spieleherstellern schlitterten. "Die enormen Verkaufszahlen zeigen, dass der Rubel rollt. Und die Plattenfirmen wollen beteiligt werden.
Zu Recht? Ja, meint Alex Hackford, und argumentiert mit Abhängigkeit "Diese Spiele könnten ohne die Musik nicht existieren. Die Künstler verdienen es, am Umsatz beteiligt zu sein."
Werbung für Rockband: Musik als interaktives Medium.
Offensichtlich reicht es den Musikgiganten nicht mehr, ausschließlich von besseren CD-Verkäufen im ohnehin sinkenden Markt zu profitieren. Sie haben allen Grund dazu, denn auf lange Sicht stellt sich die Frage: Avanciert Musik zunehmend vom passiven Unterhaltungsmedium zu einem Interaktionsprodukt, an dem der Kunde sich aktiv beteiligt?
Zurzeit kosten herunterladbare Songs für Guitar Hero und Rock Band knapp zwei Euro, Songpakete (bestehend aus drei Liedern) schlagen mit rund sechs Euro zu Buche (für das selbe Geld bekommen Sie bei Online-Anbietern wie nowdio oder iTunes ganze Alben). Ein stattlicher Preis, schließlich kann man die Lieder weder auf einen MP3-Player kopieren, noch auf eine CD brennen oder am PC hören. Die Download-Zahlen allerdings sprechen für sich: Mehr als fünf Millionen Songs wurden bereits für Guitar Hero heruntergeladen, für Rock Band sogar mehr als 15 Millionen.
Guitar Hero 3: Legends of Rock
Der Musikfan ist also gewillt, sein Geld in das neue Medium zu investieren. Die Musikindustrie fürchtet derweil um die alten: "Es gibt keinen eindeutigen Weg mehr, wie man die Musik zum Konsumenten, bzw. den Konsumenten zur Musik bringt", so Paul DeGooyer, MTV Senior Vice President of Electronic Games and Music. "Die Menschen ausschließlich in Musikläden zu locken, funktioniert heute nicht mehr. Dieses Geschäftsmodell ist überholt."
Eine spannende Entwicklung liegt vor uns, die auf lange Sicht wohl eine Antwort auf die Frage geben wird, welches Medium, CD, Online-Angebot oder Musikspiel, nachhaltig in der Gunst des Kunden stehen wird. Ein Kampf der großen Drei, ausgelöst durch eine Plastikgitarre, mit fünf bunten Knöpfen am einen Ende, und einem großen Kippschalter am anderen.

Zwar sehe ich immer gerne neue Ideen, allerdings denke ich, dass professionelle Musik einfach da sein sollte um Musik zu sein. Es sollte Acht auf gut zu einander passenden Harmonien gelegt werden und nicht auf irgendwelche (pseudo-)tiefsinnigen Texte.
Ich frage mich ja immer noch, warum so viele von diesem "Guitar Hero & Co." so fasziniert sind. Dieses Drücken von 4 verschiedenen Tasten auf einem überteuerten großen Controller in der Form einer Gitarre kommt doch nicht mal dem nahe, was es bedeutet in einer Band wirklich Gitarre oder ein anderes Instrument zu spielen.
Meine Gitarrenschüler kommen übrigens nicht im Traum auf die Idee, ihre schöne echte Gitarre mit diesem Plastikmüll zu tauschen.
Wer hat schon Lust seine Freundin im Bett durch eine Gummipuppe zu ersetzen??
Interessant find ich auch, dass bei Ballerspielen alle sagen, dass ja jeder Spieler zwischen Spiel und Realität unterscheiden kann und hier kommen auf einmal ganz viele Leute die diese Unterscheidung bei Rythmusspielen nicht machen können :P
Also ich spiele lieber auf meiner echten Fender USA Strat. Ist noch eine der letzten tatsächlichen USA Modelle, nicht der China-Mist von heute.
Meine Gitarrenschüler kommen übrigens nicht im Traum auf die Idee, ihre schöne echte Gitarre mit diesem Plastikmüll zu tauschen.
Wer hat schon Lust seine Freundin im Bett durch eine Gummipuppe zu ersetzen??
Spiel gerade RockBand mit einem Kumpel. Macht extrem Laune und kann die im Artikel besprochenen Merkamle der Plattenverkäufe an mir selbst erkennen.
Ich denke, dass die Grenzen noch weiter verschwimmen könnten. Bsp:
Das Guitar Hero Worldtour Drumkit schließe ich an den USB-Port meines PCs an, starte CuBase und spiele mit eben diesem Gerät als Midicontroler meine Drumlines über BFD ein. Supergeil. Denn "echte " Midi-Drumkits oder Studioaufnahmen von "natural" Drums sind recht teuer und wenns taugt, wär das GHWT-Teil ne echte Alternative, zumal man sogar ein zweites Pedal anschließen können soll...
Ein Hoch auf die Double-Bass!!!
\m/