Für den unbekannten Hund
Quelle: Senator
Bastian (Lukas Steltner) begibt sich nach einem Mord auf die Walz.
Betonbauer Bastian hat einen Mord auf dem Gewissen. An einer Tankstelle in Mecklenburg hat er einen Stadtstreicher umgebracht - einfach so. Weil er sich von seinem Kumpel Maik, dem einzigen Tatzeugen, nicht länger erpressen lassen will, schließt sich Bastian einer Gruppe Wandergesellen an. Drei Jahre und einen Tag - so lange wird der Handwerksgeselle unterwegs sein, ohne sich seinem Heimatort nähern zu dürfen. Die Walz scheint Bastians Probleme auf einen Schlag zu lösen. Doch als er seinen Tippelbruder, den Steinmetz Festus, näher kennenlernt, tauchen die Geister der Vergangenheit wieder auf.
Vier Jahre ihres Lebens steckten die Brüder Dominik und Benjamin Reding in ihr Herzensprojekt, das hohe Erwartungen erfüllen muss. 1999 erregten die beiden mit ihrem Erstling, dem Skinhead-Drama Oi! Warning, weltweites Aufsehen und wurden mit Kritikerlorbeeren überhäuft. Ihr neues Projekt, ein ambitioniertes Roadmovie, besticht vor allem durch seine außergewöhnliche, kühle Bildsprache, die einen unwillkürlich in den Bann zieht. Viele Darsteller, auch der Rapper Ferris MC, der Festus seinen Charakterkopf leiht, sind Laien. Das zeigt sich bisweilen an ihrem zu theatralischen Spiel. Dafür werfen die Newcomer aber umso mehr Echtheit und Emotion in die Waagschale.
(Elke Eckert)
Quelle: Senator
Bastians Tippelbruder Festus (Sascha Reimann, r.) bringt alte Erinnerungen wieder hoch.
