Feinde - Hostiles: Filmrezension zum neuen knallharten Western
Ein actiongeladener Western der Neuzeit, nach Donald E. Stewarts lange verschollenem Skript, das per Zufall an die Oberfläche gelangte. Der Ehegattin des 1999 verstorbenen Drehbuchautors fiel das verstaubte Schriftwerk bei einem Umzug in die Hände, welches sie an den Filmemacher Scott Cooper "Crazy Heart" (2009) weiterreichte, der daraus einen knallharten, hochkarätig besetzten Western mit eindrucksvollen Bildern geschaffen hat.
Im Jahr 1892 erhält der Nordstaatenoffizier Joseph J. Blocker den Befehl, den sterbenskranken Cheyenne-Häuptling Yellow Hawk von New Mexico nach Montana zu eskortieren. Blocker führt den Auftrag nur widerwillig aus, da ihn blutige Schlachten mit dem Indianer verbinden. Unterwegs stößt die traumatisierte Rosalie zum Trek, die ihre Familie an die Comanche verloren hat. Als klassisch arrangierter Spätwestern zeigt "Feinde - Hostiles" (jetzt kaufen 6,97 € ) den alten Westen in einer Umbruchszeit, in der Revolverhelden zum alten Eisen gehören. Das betrifft den vor der Pension stehenden Blocker ebenso wie den todgeweihten Yellow Hawk.
Der "Crazy Heart"-Regisseur Scott Cooper inszeniert den melancholischen Stoff sehr ruhig und ökonomisch, aber durchgängig spannend, mit Abblenden, einem dezenten Score und weiten Landschaften. Thematisch kreist die Story um Gewalt, Hass und Vergebung und stellt das Schicksal der Indianer kritisch dar. Abgerundet wird das Werk durch die differenzierten Auftritte von Christian Bale, Rosamund Pike und Timothée Chalamet aus "Call Me by Your Name".
FAZIT:
Auf den Punkt inszenierter und packend gespielter Spätwestern mit kritischen Anklängen an die Vertreibung der Indianer.
