Fallout 76 zeigt, dass MMOs das reale Leben wohl nie imitieren können
Werden MMORPGs irgendwann mal eine Art virtuelles, zweites Leben ermöglichen, das sich kaum von der Wirklichkeit unterscheiden lässt? Bethesdas Fallout 76 zeigt, dass dies wohl nie eintritt.
In Star Trek: The Next Generation gab es das Holodeck, bei dem das Spiel im Grunde nicht mehr von der Realität zu unterscheiden war. Mit Virtual-Reality-Headsets nähern wir uns dieser Zukunft an. Doch wie Fallout 76 zeigt, wird die virtuelle Realität wohl nie die "echte" Wirklichkeit imitieren können.
NPCs in MMOs
Vermutlich ist es irgendwann in der - vielleicht nicht allzu fernen - Zukunft möglich, eine KI zu entwickeln, welche sich "lebensecht" verhält. Doch eine solche KI kommt dann vermutlich nicht in einem MMO zum Einsatz. Das liegt aber daran, dass sie überhaupt nicht erwünscht ist.
In Fallout 76 (jetzt kaufen / 35,99 € ) ist es möglich, eine Atombombe auf NPC-Siedlungen zu werfen. Die Nichtspieler-Charaktere interessiert dies aber nicht wirklich - außer, dass sie kurze Zeit mit Strahlenschutzanzügen herumlaufen. Würde die Atombombe die NPCs und ihre Stadt auslöschen, dann wäre es anderen Spielern nicht mehr möglich, dort nach Quests zu fragen oder einzukaufen. Dies alleine zeigt, dass ein realitätsnahes Verhalten von NPCs in einem Onlinespiel nicht funktionieren kann.
Alleine der Umstand, dass NPCs ihren angestammten Ort verlassen und vielleicht einem komplexen Tagesablauf nachgehen oder in der Welt herumreisen, ist im Grunde schon problematisch. Der Tod eines NPCs ist eigentlich unmöglich (wenn man das Phasing-System von The Elder Scrolls Online ausklammert). NPCs, die einen Zweck erfüllen, sei es als Questgeber oder als Händler, müssen im Grunde mehr oder weniger statische Roboter bleiben, damit jeder Spieler sie "nutzen" kann.
Fallout 76 zeigt einfach extrem deutlich, dass wir wohl nie mit einer Art Online-Lebenssimulation rechnen können, in der NPCs eine Rolle spielen und sich möglichst natürlich verhalten. Sollten wir mal so ein Spiel bekommen, dann mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne NPCs. Dann wäre dies eine virtuelle Sandbox-Welt, in der sich nur menschliche Spieler aufhalten. Oder wir akzeptieren den Umstand, dass wir Nichtspieler-Charaktere bekommen, die sich eben nicht natürlich verhalten, wodurch das Spiel dann aber das reale Leben nicht wirklich imitieren würde.

Sicher, man kann dann nicht Jahraus, jahrein jedem neuen Char die selbe Story mit den selben NPCs präsentieren wie zB in WOW, aber das muß man ja auch nicht.
Dann gibt's da halt keine Siedlung mehr, man geht da nicht ohne Schutzkleidung hin - dafür gibt's dort vielleicht im Vergleich zu anderen Stellen besonderen Loot oder auch das Gegenteil - wenioger Überfälle, weil sich weniger Bösewichte in die Zome trauen etc
Das Problem für ein realistische MMO sehe ich am komplett anderen Ende - oder will wirklich jemand warten, bis die Orks wieder Nachwuchs gezeugt und ~20 Jahre lang aufgezogen haben, während man in Echtzeit darauf wartet, daß diese als Respawn endlich ankommen?
- welche Qualifikation hast DU / ICH, zB den Nutzen einer Maske zu beurteilen?
- welche Qualifikation hat hingegen jemand, dessen fucking Beruf es ist, sich damit auseinanderzusetzen und der sich Dutzende Wochenstunden mit entspreechenden Themen beschäftigt - und nebenbei auch noch in dem Bereich eine umfangreiche Ausbildung genossen hat?
Das ist keine "-hörigkeit" oder "Hysterie" und da wird auch nichts "angebetet", es ist einfach gesunder Menschenverstand, sich auf Leute zu verlassen, die mehr Ahnung von einem Thema haben als man selbst.
Ich frag ja auch nicht den Bäcker beim Brötchenkauf, was er mir gegen die Fußschmerzen empfehlen würde. :B
Star Trek war ja schon alt als ich noch jung war. Die in Serie gegossene Vision einer Welt, in der der Geist über die Niederungen des menschlichen Daseins trimumphiert hat und alle in Menschen in Strampelanzügen (errinnert an Nordkorea nur bunter) einer Sternenflotte (hat was von der US Army, die Kombination von beiden erzeugt Reizdarm) das Weltall unsicher machen. Oder das Holodeck.
Und daher (Holodeck, aber auch aus dem Cyberpunk, dort wird es Matrix genannt) speißen wir ja unsere Wünsche einer virtuellen Realität, das ist ein großes Vorbild. Aber mittlerweile ist es unwahrscheinlich, daß der Mensch jemals eine komplexe KI programmieren kann, welche erstmal im Kleinen die kleinen Dinge übernimmt, geschweige denn im Großen das Seinige.
Der Mensch als das Maß aller komplexen Dinge und nicht übertreffbar. Diese Erkenntnis erschüttert ja auch den kleinen Geist, welcher zwanghaft daran glaubt, daß sich immer alles weiterentwickle. Als Gegenbeispiel könnten wir Gamer die Grafik anführen. Was für Sprünge waren da von 1990-2015. Und die letzten paar Jahre? Wenig neues, mag man feststellen.