Fallout 76, Bethesda und Stockholm-Syndrom: Irgendwo zwischen Nostalgie und Trennungsangst

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Kolumne Antonia Dreßler - Autorin Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Fallout 76, Bethesda und Stockholm-Syndrom: Irgendwo zwischen Nostalgie und Trennungsangst
Quelle: PC Games

Der Ruf von Bethesda ist nicht der allerbeste, aber es gibt mehrere Gründe, warum das Studio trotzdem immer zu meinen Lieblingen gehören wird.

Ich weiß nicht, was mich so in Bethesdas Bann hält, dass ich einfach nicht von dem Spiele-Publisher loskomme. Dabei höre und lese ich in regelmäßigen Abständen, dass das amerikanische Studio schon lange ein Schatten seiner selbst sei. Es mache nicht das, was sich die Spieler wünschen, und es stünde außerdem für komplett verbuggte Spiele und viel zu lineare Quests, die nur den Anschein von echter Entscheidungsfreiheit wecken.

Und wie jeder Bethesda-Fan will, und kann ich nicht leugnen, dass alle diese Argumente einen Funken Wahrheit in sich tragen. Aber gleichzeitig war keiner dieser Punkte jemals so schlimm, dass sie mir das Spielerlebnis versauert hätten. Andersherum gibt es nur wenige Bethesda-Spiele, die ich überhaupt nicht mag, was sicherlich auch damit zusammenhängt, dass in den vergangenen Jahren nicht so wahnsinnig viele von ihnen erschienen ist.

Doch selbst die unbeliebten Spiele, die rauskamen, fand ich nicht schlecht. Ja sogar das teils immer noch verschriene Fallout 76 habe ich gespielt und hatte meinen Spaß. Dazu muss ich sagen, dass ich den Katastrophenstart des Online-Rollenspiels glücklicherweise verpasst hatte und erst mit dem ersten größeren Update eingestiegen bin, als menschliche NPCs ihren Weg ins Ödland gefunden hatten.

Endlich Bethesda im Multiplayer

Seitdem habe ich einige Stunden mit Fallout 76 (jetzt kaufen / 35,99 € ) verbracht und immer meinen Spaß, sowohl wenn ich allein gespielt habe als auch im Koop. Was ich am Online-Fallout so schätze, ist, dass es mir genau das bietet, was ich mir immer von Bethesda gewünscht habe: eines ihrer Spieleuniversen, aber mit Mehrspielermodus.

Gut, eigentlich hatte ich mich damit immer auf The Elder Scrolls bezogen, denn immerhin sind Drachen viel cooler als mutierte Eidechsen. Ein Wunsch, der mit The Elder Scrolls Online mehr oder weniger in Erfüllung ging. Denn TESO hat mit Morrowind, Oblivion und Skyrim nur die Welt gemein, während sich das Kampf- und das Quest-System grundlegend unterscheiden. Während ich solche MMO-Mechaniken zwar mag, finde ich Fallout 76 aber gerade deswegen gut, weil es nicht in diese Fußstapfen tritt, sondern etwas ganz Eigenes probiert.

Khajiit hält magische Vase in The Elder Scrolls Online Quelle: Zenimax Insgesamt fühlt sich das Fallout im Online-Format auch viel mehr nach Bethesda an als TESO. Ja, die Welt ist kantig und könnte an einigen Stellen noch Feinschliff vertragen. Und ja, manchmal passieren komische Dinge, von denen man sich nicht sicher sein kann, ob sie nun Bug oder Feature sind. Aber gleichzeitig lässt mir das Spiel so viel Freiraum, dass ich die wilden Mechaniken auch zu meinen Gunsten nutzen kann. Dabei kommt zum Beispiel ein Build heraus, wie ihn mein Kollege Stefan spielt und mit dem er quasi unsichtbar durch das Ödland streift und Gegnern sogar ins Gesicht boxen kann, ohne gesehen zu werden.

Ergibt das hundertprozentig Sinn und ist perfekt immersiv? Nein, aber am Ende belohnt mich das Spiel dafür, kreativ zu sein und Dinge auszuprobieren, die in anderen Spielen gar nicht funktionieren würden. Aber auch abseits der Spielmechaniken, hat die Spielwelt Appalachia einiges zu bieten. Immerhin ist sie Teil eines der spannendsten Videospieluniversen, die es gibt. Die Lore von Fallout ist gefühlt unerschöpflich und genauso kreativ wie düster.

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    • Kommentare (3)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Waldek777 Anfänger/in
        Ich habe durch die grandiose Fallout-TV-Serie wieder Lust auf Fallout bekommen. Fallout 4 hatte ich zweimal durch. Die älteren Teile kann man sich nicht mehr ansehen, also habe ich Fallout 76 wieder eine Chance gegeben. Und es nicht bereut. Bis Kingdom Come Deliverance 2 rauskommt und mich mit einer hübscheren Open World und besseren Animationen abholt, tut es auch ein Fallout 76. Es spielt sich inzwischen ganz ähnlich wie Fallout 4 und wer da seinen Spaß hatte, wird auch hier Spaß haben. Fallout 76 gefällt mir auch besser als TESO, TESO ist mir bei den Quests viel zu einfach, ich bin da in jeder Hinsicht unterfordert. Bei Fallout 76 finde ich zum Beispiel gut, dass Gegner mitleveln, somit ist immer eine Herausforderung da. Fallout 76 gefällt mir auch besser als Starfield, aber Starfield fand ich ja auch richtig schlecht. Es werden 2025 ganz viele neue Spiele, gerade im RPG-Bereich rauskommen, wie KCD 2, Fable, Gothic Remake, bis dahin werde ich die Hauptquests von Fallout 76 durchhaben und das Spiel wird seinen Zweck erfüllt haben. Das Spiel könnte halt besser aussehen, aber es ist auf jeden Fall besser als sein Ruf.

        Aber Bethesda sollte mit der Zeit gehen und in Zukunft mehr auf die Inszenierung achten. Die sollten sich mal angucken, wie CD Projekt Red das macht zum Beispiel. Oder Rockstar Games. Die arbeiten auch wie Bethesda nicht mit vorgerenderten Cut Scenes. Da kann man sehen, was technisch und erzählerisch alles möglich ist und was alles von Bethesda auch nicht genutzt wird. Fallout 76 ist okay für ein Spiel aus den 10ern. Aber in Zukunft erwarte ich von Bethesda schon einen Schritt nach vorne. Also, ich finde schon, dass Bethesda sich auf Lorbeeren aus der Vergangenheit ausruht und ich finde, dass Kritik angebracht ist und laut vorgetragen werden sollte, damit man den Todd Howard vielleicht wachrüttelt und wir auch in Zukunft gute Spiele von Bethesda bekommen und die Spieleschmiede nicht untergeht.
      • Von Waldek777 Anfänger/in
        Ich habe durch die grandiose Fallout-TV-Serie wieder Lust auf Fallout bekommen. Fallout 4 hatte ich zweimal durch. Die älteren Teile kann man sich nicht mehr ansehen, also habe ich Fallout 76 wieder eine Chance gegeben. Und es nicht bereut. Bis Kingdom Come Deliverance 2 rauskommt und mich mit einer hübscheren Open World und besseren Animationen abholt, tut es auch ein Fallout 76. Es spielt sich inzwischen ganz ähnlich wie Fallout 4 und wer da seinen Spaß hatte, wird auch hier Spaß haben. Fallout 76 gefällt mir auch besser als TESO, TESO ist mir bei den Quests viel zu einfach, ich bin da in jeder Hinsicht unterfordert. Bei Fallout 76 finde ich zum Beispiel gut, dass Gegner mitleveln, somit ist immer eine Herausforderung da. Fallout 76 gefällt mir auch besser als Starfield, aber Starfield fand ich ja auch richtig schlecht. Es werden 2025 ganz viele neue Spiele, gerade im RPG-Bereich rauskommen, wie KCD 2, Fable, Gothic Remake, bis dahin werde ich die Hauptquests von Fallout 76 durchhaben und das Spiel wird seinen Zweck erfüllt haben. Das Spiel könnte halt besser aussehen, aber es ist auf jeden Fall besser als sein Ruf.

        Aber Bethesda sollte mit der Zeit gehen und in Zukunft mehr auf die Inszenierung achten. Die sollten sich mal angucken, wie CD Projekt Red das macht zum Beispiel. Oder Rockstar Games. Die arbeiten auch wie Bethesda nicht mit vorgerenderten Cut Scenes. Da kann man sehen, was technisch und erzählerisch alles möglich ist und was alles von Bethesda auch nicht genutzt wird. Fallout 76 ist okay für ein Spiel aus den 10ern. Aber in Zukunft erwarte ich von Bethesda schon einen Schritt nach vorne. Also, ich finde schon, dass Bethesda sich auf Lorbeeren aus der Vergangenheit ausruht und ich finde, dass Kritik angebracht ist und laut vorgetragen werden sollte, damit man den Todd Howard vielleicht wachrüttelt und wir auch in Zukunft gute Spiele von Bethesda bekommen und die Spieleschmiede nicht untergeht.
      • Von MaTe84 NPC
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        Mir war aber nie wirklich klar warum ich diese teilweise stark verbuggten Welten sooo Liebe..
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von TheBadWolf Hobby-Spieler/in
        Super Artikel. Geht mir mit Bethesda ähnlich. Dank Deinem Artikel werde ich am Wochenende wieder mal Fallout 76 Spielen. Was mann Bethesda auch echt hochhalten muss, trotz sehr holprigen Start sind sie dran geblieben und haben F76 zu einem außergewöhnlichem Online Game gemacht das heute noch mit DLCs versorgt wird. Ein Starfield Online währe für mich sehr interessant.
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