Fallout 76, Bethesda und Stockholm-Syndrom

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Kolumne Antonia Dreßler - Autorin Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Fallout 76, Bethesda und Stockholm-Syndrom
Quelle: PC Games

Der Ruf von Bethesda ist nicht der allerbeste, aber es gibt mehrere Gründe, warum das Studio trotzdem immer zu meinen Lieblingen gehören wird.

Eine Lore, so tief, in der kann man baden

Ich bin mehr als einmal in das Rabbithole des Fallout-Wikis gefallen und habe mir sämtliche Einträge aller Charakteraus den ersten Teilen durchgelesen. Ein andermal habe ich stundenlang über den Mottenmann recherchiert, ein Monster, das angeblich sein Unwesen im realen West Virginia treibt. Darauf gekommen bin ich, weil es einen Event in Fallout 76 mit der namensgebenden Kreatur gibt. Einen Event, den ich öfter gespielt habe, als ich zugeben mag, nur weil ich wusste, dass am Ende die sagenumwobende Kreatur auftaucht, die mich mega fasziniert hat.

Ein weiteres Lebewesen, das es so nur in Fallout gibt, sind Ghule. Die sind teils wilde, zombieähnliche Gegner, die einem extrem aggressiv an die Kehle springen wollen und teils sind es hunderte Jahre alte, intelligente Abenteurer, die uns etwas über das Leben beibringen können.

Ghul mit Gewehr über der Schulter und Sonnenbrille auf in Fallout 76 Quelle: Bethesda Die entsprechende Fallout-Wiki-Seite zu Ghulen ist ewig lang und behandelt jede einzelne Kleinigkeit, die es über die Mutanten zu wissen gibt. Ein letztes großes Seiten-Update gab es erst, nachdem mit der Fallout-Serie der Ghul-Hype richtig ausgebrochen war. Aber kein Wunder nach der grandiosen Leistung von Schauspieler Walton Goggins, der die Rolle des charmanten Ghuls Howard Coopers spielt.

Mit Blick auf den Erfolg der Serie und Fan-Favorit Cooper kommt die aktuelle Neuerung in Fallout 76 nicht überraschend. Mit dem aktuellen Update ist es endlich möglich, selbst einen Ghul zu spielen. Das tatsächlich einzig Überraschende an dem neuen Inhalt ist, dass er erst so spät nach dem Start der Serie kommt. Meine Vermutung ist, dass die Entwickler nicht mit dem riesigen Erfolg der Serie gerechnet hatten. Offiziell hat man mir bei Bethesda gesagt, dass der Ghul-Content schon länger geplant und es eher ein Zufall war, dass die Fallout-76-Entwickler und die Macher der Serie gleichzeitig eine ähnliche Thematik in den Mittelpunkt gerückt hatten.

Wie die Mechanik funktioniert, selbst einen Ghul spielen zu können, und was mit dem Ghulsein einhergeht, habe ich hier zusammengefasst .

Immersion trifft Nostalgie

Was natürlich auch mit dem neuen Update einhergeht, sind mehr Hintergrundgeschichten zur Welt und neue, abgedrehte Storys, die mich in ihren Bann ziehen. Das ist nämlich die große Stärke von Bethesda und nicht etwas ihre hauseigene Engine, die oft veraltet wirkt und das daraus resultierende angerostete Gameplay.

Verkommener Vergnügungspark in Fallout 76 Quelle: Bethesda Das Studio kreiert dafür aber Welten, die so tiefgründig und komplex sind, dass man sich Tage und Wochen darin verlieren kann. Und es füllt diese Welten mit Lore, die sie glaubwürdig und unfassbar interessant machen. Das haben die Entwickler bereits mit The Elder Scrolls bewiesen. In den Spielen der Reihe existiert etwa eine mehrschichtige Religion, die auf unverbrauchten Konzepten basiert und die sich durch sämtliche Handlungsstränge und sogar Gameplay-Mechaniken zieht.

Und diese Tiefgründigkeit schafft Bethesda eben auch mit Fallout. Egal, ob es um die Erschaffung der Supermutanten geht, oder ikonische Charaktere wie den Meister geht, dessen Hirn mit einem Computer verschmolzen ist. Wenn ich daran zurückdenke, wie ich den Schurken das erste Mal in Fallout gesehen habe und ich zwischen Ekel und Faszination stand, läuft mir immer noch ein Schauer über den Rücken.

Und gerade, wenn ich an solche Dinge zurückdenke, ist es mir fast egal, ob Bethesda jemals die Fehler ausbügeln wird, die sie seit über 20 Jahren in jedem Spiel immer wieder auftauchen. Zumindest so lange sie dafür den Geist ihrer Spiele bewahren. Denn am Ende ist es die einzigartige Gestaltung der Bethesda-Spiele, die mich an das Studio fesselt und die den Entwickler immer von anderen Studios unterscheiden wird.

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    • Kommentare (3)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Waldek777 Anfänger/in
        Ich habe durch die grandiose Fallout-TV-Serie wieder Lust auf Fallout bekommen. Fallout 4 hatte ich zweimal durch. Die älteren Teile kann man sich nicht mehr ansehen, also habe ich Fallout 76 wieder eine Chance gegeben. Und es nicht bereut. Bis Kingdom Come Deliverance 2 rauskommt und mich mit einer hübscheren Open World und besseren Animationen abholt, tut es auch ein Fallout 76. Es spielt sich inzwischen ganz ähnlich wie Fallout 4 und wer da seinen Spaß hatte, wird auch hier Spaß haben. Fallout 76 gefällt mir auch besser als TESO, TESO ist mir bei den Quests viel zu einfach, ich bin da in jeder Hinsicht unterfordert. Bei Fallout 76 finde ich zum Beispiel gut, dass Gegner mitleveln, somit ist immer eine Herausforderung da. Fallout 76 gefällt mir auch besser als Starfield, aber Starfield fand ich ja auch richtig schlecht. Es werden 2025 ganz viele neue Spiele, gerade im RPG-Bereich rauskommen, wie KCD 2, Fable, Gothic Remake, bis dahin werde ich die Hauptquests von Fallout 76 durchhaben und das Spiel wird seinen Zweck erfüllt haben. Das Spiel könnte halt besser aussehen, aber es ist auf jeden Fall besser als sein Ruf.

        Aber Bethesda sollte mit der Zeit gehen und in Zukunft mehr auf die Inszenierung achten. Die sollten sich mal angucken, wie CD Projekt Red das macht zum Beispiel. Oder Rockstar Games. Die arbeiten auch wie Bethesda nicht mit vorgerenderten Cut Scenes. Da kann man sehen, was technisch und erzählerisch alles möglich ist und was alles von Bethesda auch nicht genutzt wird. Fallout 76 ist okay für ein Spiel aus den 10ern. Aber in Zukunft erwarte ich von Bethesda schon einen Schritt nach vorne. Also, ich finde schon, dass Bethesda sich auf Lorbeeren aus der Vergangenheit ausruht und ich finde, dass Kritik angebracht ist und laut vorgetragen werden sollte, damit man den Todd Howard vielleicht wachrüttelt und wir auch in Zukunft gute Spiele von Bethesda bekommen und die Spieleschmiede nicht untergeht.
      • Von Waldek777 Anfänger/in
        Ich habe durch die grandiose Fallout-TV-Serie wieder Lust auf Fallout bekommen. Fallout 4 hatte ich zweimal durch. Die älteren Teile kann man sich nicht mehr ansehen, also habe ich Fallout 76 wieder eine Chance gegeben. Und es nicht bereut. Bis Kingdom Come Deliverance 2 rauskommt und mich mit einer hübscheren Open World und besseren Animationen abholt, tut es auch ein Fallout 76. Es spielt sich inzwischen ganz ähnlich wie Fallout 4 und wer da seinen Spaß hatte, wird auch hier Spaß haben. Fallout 76 gefällt mir auch besser als TESO, TESO ist mir bei den Quests viel zu einfach, ich bin da in jeder Hinsicht unterfordert. Bei Fallout 76 finde ich zum Beispiel gut, dass Gegner mitleveln, somit ist immer eine Herausforderung da. Fallout 76 gefällt mir auch besser als Starfield, aber Starfield fand ich ja auch richtig schlecht. Es werden 2025 ganz viele neue Spiele, gerade im RPG-Bereich rauskommen, wie KCD 2, Fable, Gothic Remake, bis dahin werde ich die Hauptquests von Fallout 76 durchhaben und das Spiel wird seinen Zweck erfüllt haben. Das Spiel könnte halt besser aussehen, aber es ist auf jeden Fall besser als sein Ruf.

        Aber Bethesda sollte mit der Zeit gehen und in Zukunft mehr auf die Inszenierung achten. Die sollten sich mal angucken, wie CD Projekt Red das macht zum Beispiel. Oder Rockstar Games. Die arbeiten auch wie Bethesda nicht mit vorgerenderten Cut Scenes. Da kann man sehen, was technisch und erzählerisch alles möglich ist und was alles von Bethesda auch nicht genutzt wird. Fallout 76 ist okay für ein Spiel aus den 10ern. Aber in Zukunft erwarte ich von Bethesda schon einen Schritt nach vorne. Also, ich finde schon, dass Bethesda sich auf Lorbeeren aus der Vergangenheit ausruht und ich finde, dass Kritik angebracht ist und laut vorgetragen werden sollte, damit man den Todd Howard vielleicht wachrüttelt und wir auch in Zukunft gute Spiele von Bethesda bekommen und die Spieleschmiede nicht untergeht.
      • Von MaTe84 NPC
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        Mir war aber nie wirklich klar warum ich diese teilweise stark verbuggten Welten sooo Liebe..
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von TheBadWolf Hobby-Spieler/in
        Super Artikel. Geht mir mit Bethesda ähnlich. Dank Deinem Artikel werde ich am Wochenende wieder mal Fallout 76 Spielen. Was mann Bethesda auch echt hochhalten muss, trotz sehr holprigen Start sind sie dran geblieben und haben F76 zu einem außergewöhnlichem Online Game gemacht das heute noch mit DLCs versorgt wird. Ein Starfield Online währe für mich sehr interessant.
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