FIFA 22: Weniger FUT, mehr Karriere - meine Wünsche für die Zukunft des EA-Kickers

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FIFA 22: Weniger FUT, mehr Karriere - meine Wünsche für die Zukunft des EA-Kickers
Quelle: PC Games

FIFA 22 bringt eine ganze Menge Verbesserungen mit sich: flüssigeres Gameplay dank Hypermotion-Technolgie und das neue "Create Your Club"-Feature. Trotzdem ist Redakteur David Benke nicht endgültig glücklich mit der neuen Fußball-Simulation von EA Sports. Er fordert in seiner Kolumne mehr Liebe für den Karrieremodus, so wie in FIFA 07!

Wenn es darum geht, über FIFA zu herzuziehen, dann bin ich immer ganz vorne mit dabei. Das habe ich dieses Jahr schon mehrfach unter Beweis gestellt. In einer anderen Kolumne habe ich die Fußball-Simulation als absolute Frechhei t bezeichnet. Und auch in meinem Test kommt der EA-Kicker im Vergleich mit anderen Spielemagazinen eher unterdurchschnittlich weg. Einfach nur zu meckern, ohne Verbesserungsvorschläge parat zu haben, ist aber natürlich auch nicht die Lösung des Problems. Wie soll sich FIFA weiterentwickeln, wenn man den Machern keine konstruktive Kritik gibt? In diesem Video will ich zur Abwechslung also mal versuchen, zusammenzufassen, was ich mir von einem guten FIFA wünschen würde. Das lässt sich nämlich relativ einfach zusammenfassen: Macht endlich einen besseren Karrieremodus!

Der war eigentlich schon immer mein Steckenpferd. Seit mittlerweile über 10 Jahren suche ich mir zu Spielbeginn einen Verein aus der vierten englischen Liga und versuche, mit ihm erst in die Premier League aufzusteigen und dann um die Champions-League-Krone mitzuspielen. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Umso bedauerlicher ist es für mich, dass EA Sports den Modus in den letzten Jahren immer etwas stiefmütterlich behandelt hat.

Back to the roots!

Versteht mich nicht falsch: Gerade in der jüngeren Vergangenheit hat sich daran zumindest ein wenig geändert. FIFA hat dauernd ein paar kleinere Updates spendiert bekommen: Ihr könnt euch mittlerweile einen eigenen Manager-Avatar basteln, der in Pressekonferenzen und interaktiven Transferverhandlungen auftritt. Es wurde das Spielerattribut Bissigkeit eingeführt, das Trainingsprogramme nochmal wichtiger macht. Entwicklungspläne und dynamisches Wachstum lassen euch Jugendspieler noch besser weiterbilden. Und seit diesem Jahr ist mit Create your Club sogar wieder die Option mit an Bord, einen eigenen Verein zu erstellen.

In FIFA 21 wurde die interaktive Simulation als großes neues Feature verkauft. Die gab es in FIFA 07 allerdings auch schon! Quelle: Electronic Arts In FIFA 21 wurde die interaktive Simulation als großes neues Feature verkauft. Die gab es in FIFA 07 allerdings auch schon! Das ist soweit alles schön und gut. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass da noch mehr geht. Warum? Weil EA Sports das selbst schon bewiesen hat! Dafür muss man den Blick nur mal ein bisschen in die Vergangenheit schweifen lassen. All das, was ich mir von einem FIFA wünschen würde, gab es nämlich tatsächlich schon. Und zwar in FIFA 07. Dem Teil, der bis heute noch von Fans vergöttert wird - eben wegen seines tollen Karrieremodus. Diese 15 Jahre alte Spiel gibt euch einfach so viel mehr Kontrolle über euren Verein, als es die Ableger der letzten fünf Jahre auch nur ansatzweise geschafft haben.

Glaubt ihr nicht? Dann hier mal eine kleine Kostprobe: Wenn ihr euch in FIFA 07 einen eigenen Verein erstellt, dann dürft ihr nicht nur sein Wappen und seine Trikots anpassen, sondern auch seinen Kader. Ihr könnt euch also aussuchen, ob ihr mit authentischen Weltstars wie Ronaldo und Co. loslegt oder mit eigens erstellten Spielern. Als Manager habt ihr die Möglichkeit, Sponsoren für euren Verein an Land zu ziehen. Die stellen euch dann, basierend auf eurer Leistung, zusätzliches Kapital zur Verfügung. Es gibt fixe Zahlungen pro Spiel, Siegesprämien, Sonderzahlungen bei Aufstiegen oder Pokalgewinnen und sogar Loyalitätsboni. Das macht euch finanziell nicht nur unabhängiger, weil ihr nicht allein auf Transfererlöse und Einnahmen aus dem Spielbetrieb angewiesen seid. Es wirkt halt auch einfacher authentischer! Schließlich spielen Werbung und Marketing mittlerweile eine zentrale Rolle im Fußball. Dafür müssen die Geldgeber nicht mal reale Firmen sein: In FIFA 07 hattet ihr auch nur fiktive Werbepartner auf der Brust. Ihr konntet euch sogar von der örtlichen Pizza-Bude sponsern lassen!

Früher war alles besser

Die Möglichkeiten, euer Geld wieder auszugeben, waren früher ebenfalls so viel umfangreicher: Während ihr in FIFA 22 (jetzt kaufen ) nur ein paar Scouts anheuern und feuern dürft, gab es in FIFA 07 ein umfangreiches Staff-Management: Ihr konntet Kohle in verschiedene Abteilungen investieren, die Fähigkeiten eurer Angestellten verbessern und so Boni freischalten: Fitness-Coaches brachten zusätzliche Ausdauer, Offensiv-Trainer verbesserten die Abschlüsse euer Stürmer, eine medizinische Abteilung reduzierte die Ausfalldauer verletzter Spieler. Sogar einen Stadionmanager durftet ihr einstellen! Der wertete Stück für Stück eure Arena auf, was euch mehr Zuschauer und damit mehr Geld einbrachte. Denn natürlich ließen sich die Ticketpreise damals auch eigenhändig festlegen!

Dazu gibt es noch so viel schönen Kleinkram: Immer wieder flattern an eurem PC Interne Memos, Zeitungsberichte oder andere Zufallsevents herein, bei denen eure Meinung gefragt ist. Was macht ihr bei Unruhen in der Kabine? Haltet ihr den Spielern eine gesalzene Standpauke, lasst ihr den Mannschaftskapitän die Angelegenheit klären oder macht ihr einfach gar nichts? Eure Entscheidung! Das wirkt deutlich glaubwürdiger als die spärlichen Spieler-Gespräche per Mail, die es in aktuellen Ablegern gibt. Auch weil die Konsequenzen deutlich weitreichender ausfallen können.
Grafisch ist FIFA 07 heute ein echter Graus, in Sachen Features können moderne Ableger des EA-Kickers aber vom Oldie noch einiges lernen. Quelle: PC Games Grafisch ist FIFA 07 heute ein echter Graus, in Sachen Features können moderne Ableger des EA-Kickers aber vom Oldie noch einiges lernen.

FUT killt die Karriere

Natürlich ist auch FIFA 07 nicht perfekt. Angesichts seines Alters kann man dem Spiel aber einiges durchgehen lassen. Anders sieht das bei aktuellen Serienablegern aus, die dieselben Defizite aufweisen. Warum gibt es auch nach 15 Jahren noch immer keine Rückkaufklauseln bei Transferverhandlungen. Die sind doch mittlerweile Gang und Gäbe im realen Fußballgeschäft, genauso wie Leihen mit Kaufoption und Ausstiegsklauseln, die in FIFA ja schon gibt. Warum habe ich nicht die Möglichkeit, mit einem echten Trainer wie Jürgen Klopp zu spielen? Warum gibt es keinen Video-Referee? Warum kann ich keine Erhöhung des Transferbudgets beim Vorstand anfragen? Warum dauert ein Spielstand nur noch maximal 15 Saisons? Und warum bitte gibt es keinen Online-Karrieremodus, den hat Madden NFL doch auch!

Mehrere Fußballegenden als Werbung für die Heroes-Kategorie von FIFA Ultimate Team Quelle: EA  FUT steht auch dieses Jahr im Fokus von EA Sports. Die meiste Arbeitszeit ist augenscheinlich in das Design neuer Spieler-Items geflossen. Die Antwort darauf fällt wahrscheinlich so simpel wie ernüchternd aus: Weil es EA Sports kein Geld einbringt! Statt Zeit in die Offline-Modi zu investieren, werden sich viel lieber neue Features und Inhalte für Ultimate Team ausgedacht. Da liegt nämlich die Kohle. Das zeigt auch wieder die Entwicklung in diesem Jahr: Da wurden in FUT die zwei zentralen Wettbewerbe überarbeitet, ein offenes Koop-Matchmaking eingeführt, mehr Optionen für den Stadionausbau hinzugefügt und mit den FUT-Heroes-Karten nochmal neue Spieleritems aus dem Hut gezaubert. Der Rubel muss ja rollen! Und schaut man sich die zahlreichen Pack-Openings auf Twitch und YouTube an, dann tut er das wohl auch. Dass die Macher ihre Prioritäten in Zukunft anders setzen, ist daher wohl eher unwahrscheinlich. EA wird seine Ressourcen nicht plötzlich auf andere Dinge konzentrieren. Viele Punkte auf meiner Liste werden weiterhin nur Wunschdenken bleiben. Aber hey, wie sagt man so schön: Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

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    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von mrvice Gelegenheitsspieler/in
        Dieses system mit geld ausgeben um spieler zu bekommen gehört verboten lächerlich sowas
      • Von mrvice Gelegenheitsspieler/in
        Dieses system mit geld ausgeben um spieler zu bekommen gehört verboten lächerlich sowas
      • Von devilsreject Mitglied
        FUT gehört und passt nicht in ein Vollpreistitel. Darüber hinaus ist es eine Schande das junge Kids vollkommen verblendet diesen Modus frei bespielen können und dann auch noch die Erfolge und gekauften Karten jedes Jahr mit der neuen Version quasi vollends entwertet werden.

        Da finde ich sollten auch Magazin und Onlineseiten viel Kritischer mit umgehen. Schlecht machen will ich den Modus absolut nicht und jeder der will soll diesen doch spielen (ab 18...) Aber doch bitte nicht in einem Vollpreistitel! Ohne FUT und deren Einnahmen wäre Fifa wahrscheinlich schon längst eingestellt worden.
      • Von DoppelG Anfänger/in
        Das ist einfach die heutige Einstellung, dass es nur um Grafik geht, während alles andere sekundär ist. Für mich ist ein gutes Spiel, eins was vom Gameplay Spaß macht und dazu gehören solche Sachen, wie hier im Artikel beschrieben werden, also in einem Karrieremodus, das es auch abseits vom Platz Spaß macht sein Team zu entwickeln. So lange aber Casuals, die kein Geld mit diesem Spiel verdienen (das schaffen weltweit eh nur ein paar hundert, und davon lohnt es sich auch nur einigermassen für diejenigen die wirklich top sind) tausende Euro in den FUT Modus zu stecken, um mittels pay to win, dann minimal besser abschneiden zu können, wird EA weiter sein Spielchen spielen. Ein schlechter Witz ist auch, dass jetzt NBA2K von der USK ab 12 eingestuft wurde, aber FIFA 22 ab 0 eingestuft wird. Das Packs ziehen in diesem Spiel ist glasklares Glücksspiel. Die beiden Spiele müssen ab 18 sein, so lange man gegen Echtgeld Glücksspiel mit den Karten betreibt. EA kastriert alle anderen Spielinhalte absichtlich, damit die Spieler mittels in game Werbebannern alle über kurz oder lang den FUT Modus ausprobieren - der einzige Modus der das ganze Jahr über mit neuen "Inhalten" - also neuen mittels Packs kaufbaren Karten - versorgt wird. Am Gameplay oder an Bugs wird minimal gearbeitet, wenn überhaupt, der ganze Fokus liegt darin, die Spieler mit neuen Events zu versorgen, wo Sie "investieren" müssen. Das ganze ist eine Farce und die Packs zudem unverschämt teuer. 2 Millionen in game coins sind etwa 1000 Euro.
      • Von Nevrion Spiele-Kenner/in
        Zitat von ArtemisAirsoft
        Ernsthaft jetzt ? Du wünscht dir ne besseren Karrieremodus während die pc Version ständig in Last gen Modus rausgeschmissen wird ? Ok!
        Ich verstehe ehrlich gesagt das Argument nicht. Der Karrieremodus ist nun mal ziemlich oberflächlich. Da braucht man nicht mal nach Features suchen, die eigentlich in einen Manager gehören, wie das David Benke teilweise tut. Das fängt schon damit an, welche Nationalmannschaften und deren Spiele simuliert werden. Das geht weiter mit der Entwicklung von Spielern (der Trainer-Karrire Trainingsmodi seit Fifa 21 ist Schrott) oder dass Spieler ab 30 Jahren notorisch abgewertet werden, egal wie gut sie gespielt haben. Die Erkennung von Abseits klappt oftmals nicht richtig, es gibt kaum saisonübergreifende Statistiken. Es gibt keinen Coop Modus, so dass man mit Freunden online seine Karriere spielen kann! Mit Features wie "Bissigkeit" verwurstelt man auch noch das letzte bisschen Logik in der Spielerentwicklung und während z.B. in Fifa 20 der Trainingsmodus regelmäßig abstürzte oder andere Bugs im Karrieremodus den Spielspaß trübten war jeder Patch vornehmlich den FUT Modus vorbehalten, weil man mit einer 1%igen Chance irgend einen Exploit triggern konnte.
        Das die Leute trotzdem vornehmlich Fifa spielen liegt schlicht daran, dass es tatsächlich nichts besseres als das auf dem Markt gibt.
      • Von ArtemisAirsoft Anfänger/in
        Ernsthaft jetzt ? Du wünscht dir ne besseren Karrieremodus während die pc Version ständig in Last gen Modus rausgeschmissen wird ? Ok!
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