Review: "Elser - Er hätte die Welt verändert"
Gemächliches und doch spannendes Biopic über einen Mann, der den Mut entwickelte, etwas gegen die Nazi-Diktatur zu unternehmen.
Am 8. November 1939 misslingt im Münchner Bürgerbräukeller ein Bombenattentat auf den Führer. Kurz zuvor hat an der Schweizer Grenze ein Mann namens Georg Elser Verdacht erregt. Als Hitlers Schergen den Unscheinbaren verhören, zeigt dieser sich verstockt bis zur Selbstaufopferung. Nur langsam dämmert den Folterern, was sie lange nicht glauben wollen: der tapfere Biedermann ist ein Einzeltäter.
Anders als Klaus Maria Brandauers Georg Elser – Einer aus Deutschland von 1989 legt Oliver Hirschbiegel (Der Untergang) in seinem Porträt sein Augenmerk nicht auf die Vorbereitung des Attentats, sondern zeigt die Psychologie des Täters und dessen Entwicklung vom Pazifisten zum couragierten Widerstandskämpfer. Ruhig, ohne Pathos, aber umso stimmiger wird in Rückblenden Elsers Privatleben seit der Machtergreifung skizziert und dabei privates Glück immer wieder den Misshandlungen beim Verhör dramaturgisch geschickt gegenüber gestellt.
(Autor: Tim Sünderhauf)
