Electronic Arts vs. Kreativität: Am Ende sind alle die Gelackmeierten

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Kolumne Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Electronic Arts vs. Kreativität: Am Ende sind alle die Gelackmeierten
Quelle: Bioware/EA

Es ist leicht, Electronic Arts zu hassen, und bei allen Verfehlungen nicht immer gerechtfertigt, findet Redakteur Lukas Schmid in seiner Kolumne. Mit Blick auf das Aus von Anthem, die zahllosen gecancelten Star-Wars-Spiele und jetzt endlich das Versprechen, dass man den hausinternen Studios mehr Freiheiten lassen will, darf man den Publisher aber auch nicht aus der Verantwortung entlassen.

Ich könnte mir hier wohl von einigen Seiten viel Applaus abholen, würde ich mich hier jetzt hinstellen und schreiben "Electronic Arts ist das schlimmste Unternehmen, das jemals existiert hat und jeder Manager dort sollte geteert und gefedert aus der Stadt gejagt werden!".

Ja, Electronic Arts zu hassen, ist in den letzten Jahren - eigentlich schon ganz schön lange - en vogue, inklusive mehrmaliger Auszeichnung im Rahmen des jährlich vergebenen Spottpreises als schlimmstes Unternehmen der USA.

So weit will ich aber keineswegs gehen. EA, die schlimmste Firme überhaupt? Das ist dann doch massiv zu übertrieben, und da muss man gar nicht erst Waffenhersteller oder Medikamente-Lobbyisten zum Vergleich hernehmen. EA hat, bei aller Kritik, nüchtern betrachtet auch viel richtiggemacht, gute Spiele veröffentlicht, Indie-Teams zu Aufmerksamkeit verholfen, die sie sonst niemals bekommen hätten und diese offenbar auch sehr anständig behandelt.

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Das ist aber natürlich nur eine Seite der Medaille, denn von nichts kommt nichts und den angestauten Groll vieler Fans hat sich das Unternehmen natürlich auch hart erarbeitet.

Guter Wille als Mittel zum Zweck

So viel ist klar: Electronic Arts ist nicht euer Freund, wie jede Firma will man Geld verdienen - nur aus dem Grund werden auch scheinbar selbstlose Entscheidungen getroffen. Guter Ruf bringt gutes Geld, und auch Sympathieträger wie Nintendo oder (bis vor kurzem) CD Projekt Red agieren da nicht anders.


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Electronic Arts vs. Kreativität: Am Ende sind alle die Gelackmeierten (5) Quelle: PC Games Electronic Arts vs. Kreativität: Am Ende sind alle die Gelackmeierten (5) Electronic Arts hat diesen Weg aber lange Zeit nicht bestritten. Klar, Spieler wurden mit Goodies und für sie interessanten Spielen verwöhnt. Schon relativ früh machte man sich aber einen Ruf als "der Publisher, der Studios schließt", gerne mal solche, die beliebte Reihen entwickelt hatten und erst kurz zuvor von EA aufgekauft wurden.

Westwood Studios, die Macher von Command & Conquer? 1998 gekauft, 2002 gingen die Lichter aus. Maxis, die Damen und Herren hinter SimCity? Da fiel 2015 der Vorhang. Pandemic, das Team hinter den ersten Star-Wars-Battefront-Titeln? 2009 war's vorbei, es war schön mit euch. Und natürlich Visceral Games, dir sich mit Dead Space einen Namen gemacht hatten und dann an einem Star-Wars-Action-Adventure arbeiteten, bis sie das ab 2017 nicht mehr taten.

Studioleichen pflastern seinen Weg

Electronic Arts vs. Kreativität: Am Ende sind alle die Gelackmeierten (2) Quelle: EA Electronic Arts vs. Kreativität: Am Ende sind alle die Gelackmeierten (2) Und das war nur eine Auswahl, erinnert euch gemeinsam mit mir zudem etwa auch noch auch noch an Bullfrog Productions, Black Box Games, Dreamworks Interactive oder Mythic Entertainment - ruhet in Frieden.

Ich bin mir sicher, in vielen Fällen waren die Schließungen unumgänglich oder zumindest gerechtfertigt, aber oft genug eben auch reinste Berechnung mit Blick auf kurzfristigen Gewinn. Spätestens Visceral Games sorgte dann für absolutes Unverständnis unter Spielern. Die Teams heißgeliebter Spiele einfach so abzuservieren, das ist nicht nur für wartende Fans, sondern auch und vor allem gegenüber den Angestellten eine ziemlich miese Aktion.

Und sonst so? Kündigte EA Spiele an, um sie bald darauf wieder zu canceln, schaffte es in acht Jahren exklusiver Rechte, nur eine Handvoll Star-Wars-Spiele zu veröffentlichen, nicht alle davon toll, bugsierte damit vielversprechende Titel anderer Hersteller wie Star Wars 1313 ins Abseits, verwurstete dereinst heißgeliebte Serien wie Dungeon Keeper und Command & Conquer zu unnötigen Cashgrab-Handyspielen, entpuppte sich als einer der größten Übeltäter, was Echtgeld-Inhalte in Vollpreisspielen und andere Mikrotransaktionen angeht und, und, und.

Also ja: Man hat schon hart am schlechten Ruf gearbeitet.

Wie man sich selbst zum Bösewicht macht

Diese auf schnelle Gewinnmaximierung ausgelegte Strategie kann nicht lange gutgehen, denn schlussendlich ist das wichtigste Kapital der zahlende, zufriedene Spieler, und dass ein Titel wie Star Wars Battlefront 2 zum Release, gemessen an den Erwartungen, eine finanzielle Enttäuschung war, spricht Bände.

Gut, am Hungertuch hätte EA auch dann nicht nagen müssen, hätte man diese Strategie einfach fortgesetzt, dafür hätten FIFA und Co. schon gesorgt, und - erneut mit Blick auf FIFA und dessen aggressive Bezahlinhalte - auch weiterhin ist das Unternehmen kein Musterknabe. Aber doch, eine Wandlung ist spürbar.

Die Hauptfigur mit Laserschwert. Quelle: Respawn Entertainment / EA Electronic Arts vs. Kreativität: Am Ende sind alle die Gelackmeierten (6) Auf einmal kommt also doch mit Star Wars Jedi: Fallen Order ein Singleplayer-Spiel zur Marke, obwohl zuvor noch gesagt wurde, die Fans "würden so etwas nicht wollen". Und das noch dazu ganz ohne Mikrotransaktionen! Dasselbe bei Star Wars: Squadrons, und groß wird nun bei jedem Titel erwähnt, wenn dieser die Spieler nicht über den Tisch zu ziehen versucht. Das ist zwar eine durchsichtige Strategie, die zeigen soll "wir sind jetzt die Guten!", aber ich bin trotzdem glücklich, wenn sich mal was zum Positiven verändert.

Glückliche Entwickler sind gute Entwickler? Konnte keiner wissen!

Electronic Arts vs. Kreativität: Am Ende sind alle die Gelackmeierten (3) Quelle: PC Games Hardware Electronic Arts vs. Kreativität: Am Ende sind alle die Gelackmeierten (3) Und jetzt die große Erkenntnis und der Grund, warum ich diese Kolumne geschrieben habe: Auf einmal erkennt EA, dass es nicht gut ist, Studios zu Entwicklungen zu drängen, die ihnen nicht liegen und überall gehasste Spielelemente auf Teufel komm raus reinzupressen.

Wer hätte das auch ahnen können?

Dragon Age 4 darf nun ohne Multiplayer und Live-Service-Elemente entstehen, allen internen Teams wird mehr Entscheidungsgewalt bei ihren Projekten zugesprochen: Nun dürfen Studios also frei(er) entscheiden, woran sie arbeiten wollen. Nicht direkt gesagt, aber, so hoffe ich, impliziert: Teilweise extrem traditionsreiche Studios werden nun nicht mehr geschlossen, wenn am Ende des Geschäftsjahres noch ein paar Milliönchen an Einsparungen erwirtschaftet werden müssen.

Ob all das reichen wird, um Electronic Arts irgendwann sogar zu einem Sympathieträger zu wandeln, bleibt abzuwarten, und auch, ob diese großflächige Änderung im Gebaren auch irgendwann Melkkühe wie FIFA mit an Bord holt und sie von ihrer kundenunfreundlichen Gestaltung befreit.

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Die Erkenntnis, dass Kreativität und Qualität nicht gedeihen können, wenn absolut jeder Aspekt einer Entwicklung zu Tode reguliert wird, ist aber schon mal eine Wertvolle. Ebenso, und hier spricht die Hoffnung aus mir, geht damit einher, dass mehr Rücksicht auf das Wohlergehen der Angestellten genommen wird. Dass etwa bei Bioware Angestellte teilweise bis zur Grenze der nervlichen Belastbarkeit geschunden wurden, Crunch Standard war und scheinbare Effizienz über allem stand, darf nicht mehr hingenommen werden.

Aus den Fehlern der Anderen lernen

Electronic Arts vs. Kreativität: Am Ende sind alle die Gelackmeierten (4) Quelle: Bioware Electronic Arts vs. Kreativität: Am Ende sind alle die Gelackmeierten (4) Jetzt isses soweit, ich sage den Satz, mit dem ich mit endgültig die verbale Kopfnuss von vielen Lesern abholen werde: Ich hoffe, dass sich viele andere Hersteller und Studios an Electronic Arts ein Beispiel nehmen, so dieses neue Verhalten denn Substanz hat und nicht in drei Monaten schon wieder nur eine schöne Erinnerung ist. Die Activisions und Blizzards, Ubisofts und wie sie nicht alle heißen dieser Welt täten gut daran, mal weiter zu denken als bis zum nächsten Investorenmeeting. Dann nämlich kann man sich etwas aufbauen, was Bestand hat und verzichtet gleichzeitig darauf, als der auf die Erde herabgestiegene Teufel angesehen zu werden - ist ja auch nicht das Schlechteste.

Schlussendlich macht destruktives Finanzdenken nämlich einfach alles kaputt - die Freude der Spieler, die Lebensqualität der Entwickler, Erfolg und Ansehen der Hersteller. Und wenn sich all das umgehen lässt, indem man einfach moralisch und menschlich agiert, gibt es keine Ausrede, sich anders zu verhalten.

Bin ich mit meiner Sichtweise naiv? Vielleicht - aber manchmal tut es auch einfach richtig gut, daran zu glauben, dass etwas besser werden kann.

Wie seht ihr das? Teilt ihr meine Sichtweise? Verratet es mir in den Kommentaren!

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    • Kommentare (48)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von xaan Spiele-Kenner/in
        Zitat von LarryMcFly
        Der "Druck" kommt von der eigenen Peergroup und dem eigenen Umfeld.
        Diese mystischen "neuen Nutzer" die aus dem Nichts erscheinen und von niemandem beeinflußt werden, sind eine nette Idee, gehen aber an der Realität komplett vorbei.
        Wenn die Freunde auf Steam sind, gehen die Freunde auch auf Steam.
        Wenn die Familie und nahe Verwandte einem die Spiele auf Steam schenken, nutzt man gezwungenerweise automatisch Steam.
        Die Leute bleiben dann auch bei Steam, einfache Kundenbindung - und kaufen dort weiter ihre Spiele und bauen genau diesen PoS auf, der sie bei Steam bleiben läßt.
        Also zerst mal sehen wir bereits jetzt an Social Media, dass der Lock-In Effekt über Generationsgrenzen hinweg viel schwächer wirkt. Oft sogar Gegenteilig, weil Teenager bewusst ein anderes Netzwerk wählen als das auf dem ihre Eltern sind (und potentiell mitlesen).

        Aber davon ganz abgesehen hat Steam nicht den selben Social Media Status wie "echte" Social Media Apps. Folgerichtig ist auch der Lock-In Effekt nicht vergleichbar stark.
        Zitat von LarryMcFly
        Steam hat einen meilenweiten Vorsprung, die einzigen die ihnen wirklich Probleme bereiten können, ist EPIC mit seiner Umsonstgrätsche, die die Kids genau da abholt wo sie sind - nämlich recht mittellos.
        Windows wird keinen Stich machen, auch nicht mit einem vernünftigen Store, der Zug ist schon sehr sehr lange abgefahren.
        Ein Vorsprung muss nicht ewig halten, wenn die Zugangshürden unterschiedlich hoch sind. Epic hat mir ihren Gratisspielen da tatsächlich noch einen Vorteil gegenüber Steam. Aber auch nur solange sie das Verschenken von Spielen weiter betreiben.
      • Von xaan Spiele-Kenner/in
        Zitat von LarryMcFly
        Der "Druck" kommt von der eigenen Peergroup und dem eigenen Umfeld.
        Diese mystischen "neuen Nutzer" die aus dem Nichts erscheinen und von niemandem beeinflußt werden, sind eine nette Idee, gehen aber an der Realität komplett vorbei.
        Wenn die Freunde auf Steam sind, gehen die Freunde auch auf Steam.
        Wenn die Familie und nahe Verwandte einem die Spiele auf Steam schenken, nutzt man gezwungenerweise automatisch Steam.
        Die Leute bleiben dann auch bei Steam, einfache Kundenbindung - und kaufen dort weiter ihre Spiele und bauen genau diesen PoS auf, der sie bei Steam bleiben läßt.
        Also zerst mal sehen wir bereits jetzt an Social Media, dass der Lock-In Effekt über Generationsgrenzen hinweg viel schwächer wirkt. Oft sogar Gegenteilig, weil Teenager bewusst ein anderes Netzwerk wählen als das auf dem ihre Eltern sind (und potentiell mitlesen).

        Aber davon ganz abgesehen hat Steam nicht den selben Social Media Status wie "echte" Social Media Apps. Folgerichtig ist auch der Lock-In Effekt nicht vergleichbar stark.
        Zitat von LarryMcFly
        Steam hat einen meilenweiten Vorsprung, die einzigen die ihnen wirklich Probleme bereiten können, ist EPIC mit seiner Umsonstgrätsche, die die Kids genau da abholt wo sie sind - nämlich recht mittellos.
        Windows wird keinen Stich machen, auch nicht mit einem vernünftigen Store, der Zug ist schon sehr sehr lange abgefahren.
        Ein Vorsprung muss nicht ewig halten, wenn die Zugangshürden unterschiedlich hoch sind. Epic hat mir ihren Gratisspielen da tatsächlich noch einen Vorteil gegenüber Steam. Aber auch nur solange sie das Verschenken von Spielen weiter betreiben.
      • Von 1xok Mitglied
        Zitat von Spiritogre
        Da bin ich zwiespältig. Ist das so gut bezahlt, wirklich? Ich höre da in Computerforen eigentlich eher das Gegenteil, dass wer für Linux bei einer Firma wie Red Hat oder Canonical entwickelt das eher aus Leidenschaft tut, weil das nur ganz mäßig bezahlt wird.
        Ich habe da keine Übersicht aber Microsoft zahlt wohl 100.000$. Siehe:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Und die Profis äußern sich natürlich selten auf Reddit. Ich spreche auch nicht über meinen Arbeitgeber im Netz.

        Zitat von Spiritogre
        Anders sieht es nur aus, wenn es um kommerzielle Produkte etwa im Bereich Server geht. Da scheint recht gut bezahlt zu werden.
        Es geht fast immer um Server oder um IoT und andere Industrieprodukte.

        Zitat von Spiritogre
        Du schreibst ja selbst, selbst wer nur als Hobby da ein wenig reinschnuppert wird gerne gleich genommen. Das klingt schon so nach mieser Bezahlung bei langen Arbeitszeiten und Hobby zum Beruf machen, weil die keine normalen Programmierer bekommen bzw. sich leisten können oder wollen.
        Google, Microsoft und Amazon können sich jeden Entwickler leisten. Deren Cloud-Systeme basieren nun mal auf Linux. Und damit wird heute das Geld verdient.

        Zitat von Spiritogre
        Und ja, Torvalds und seine Wachmannschaft, wobei Torvalds doch ausgestiegen ist, macht das nicht jetzt eine seiner Töchter(?),
        Glaubst Du das wirklich oder soll das ein Scherz sein?
        Zitat von Spiritogre
        Und auch wenn die Grafiktreiber und Linux inzwischen viel besser geworden sind. Man merkt wohl doch anhand der schlechteren Performance, dass sie noch lange nicht auf dem Stand der Windows Treiber sind.
        Hat mit den Treibern oft wenig zu tun. Die nehmen sich nicht viel. Die meiste Zeit wird an anderen Stellen vertrödelt und da liegen auch viel größere Unterschiede.

        Blender und viele andere professionelle Grafikanwendungen laufen unter Windows deutlich schlechter. Siehe z.B.:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Spiele sind eigentlich die einzige Domäne wo Windows auftrumpfen kann, da diese Speziell für Windows entwickelt werden und die Linuxversion meistens nur ein automatisierter Port ist. Die Performance geht in der Übersetzungsschicht von DX nach OpenGL oder Vulkan verloren, nicht im Treiber. Der ist im Falle von AMD unter Linux inzwischen oft sogar im Vorteil, da hier Valves neuer Shader Compiler zum Einsatz kommt. Da geht es aber - wenn überhaupt - um wenige FPS. Die Treiber nehmen sich quasi nichts.
      • Von Gast1664917803 Mitglied
        Zitat von xaan
        Das ist jetzt der Fall, weil jetzt Steam die beste Alternative ist.

        Nun sprach ich aber nicht von jetzt, sondern von langfristig in der Zukunft.

        Denk dir einfach mal eine Zukunft in der der Windows Store vom Bedienkomfort und Angebot gleichwertig ist mit Steam. Jeder Windows PC hat den Store schon drauf, während Steam erst heruntergeladen werden muss. Das heißt, der Nutzer muss überhaupt erst mal von Steams Existenz wissen und bewusst die Entscheidung treffen, es anstelle des Windows Stores zu verwenden. Kurz gesagt: die Zugangshürde für den Windows-Store ist bedeutend niedriger. Und das wird sich um so mehr bei neuen Nutzern offenbahren, die keine nostalgische Verbindung zu Steam haben und auch keine drölfzigtausend Spiele in der Steam-Bibliothek haben.

        Über kurz oder lang würden speziell neue Nutzer gar nicht mehr bei Steam landen, weil sie doch viel einfacher über den bereits vorinstallierten Windows-Store alles bekommen. Weil gar kein Druck bestünde, Steam zu installieren. Wo sollte der auch herkommen? Der existiert doch nur jetzt, weil jetzt der Windows Sore für'n Arsch ist.

        Dieser Effekte wird eine Zeit lang brauchen um einzutreten (und erfordert logischerweise, dass MS mzuerst den Windows Store aus dem Gulli zieht) - Steam hat ja einen gehörigen Startvorteil. Aber der wird nicht ewig halten. Langfristig denken.
        Der "Druck" kommt von der eigenen Peergroup und dem eigenen Umfeld.
        Diese mystischen "neuen Nutzer" die aus dem Nichts erscheinen und von niemandem beeinflußt werden, sind eine nette Idee, gehen aber an der Realität komplett vorbei.
        Wenn die Freunde auf Steam sind, gehen die Freunde auch auf Steam.
        Wenn die Familie und nahe Verwandte einem die Spiele auf Steam schenken, nutzt man gezwungenerweise automatisch Steam.
        Die Leute bleiben dann auch bei Steam, einfache Kundenbindung - und kaufen dort weiter ihre Spiele und bauen genau diesen PoS auf, der sie bei Steam bleiben läßt.
        So und nun wiederholt sich der ganze Kreislauf, weil auch diese Kinder, später Jugendliche und dann Erwachsenen selber Kinder bekommen etc. pp.
        So viel zu langfristig denken.
        Steam hat einen meilenweiten Vorsprung, die einzigen die ihnen wirklich Probleme bereiten können, ist EPIC mit seiner Umsonstgrätsche, die die Kids genau da abholt wo sie sind - nämlich recht mittellos.
        Windows wird keinen Stich machen, auch nicht mit einem vernünftigen Store, der Zug ist schon sehr sehr lange abgefahren.
      • Von Spiritogre Mitglied
        Zitat von 1xok
        Die meisten Linux Entwickler werden von jemandem bezahlt oder wovon glaubst Du leben die? Ich glaube alleine Intel und Red Hat tragen fast 20% zum Kernel bei. Es gibt natürlich auch freie Entwickler und kleine Firmen. Aber die werden für ihre Arbeit meistens auch von jemandem bezahlt, z.B. von Valve. Das sind hochqualifizierte Leute. Die arbeiten nicht für Almosen.

        Natürlich gibt es auch immer noch Entwickler, die aus privatem Interesse Unterstützung für bestimmte Hardware leisten u.s.w., aber das ist heute eher die Ausnahme. Die meisten sind Profis und um Code im Kernel unterzubringen muss man an Torvalds und seinen Verwaltern vorbei. Da gelten sehr strenge Regeln. Selbst wenn jemand da als Hobby mit anfängt, wird er früher oder später von jemandem angestellt, wenn er in dem was er tut gut ist.
        Da bin ich zwiespältig. Ist das so gut bezahlt, wirklich? Ich höre da in Computerforen eigentlich eher das Gegenteil, dass wer für Linux bei einer Firma wie Red Hat oder Canonical entwickelt das eher aus Leidenschaft tut, weil das nur ganz mäßig bezahlt wird.

        Anders sieht es nur aus, wenn es um kommerzielle Produkte etwa im Bereich Server geht. Da scheint recht gut bezahlt zu werden.

        Du schreibst ja selbst, selbst wer nur als Hobby da ein wenig reinschnuppert wird gerne gleich genommen. Das klingt schon so nach mieser Bezahlung bei langen Arbeitszeiten und Hobby zum Beruf machen, weil die keine normalen Programmierer bekommen bzw. sich leisten können oder wollen.

        Und ja, Torvalds und seine Wachmannschaft, wobei Torvalds doch ausgestiegen ist, macht das nicht jetzt eine seiner Töchter(?), achten sehr darauf, was in den Kernel darf und was nicht. Was für viele Firmen und Anwendungsfälle ja auch ein großes Problem bzw. Ärgernis ist.

        Und auch wenn die Grafiktreiber und Linux inzwischen viel besser geworden sind. Man merkt wohl doch anhand der schlechteren Performance, dass sie noch lange nicht auf dem Stand der Windows Treiber sind. D.h. weder AMD noch NVidia pflegen ihre Treiber für verschiedene Systeme parallel, die für Linux haben scheinbar wesentlich weniger Priorität. Dabei würde es doch Sinn machen, sie wirklich parallel zu halten, da wesentlich weniger Aufwand.
      • Von 1xok Mitglied
        Zitat von Batze
        Nativ DX 12 unter Linux. Na träum mal weiter. Es ist nichts anderes als ein Emulator.
        Ich kann mich nicht daran erinnern nativ geschrieben zu haben. Unter Linux werden DirectX-Aufrufe nach Vulkan übersetzt. Das muss aber auch erstmal jemand implementieren. Es ist alles andere als trivial. Und immer wieder landet man dabei an den Grenzen des Treibers. Ich weiß nicht wie viele Änderungen Valve inzwischen am AMD-Treiber vorgenommen hat und wie viele sie bei Nvidia angestoßen haben. Aber es sind viele. Und das alles nur, damit es unter Linux läuft. Für Windows bräuchte es das natürlich nicht.
        Zitat von Batze
        Und bezahlen für den Linux Kernel? An wen denn?
        Die meisten Linux Entwickler werden von jemandem bezahlt oder wovon glaubst Du leben die? Ich glaube alleine Intel und Red Hat tragen fast 20% zum Kernel bei. Es gibt natürlich auch freie Entwickler und kleine Firmen. Aber die werden für ihre Arbeit meistens auch von jemandem bezahlt, z.B. von Valve. Das sind hochqualifizierte Leute. Die arbeiten nicht für Almosen.

        Natürlich gibt es auch immer noch Entwickler, die aus privatem Interesse Unterstützung für bestimmte Hardware leisten u.s.w., aber das ist heute eher die Ausnahme. Die meisten sind Profis und um Code im Kernel unterzubringen muss man an Torvalds und seinen Verwaltern vorbei. Da gelten sehr strenge Regeln. Selbst wenn jemand da als Hobby mit anfängt, wird er früher oder später von jemandem angestellt, wenn er in dem was er tut gut ist.
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