Spiele, Stars und Sensationen

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Special Dirk Gooding - Autor Heinrich Lenhardt - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Starker Auftritt: Arnold Schwarzenegger warb abseits der Messehallen für das Spiel zu Terminator 3. Starker Auftritt: Arnold Schwarzenegger warb abseits der Messehallen für das Spiel zu Terminator 3. Auch dieses Jahr war die E3 wieder die Show der Superlative, der knapp bekleideten Messe-Babes und natürlich der zukünftigen Spiele - aber auch des Abschieds von lieb gewonnenen Gewohnheiten. Denn zwei der zuverlässigsten Begleiter der letzten Jahre waren nicht mehr vertreten: Duke Nukem Forever wurde auf der E3 2003 komplett verschwiegen und Freelancer kam vor einigen Monaten allen Unkenrufen zum Trotz doch noch auf den Markt. Viel Zeit für Abschiedsfeiern blieb den 62.000 Fachbesuchern aus 80 Ländern aber nicht, denn schließlich buhlten mit 1.350 Produkten ein Drittel mehr Titel um Beachtung als noch letztes Jahr. Die 400 Aussteller griffen daher auf altbewährte Mittel zurück, um die Aufmerksamkeit auf sich und ihre Produkte zu lenken: Prominenz, nackte Haut und Gewalt.

Divas und Vedetten

Unübersehbar: Disney zeigte Tron 2.0 in aufgesägten Light-Cycles - und hatte alle Schauspieler des Spielfilms geladen. Unübersehbar: Disney zeigte Tron 2.0 in aufgesägten Light-Cycles - und hatte alle Schauspieler des Spielfilms geladen. Unter den zahlreichen Stars und Sternchen, die entweder zu Autogrammstunden luden oder Shows moderierten, befanden sich der Skateboarder Tony Hawk, die Sängerin Paula Abdul, Randy Jackson (der amerikanische Dieter Bohlen), Skandalnudel und Ex-Topmodel Anna Nicole Smith, Science-Fiction-Autor Orson Scott Card, Boygroup-Boy Lance Bass (N'Sync), die Schauspielerin Jennifer Love Hewitt, Rapper Snoop Dogg und Schauspieler Bruce Boxleitner (Tron). Sogar Arnold Schwarzenegger ließ sich im Rahmen der Präsentation des Terminator-3-Spiels sehen.

Grobe Lockmethoden

Wer nicht mit großen Namen aufwarten konnte, musste die Besucher mit derberen Mitteln an den Messestand locken. Die 4.700 Bildschirme und Videowände, die auf die Gäste einflimmerten, gehörten da noch zu den subtilen Methoden. Die mehrere Millionen Watt Sound-Leistung, mit denen Präsentationen, Werbeclips und ohrenbetäubende Musik über die Messestände (und alle benachbarten Stände) verteilt wurden, dürften hingegen der körperlichen Gewalt zuzurechnen sein. Richtig aufdringlich aber waren beispielsweise als Wehrmachtssoldaten verkleidete Studenten, die jeden uninteressiert dreinblickenden Journalisten beschimpften und zu einem Blick auf den beworbenen Ego-Shooter nötigten.

Bedenkliche Begierden

Die Pflicht ruft: Dieser junge Mann fragt höflich an, ob man sicht nicht Call of Duty ansehen möchte. Die Pflicht ruft: Dieser junge Mann fragt höflich an, ob man sicht nicht Call of Duty ansehen möchte. Dass Messepersonal auch mit sanfteren Methoden Erfolg haben kann, bewiesen die zahlreichen Stand-Babes, die stets von Heerscharen interessierter Männer umringt waren. Die jungen Damen (unter ihnen die Cheerleader der L.A. Lakers) hatten meist derart wenig an, dass man sich ständig Sorgen um den Halt ihrer Silikonimplantate machen musste. All die ohrenbetäubenden Schießereien, die von den großen Stars ihrer Zunft gezeigten Trendsport-Vorführungen und die Erotik verführerischer Hostessen vermischten sich zu einem eindringlichen Gewirr von Sinneseindrücken. So mancher reizüberfluteter Messebesucher wusste schließlich nicht mehr, ob er nun lieber jemanden erschießen, Skateboard fahren oder sich doch eher mit irgendjemandem paaren sollte bzw. wollte ...

Die wichtigsten Trends

Werbewirksam: Die US-Armee seilte im Stundentakt einige Soldaten ab. Das Rekrutierungsbüro war gleich nebenan. Werbewirksam: Die US-Armee seilte im Stundentakt einige Soldaten ab. Das Rekrutierungsbüro war gleich nebenan. Unser wackeres Messeteam hat sich von all dem nicht ablenken lassen und konnte die wirklich wichtigen Highlights unter der Masse der Spiele entdecken. Dabei machte sich eine erfreuliche Entwicklung bemerkbar: Es gibt kaum noch wirklich schlechte Spiele, das allgemeine Niveau hat sich seit letztem Jahr drastisch erhöht. Allerdings gibt es auch deutlich weniger Neuentwicklungen: Fast jedes Spiel, das in den letzten Jahren halbwegs erfolgreich war, bekommt in den nächsten Monaten einen Nachfolger. Dennoch scheint die große Zeit der Strategiespiele langsam zu Ende zu gehen. An ihren Platz treten Action-Spiele wie Half-Life 2 oder STALKER, die spielerisch nur wenig Neues, technisch aber Unglaubliches bieten. Auch Online-Rollenspiele wie Everquest 2 oder Matrix Online hat mittlerweile selbst der kleinste Hersteller im Programm.

Bildergalerie: E3
Bild 1-3
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