Dragon Age 4: Warum ich erstmals seit Jahren wieder hoffnungsvoll bin

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Dragon Age 4: Warum ich erstmals seit Jahren wieder hoffnungsvoll bin
Quelle: Bioware

Die Ankündigung, dass Dragon Age 4 ein reines Singleplayer-Spiel wird, löste bei PC-Games-Redakteur Matthias Dammes Freude und Hoffnung aus. Immerhin hatte er sich schon vor Jahren kritisch über die Entwicklung hin zum Live-Service-Game geäußert. Nun beschreibt er in einer neuerlichen Kolumne, warum die Zuversicht der Skepsis inzwischen überwiegt.

Es ist jetzt etwas mehr als drei Jahre her, dass ich eine Kolumne geschrieben habe, in der ich meine Sorgen bezüglich der Zukunft von Dragon Age ausdrückte. Das war zu einer Zeit als noch nicht wirklich bekannt war, ob und wie Bioware am nächsten Teil der Reihe arbeitet. Es war zu einer Zeit als gerade Mass Effect: Andromeda eher enttäuscht als überzeugt hatte und als Anthem als das nächste goldene Live-Service-Spiel am Horizont lauerte. Die Hinweise verdichteten sich, dass auch der nächste Teil der Dragon-Age-Reihe massiv um Monetarisierung und Live-Service-Elemente herum aufgebaut werden sollte.

Damals hatte ich meine Zweifel, ob "Dragon Age 4 noch ein Rollenspiel wird, wie ich es von der Marke erwarte." Der offiziellen Ankündigung des Spiels schaute ich mit sorgenvoller Miene entgegen und ich ging sogar so weit auf weitere Teile der Serie lieber verzichten zu wollen, als sie in der Gier-Maschinerie namens Electronic Arts zerfleddert zu sehen. Doch inzwischen sind drei Jahre vergangen. Dragon Age 4 (jetzt kaufen 31,99 € ) ist offiziell in Entwicklung, ohne dass wir jedoch bereits sonderlich viel über das Spiel wissen. Dennoch ist meine Stimmungslage rund um Dragon Age jetzt, drei Jahre später, eine andere. Ich würde zwar nicht sagen, dass ich schon euphorisch bin, dazu ist zu wenig vom Spiel bekannt, aber es hat sich in letzter Zeit doch so etwas wie Hoffnung breitgemacht. Anthem erreichte nie die erzählerische Güte und Charaktertiefe, die man sonst von Bioware gewohnt ist. Da auch der Rest des Spiels wenig überzeugte, war das Scheitern im Grunde vorprogrammiert. Quelle: buffed Anthem erreichte nie die erzählerische Güte und Charaktertiefe, die man sonst von Bioware gewohnt ist. Da auch der Rest des Spiels wenig überzeugte, war das Scheitern im Grunde vorprogrammiert.

Scheitern als Chance

Damit es so weit kommt, musste Bioware aber erst einmal gewaltig scheitern. Der gnadenlose Flop von Anthem, so unschön er sicherlich für die beteiligten Entwickler auch war, kam möglicherweise genau zur richtigen Zeit. Und glücklicherweise ist diese Bauchlandung mit einer völlig neuen IP passiert. Der Verlust und die Auswirkungen wären deutlich größer, wäre Bioware diese Katastrophe mit einem Dragon Age oder Mass Effect wiederfahren. So kann diese Niederlage aber auch in etwas Gutes umgewandelt werden. In eine wertvolle Lektion, dass man sich nicht so weit von seinen eigenen Tugenden und Traditionen entfernen sollte.

Das es endliche eine Remaster-Fassung der Mass-Effect-Trilogie geben wird, ist hoffentlich ein gutes Zeichen, dass man sich bei Bioware an seine Stärken zurück besinnt.  Quelle: Bioware Das es endliche eine Remaster-Fassung der Mass-Effect-Trilogie geben wird, ist hoffentlich ein gutes Zeichen, dass man sich bei Bioware an seine Stärken zurück besinnt.  Diese Rückbesinnung auf das, was Bioware einst ausgemacht hat, zeigt sich für mich auch in der Entscheidung, das von vielen Fans seit Jahren geforderte Remaster der Mass-Effect-Trilogie endlich in die Tat umzusetzen. Das zeigt mir, dass man verstanden hat, auf die Fans zu hören und nicht mehr an ihnen vorbei zu entwickeln. Diese Erkenntnis hat sich ja inzwischen sogar bis in die Konzernmutter Electronic Arts verbreitet. Zumindest, wenn man den Aussagen von Chief Studios Officer Laura Miele Glauben schenken darf. Diese meinte erst kürzlich, dass man den Studios von EA mehr Freiheiten geben würde und diese auch verstärkt Spieler-Feedback mit einbeziehen sollen. Ob solche Aussagen wie so häufig nur heiße Luft sind, oder von einem wirklichen Kulturwechsel im Konzern zeugen, muss sich allerdings erst noch herausstellen. Es wäre nicht das erste Mal, dass zunächst positive Aussagen getroffen werden, die nur wenig später mit gegenläufigen Taten wieder ad absurdum geführt werden.

Singleplayer lebt

Zumindest für Dragon Age scheinen die Aussagen von Laura Miele bereits positive Früchte zu tragen. So berichtete Investigativ-Journalist Jason Schreier Ende vergangener Woche, dass Electronic Arts den Entwicklern erlaubt habe Dragon Age 4 wieder als klassisches Singleplayer-Rollenspiel ohne jegliche Live-Service- und Mehrspieler-Elemente zu entwerfen. Eine Meldung, die mich tatsächlich unheimlich gefreut hat. Denn wie ich schon vor drei Jahren schrieb, ist alles, was Dragon-Age-Fans wollen, eine packende Singleplayer-Story, mit tollen Charakteren und spannendem Gameplay.

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Besonders freut mich, dass es EA-interne Entwicklungen waren, die zu diesem Sinneswandel beigetragen haben. Zum einen der bereits erwähnte Flop von Anthem, der gezeigt hat, dass Bioware besser beraten wäre bei seinen Wurzeln zu bleiben. Zum anderen der großartige Erfolg von Star Wars Jedi: Fallen Order von Respawn, das mit mehr als 10 Millionen verkauften Exemplaren unter Beweis stellte, dass auch reine Einzelspieler-Titel noch immer ein lukratives Geschäft sind, wenn die Qualität stimmt. Ich bin auch den Entwicklern bei Bioware dankbar, die den Berichten zufolge aktiv darum gekämpft haben, aus Dragon Age 4 wieder ein klassisches Einzelspieler-Rollenspiel zu machen. Das gibt mir Zuversicht, dass gerade bei den Kreativen im Studio noch genug Leute gibt, die wissen, was die Serie ausmacht und was Fans von ihr erwarten. Ich kann es nur immer wieder betonen. Dragon Age: Inquisition ist viel besser als sein Ruf. Die Detailverliebtheit, der Fanservice, all die großartigen Momente lassen das Fanherz höher schlagen.  Quelle: PC Games Ich kann es nur immer wieder betonen. Dragon Age: Inquisition ist viel besser als sein Ruf. Die Detailverliebtheit, der Fanservice, all die großartigen Momente lassen das Fanherz höher schlagen. 

Mehr Hoffnung als Skepsis

All diese Entwicklungen lassen mich also wieder Hoffnungsvoll auf Dragon Age 4 warten. Ich bin gespannt wie sich meine Gefühlswelt entwickelt, wenn Bioware endlich erstmals tatsächlich etwas vom Spiel zeigt. Eigentlich wünsche ich mir von Dragon Age 4 nur, dass ich wieder die Liebe, das Herzblut, den Fanservice und die Detailverliebtheit spüre, die für mich schon Dragon Age: Inquisition zu etwas ganz Besonderem und bis heute zu einem meiner liebsten Spiele überhaupt gemacht haben. Aber bis es so weit ist, wird noch viel Wasser den Drakon River hinabfließen und ich habe auch noch genug Gründe mir eine gewisse Skepsis zu bewahren.

Vor allem die zahlreichen namhaften Abgänge der letzten Jahre, sind eine schwere Hypothek. Leute wie Mike Laidlaw, David Gaider, Mark Darrah und Fernando Melo stehen sinnbildlich für die Erschaffung von Dragon Age und werden nicht so ohne weiteres zu ersetzen sein. Immerhin sitzen mit Creative Director Matthew Goldman und Lead Writer Patrick Weekes noch immer zwei Bioware-Veteranen, die seit vielen, vielen Jahren diverse Projekte mitgeprägt haben, am kreativen Ruder. Wie gesagt, völlig frei von Zweifeln bin ich weiterhin nicht, aber zum ersten Mal seit einigen Jahren überwiegt wieder die Zuversicht und Hoffnung, wenn ich an das nächste Dragon Age denke. Ich hoffe Bioware enttäuscht mich nicht. Alles andere würde ich ihnen vermutlich niemals verzeihen.

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    • Kommentare (43)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von xaan Spiele-Kenner/in
        Zitat von Nevrion
        Die Schänke hatte durchaus ihre abwechslungsreichen Momente....

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Sera ist imo sowieso eines der interessantesten Partymitglieder im Spiel.
        Ich kann mich noch an damalige Diskussionen erinnern, in denen sie viel Hate abbekommen hat, die ich nicht nachvollziehen konnte.
      • Von xaan Spiele-Kenner/in
        Zitat von Nevrion
        Die Schänke hatte durchaus ihre abwechslungsreichen Momente....

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        Sera ist imo sowieso eines der interessantesten Partymitglieder im Spiel.
        Ich kann mich noch an damalige Diskussionen erinnern, in denen sie viel Hate abbekommen hat, die ich nicht nachvollziehen konnte.
      • Von Tori1 Mitglied
        Ich bin da nicht so versöhnlich Bioware muss mir erst mal beweisen das sie des Entwickelns noch fähig sind bevor ich die wieder an mein Konto lasse.
      • Von DarkSamus666 Spiele-Enthusiast/in
        Zitat von Nevrion
        Die Schänke hatte durchaus ihre abwechslungsreichen Momente....

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        Den Song kenn ich heute noch. Kann ich von Dragon Age 1 oder 2 nicht sagen, das da was hängen blieb. Ich meine, ich versteh schon was du meinst und kann das auch zum Teil nachvollziehen, aber ich finde, man legt hier einen sehr harten Maßstab an das Spiel an, wenn man es so kritisiert.

        Ich hatte mal einen Freund Dragon Age 3 geschenkt, aber er kam nie über die Hinterlande hinaus, weil er mit dem Kampfsystem nicht grün wurde. Manchmal kann es an ganz banalen Geschmäckern scheitern, so dass ich wohl ganz froh bin, dass es meinen Geschmack getroffen hat.
        In der Schänke spielte die Bardin. Schau dir mal zum vergleich die Inszenierung der Schänke in the Witcher 3 an und schau dir an, was man da zum Teil machen kann, in JEDER Schenke gibt es zumindest die Möglichkeit auf eine Partie Gwent, meist aber auch einen Faustkampf und nicht selten ein Sidequest mit ordentlicher Inszenierung, bei DA:I gibt es die Szene mit dem Bullen und das war's dann aber: andere Elemente der Feste hatten keinerlei Funktion. The Witcher 3 ist halt der Platzhirsch und kam relativ Zeitgleich auf den Markt. Dagegen stinkt DA:I in eigentlich allen Belangen ab, mit einer Ausnahme: es hatte Drachen.
        Ich habe das Spiel 2 mal durchgespielt und fand es beim ersten mal eigentlich nicht schlecht, beim 2. Durchgang fallen aber dann die ganzen Mängel auf. Beim Witcher ist das halt bei Weitem weniger zu spüren, wohl aber, wie wenig die Entwickler daran interessiert waren, sich auf den Loorbeeren auszuruhen. Schon der Vorgänger pulverisierte Alles, was Bioware bis dato gemacht hat, v.A., was den Wiederspielwert betrifft. Die Entscheidungen brachten nämlich wirklich Veränderung und so gab es zumindest 2 grundverschiedene Durchläufe, was ich auch wieder bei DA:I als vergebene Chance ansehe, da es mit der Entscheidung Magier oder Templer gerade dazu ausgelegt war. Man hat sich aber stattdessen für die schiere Größe und eben diese enorme Menge an Leerlauf entschieden.
        Es ist kein schlechtes Spiel und hat durchaus seine Highlights, ist aber halt weit unter dem, was ich mir von nem Studio wie Bioware im Jahr 2014(?) erwartet habe. Den Berg-Dlc fand ich dann wieder klasse, den letzten hab ich aber gar nicht mehr gespielt, da es da schon am Anfang einen sehr lästigen Bug gab, was mich zum nächsten Punkt bringt, warum Dragon Age kein sonderlich gutes Spiel ist: Die unsaubere Programmierweise von Bioware. Es ist nicht Andromeda-Schlimm, aber dennoch war DA:I von Fehlern gespickt und man musste zumindest auf PS4 mit häufigen Abstürzen und Bugs leben. Dazu kommt halt, dass Elemente wie das Reiten so stümperhaft umgesetzt wurden, dass jeder "mein Ponyhof"-Teil vor Scham erblassen würde. Ein Pferd, das mit geschätzten 15 km/h im Galopp dahertümpelt streich ich doch aus dem Spiel!
        Dasselbe gilt für diese absolut langweilige Stadt Val Royaux, wogegen das Städchen Flotsam in the Witcher 2, aber auch jede Stadt aus Skyrim wie eine Metropole wirkt. Der Palast war da schon aufregender, aber auch da war alles sehr statisch...
        Ich hoffe, dass die entwickler sich wirklich intensiv aktuelle RPGs angesehen haben und zu dem Schluss kommen, dass es doch möglich ist, lebendig wirkende Städte, gut inszenierte Sidequests mit interessanten Nebengeschichten und abwechslungsreiche Gebiete zu kreieren... EA pulvert ja auch dementsprechend viel Geld in die Entwicklungen, nur kam bei den letzten Produktionen leider nicht das raus, was man sich erhofft hat. Also gilt meine Hoffnung schlussendlich auch Bioware selbst. Ich will wirklich nicht, dass das Studio geschlossen wird, aber viele Patzer wird EA nicht mehr tolerieren.
      • Von Nevrion Spiele-Kenner/in
        Zitat von DarkSamus666
        Der Stadtvergleich ist das, was ich meine. Das Gleiche gilt ja auch für die Himmelsfeste. Es ist einfach so, dass da außer den Kameradenquests und den paar Gerichtsverhandlungen nichts passiert. Generell ist es einfach so, dass das Spiel sich wie eine aufgedunsene Version von Origins anfühlt. Schade finde ich, dass Gebiete wie das von den Truppen umkämpfte Gebiet so banal ausfallen. Sie sind schlicht nicht gut in Szene gesetzt.
        Die Schänke hatte durchaus ihre abwechslungsreichen Momente....

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        Den Song kenn ich heute noch. Kann ich von Dragon Age 1 oder 2 nicht sagen, das da was hängen blieb. Ich meine, ich versteh schon was du meinst und kann das auch zum Teil nachvollziehen, aber ich finde, man legt hier einen sehr harten Maßstab an das Spiel an, wenn man es so kritisiert.

        Ich hatte mal einen Freund Dragon Age 3 geschenkt, aber er kam nie über die Hinterlande hinaus, weil er mit dem Kampfsystem nicht grün wurde. Manchmal kann es an ganz banalen Geschmäckern scheitern, so dass ich wohl ganz froh bin, dass es meinen Geschmack getroffen hat.
      • Von xaan Spiele-Kenner/in
        Zitat von MichaelG
        Der Genickbruch für ME:A war neben dem Verriß aber auch der vorangegangene Hype. Dem konnte das Spiel nicht gerecht werden. Selbst wenn es top gewesen wäre. Aber so war es doppelt problematisch.

        Spiel alles andere als perfekt aber der Hype der eine Anspruchshaltung und Erwartungshaltung geschürt hat, die dem Spiel schlußendlich zusätzlich geschadet hat.

        Und wahrscheinlich spielt dann bei der Wertung der Redakteure auch eine Rolle, wenn das Spiel den eigenen Vorstellungen nicht entspricht (wir sind alles nur Menschen).
        Naja, ich finde mindestens die Qualität des allerersten Teils sollte schon da sein. ME:A war ja durchaus auch als Softreboot geplant. Also mal Teil 2 und 3 außen vor gellassen und nur an Teil 1 gemessen.....aber selbst da fällt Andromeda in vielen Dingen imo einfach zu kurz. Schon ganz zu Anfang bei der Anzahl und Tiefgründigkeit der neuen Alienvölker.

        Es mag ein gutes (aber kein sehr gutes) Spiel sein, wenn man diesen Anspruch nicht hat. Aber dann sollen sie es eben auch nicht Mass Effect nennen. Wer Mass Effect drauf schreibt, der weckt diese Erwartungen ja bewusst um daraus Kapital zu schlagen - und die muss er dann eben auch erfüllen.
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