Dragon Age 2 Test - Negative Aspekte
Pro und Kontra prallen aufeinander: Dragon Age 2 trumpft mit actionreichen Kämpfen auf. Aber geht das auf Kosten klassischer Rollenspielelemente? Wir sagen Ihnen, was Biowares neues Rollenspiel-Epos bietet und wo Sie Abstriche in Kauf nehmen müssen.
Kontra - Das hat uns an Dragon Age 2 nicht gefallen
Spielweltgestaltung im Fließbandprinzip, langweilig und einfallslos
So glaubwürdig die Charaktere in Dragon Age 2 auch sind, die Spielumgebung ist es nicht. Modulabschnitte und Schlauchlevels statt einer großen, zusammenhängenden Welt – das ist schon seit Neverwinter Nights stets die Achillesferse der Bioware-Spiele. Wie schon in Origins kommt auch in Dragon Age 2 das gewohnte "Baukastensystem" in Sachen Levelgestaltung zum Einsatz. Dabei ist jedes Questgebiet ein durch eng vorgegebene Wege geprägtes Areal, in dem vorgefertigte Landschaftsmodule Verwendung finden. An fixen Ein- und Ausgangspunkten betritt und verlässt man einen solchen Abschnitt. Selbst Hauptschauplätze wie Kirkwall, die Knochengrube oder der Sunderhügel wirken oft zu steril und leblos.
Quelle: PC Games
Dragon Age 2: Isabela als Schurkin ist auf den Zwei-Waffen-Kampf beschränkt. Bogenschießen etwa, können Sie ihr nicht beibringen.
Obwohl es dort etliche NPCs gibt, stehen die meisten davon nur spärlich animiert in der Gegend herum. Gerade Kirkwall, das doch eine total überlaufene Zufluchtsstätte darstellen soll, wirkt an vielen Ecken so sortiert und aufgeräumt wie eine Kaserne beim Generalsbesuch. Tiere, die für etwas Belebung in den Gassen sorgen könnten, gibt es schon gleich gar nicht. Doch welche Ausmaße die Sparsamkeit beim Leveldesign vieler Nebenquestgebiete annimmt, lässt uns schier ungläubig auf den Monitor starren. Denn wer alle Nebenquests im Spiel erfüllt, läuft oft durch exakte Kopien eines Questgebiets. Jeder Stein, jeder Strauch – ohnehin spärlich verteilt – sitzt an der exakt gleichen Stelle. So kam es im Test mehrfach vor, das identisch gestaltete Questgebiet fünf, sechs oder mehr Mal gesehen zu haben. Man weiß gar nicht mehr, ob man nun gerade in den "Befestigten Höhlen" oder in "Wilmods Lager" seines Weges geht.
Dasselbe gilt für Minen, Höhlen, Anwesen – viel zu oft bekommt man die gleiche Variante einer solchen Umgebung vorgesetzt. Das höchste der Gefühle sind versperrte Seitenwege, Türen, Durchgänge oder Ähnliches. Lange Laufwege kaschieren die Entwickler meist mit mehreren, durch Pfeile markierten Ausgängen im Level. Dass es trotz "Schlauchlevelarchitektur" auch deutlich besser geht, bewiesen zuletzt Radon Labs mit ihren wunderschön gestalteten Spielabschnitten in Drakensang: Am Fluss der Zeit. Keine Frage, Rollenspieler, die großen Wert auf eine detaillierte, glaubhafte Spielwelt legen, schauen bei Dragon Age 2 einfach nur in die Röhre. Ebenfalls suboptimal gestaltet sich die Übersichtskarte für Spielweltabschnitte. In schlichtem Grau und Schwarz gehalten, ist es schwer, darauf eingezeichnete Läden oder Gebäude zu erkennen, sind diese doch nur mit winzigen, ebenfalls grau gefärbten Icons dargestellt. Mühsam muss man mit der Maus darüber fahren, damit eine Infobox aufpoppt. Immerhin lassen sich Questziele als deutlich erkennbare Symbole einblenden.
In diesem Artikel
- Seite 1 Dragon Age 2 Test - Einleitung / Positive Aspekte Teil 1 (Story)
- Seite 2 Dragon Age 2 Test - Positive Aspekte Teil 2 (Talente, Crafting, Inventar)
- Seite 3 Dragon Age 2 Test - Positive Aspekte Teil 3 (Kampfsystem)
- Seite 4 Dragon Age 2 Test - Negative Aspekte
- Seite 5 Dragon Age 2 Test - Pro-/Contra-Argumente/Fazit
- Seite 6 Bildergalerie
Bildergalerie
- Seite 1 Dragon Age 2 Test - Einleitung / Positive Aspekte Teil 1 (Story)
- Seite 2 Dragon Age 2 Test - Positive Aspekte Teil 2 (Talente, Crafting, Inventar)
- Seite 3 Dragon Age 2 Test - Positive Aspekte Teil 3 (Kampfsystem)
- Seite 4 Dragon Age 2 Test - Negative Aspekte
- Seite 5 Dragon Age 2 Test - Pro-/Contra-Argumente/Fazit

Total uninteressante Geschichte, total uninteressante Charakter (da interessieren mich auch Dialogoptionen nicht), gefühlt 4 Schauplätze, welche ständig wieder abgegrast werden. Gruppe nicht mehr ordentlich selbst ausrüstbar. Total ins grenzdebile abgleitendes Rumgeklicke anstatt Gruppen/Kampfmanagement. Heiler oder Tanks werden z.B. total entwertet, da alles ständig durch die Gegend rennt bzw. Heiltränke gespamt werden. Dazu Gegnerhorden bei denen gar kein Gefühl dafür hast warum der jetzt mehr HP hat und der wieder weniger. Und vieles mehr Bescheidenes.
Es macht dafür Spaß, man klickt sich von einer Karten ständig in neue Kleinstabenteuer. Der Spaß ist allerdings auch begrenzt. Für den geistig und auch sonstig leicht zu erfreuenden Gesellen von nebenan eventuell (sehr) gut, für Kenner des epischen ersten Teils maximaler Durchschnitt.
Erinnert stark an Assassin's Creed mit der Steuerung, und Handhabung, ebenso wie die Linearität. Die Grafik scheint zwar nicht auf den neusten Stand, ist aber ausreichend.
Schnell fallen die immer gleichen Karten auf, und eine wirkliche Abwechslung kommt nicht zu Stande. Auflösungen von Quests gehen leider zu schnell einher, sodass man kaum den Grund der Auswirkungen mitbekommt. Dies macht es schwierig die gesamte / die vielen einzelnen Geschichten zu verstehen. Zum Beispiel ist es mir vollständig unklar, warum ich jahrelang kein kontakt zu meiner Schwester hatte, nachdem Sie eingesperrt wurde, obwohl andere Sie besuchen. Der Grund / die Quelle wurde natürlich am Ende nicht aufgelöst, denn die Probleme mit der Blutmagie bestanden auch schon vor den Götzen. (Falls es in Teil 1 erzählt wurde, müsste ich diesen noch spielen). Leider ist das Rollenspiel eher Oberflächlich gehalten, so kann man jediglich Attribute vergeben, Fertigkeitsbäume erweitern, sowie den eigenen Char ausrüsten. Manchmal haben die eigenen Reaktionen Auswirkungen auf die Spielumgebung, aber nicht auf die Haupthandlung. Ach spielt es keine Rolle, ob Eure Begleiter Euch hassen, lieben oder egal sind. Stehlen wird von Wachen gar nicht beachtet. So kann man getrost die Truhe des Truchsess lehren während sich eine Wache neben Einen befindet.
Fazit: die Steuerung ist gewöhnungsbedürftig, nach einigen Stunden aber kein Problem mehr. Das Spiel scheint oberflächlich gehalten, obwohl der vielen Quests und Sprachdialoge. Für wirkliche RPG-Gamer kein Muss. Wenn die Story etwas verständlicher und aufgeschlüsselter sein würde, würde das eine enorme Aufwertung bedeuten.
Das Spiel ist zeitweilig, viel zu blutig. Man kann die Bluteffekte nur teilweise ausschalten.
Wer noch Fragen zum Spiel hat oder seine Meinung niederschreiben möchte, kann dies auch gerne im Sammelthread im Forum machen.
Dort ist die Chance vielleicht höher eine Antwort bzw Kommentare zum Beitrag zu erhalten, da der Thread dort immer "aktuell" ist und der Test hier möglicherweise doch deutlich weniger aufgerufen wird als anfangs.
Feedback zum Test selbst ist hier natürlich besser aufgehoben. :)
Als Antwort drauf sagte Herbboy, dass DA2 sich eher nicht so sehr an die "Old School" Gemeinde richtet. Darauf mein zweiter Post:
Das ist ja genau das Problem, was ich habe. Das es eben nicht Old School vs. New School ist, sondern, dass die angeführten Kritikpunkte das Spiel alles andere als überdurchschnittlich machen. Über Levelscaling kann man streiten, über Inkonsistenzen in der Story hinwegsehen (mir macht's zumindest nicht so irre viel aus), aber ein Großteil der bemängelten Dinge machen dieses Spiel sozusagen "faktisch" schlecht. Sie sind objektivierbar und haben nichts mit persönlichen Vorlieben zu tun.
Du sagst, das Spiel sei trotzdem gut. Mich würde wirklich interessieren, was es denn denn dann so gut macht. So wie ich das sehe, bleibt nämlich nicht mehr viel, wo DA2 noch punkten kann...
Edit: Was ich halt nicht verstehe, ist, wenn die PC-Games Wertungen von 90% und mehr nur für absolute Ausnahmespiele vergibt, die einem vielleicht alle Jubeljahre mal unterkommen und die in keiner Spielesammlung fehlen sollten, wie kann dann DA2, das ja anscheinend in nahezu jedem Aspekt mängelbehaftet ist (und zum Teil sogar kinnladen-auf-den-tisch-knall-mäßiger Murks), nur 2% weniger bekommen?
Dass man das Spiel wegen der Inszenierung und der actionreichen, flotten Kämpfe "gut" finden kann, ist ja eine Sache. Aber 88%?
Hallo allerseits. Ich habe diesen Beitrag bereits im Rollenspielforum gepostet, aber trotz der netten Versuche von Herbboy konnte ich keine Antwort auf meine Frage bekommen. Deswegen versuche ich es hier nochmal:
Vor kurzem erwarb ich nach langen Jahren Computerspiele-Abstinenz die aktuelle PC-Games, hauptsächlich wegen des beigefügten HMM5. Da ich mal wieder ein bißchen Zeit mit meinen
Lieblingsgenres (RPG und Rundenstrategie) verbringen wollte, guckte ich
hier und da, was es zur Zeit so alles an Aktuellem gibt und stieß dabei
auf Dragon Age 2, was ja auch nicht schwer war.
Neben den zu erwartenden Lobeshymnen, gab es aber auch Reviews wie dieses hier: www.rpgcodex.net/content.php ,
wo sich der Rezensent zwar um Objektivität bemüht, aber nicht umhin
kann, dass Spiel mehr oder weniger in Grund und Boden zu verreißen.
Einige seiner Hauptkritikpunkte:
- Eine unlogische und von Inkonsistenzen bestimmte Story
- Aus dem Nichts auftauchende Gegnerwellen
- Copy+paste maps
- Unausgereiftes Loot- und Itemsystem
- MMO-typische, phantasielose Quests: "Kille 10 dies, hole 10 das"
- Schlauchlevel
- Levelscaling
- LP-Blasen als Gegner
Das alles führt er sehr nachvollziehbar anhand von Beispielen an, so daß
man, auch ohne das Spiel gespielt zu haben, einen sehr guten Einblick
bekommt, ob das Spiel was für einen ist oder nicht.
Was mich jetzt ehrlich gesagt sehr verdutzt hat, ist wie die PC-Games, obwohl sie
im Test im Prinzip dieselben Punkte bemängelten (und noch einige mehr),
trotz allem auf eine Wertung von 88% kam. Auch bevor ich mich im Netz
umsah, kam mir der Gedanke, dass die im Test angeführten Kritikpunkte
normalerweise dazu ausreichen, eine Wertung erheblich zu drücken. Und
was da an Postitivem erwähnt wurde: Reicht das wirklich aus, um das
Spiel da noch rauszureißen?