Dracula: Origin im Test
Das gibt es nun wirklich selten! Während Frogwares seine letzten Werke noch in 3D-Grafi k inszenierte, besann sich das Studio diesmal auf alte Tugenden: Sein Adventure Dracula: Origin setzt wieder auf den typischen Grafikmix aus vorgerenderten Hintergründen und detailreichen 3D-Charakteren. Ein Rückschritt, der sich auszahlt: Das Spiel ist Frogwares' beste Arbeit seit Sherlock Holmes und das Geheimnis des Silbernen Ohrrings.
Simpel zu bedienen, klassisch in der Aufmachung - Dracula: Origin ist gelungen.
Bram Stoker lieferte die Vorlage, Dracula: Origin hält sich grob daran: Das Spiel erzählt die Geschichte des Vampirjägers Van Helsing; ein blass geratener Held, der Jagd auf den legendären Blutsauger macht. Action gibt's dabei nicht, Van Helsing löst seine Aufgaben stets mit Überlegung und Logik. Dabei werden per Mausklick Gruften geöffnet und Tempel erforscht, alles fein im aufgeräumten Tagebuch dokumentiert. Leider ist das die einzige Hilfestellung im Spiel - Van Helsing selbst hält sich mit Tipps zurück. Immerhin: Hotspots und Raumausgänge lässt man sich bequem per Leertaste anzeigen und auch das Inventar öffnet sich lässig per Rechtsklick, ohne aber an den Bedienkomfort eines Geheimakte Tunguska heranzureichen. Hin und wieder treiben es die Rätseldesigner zu weit: Da soll der Spieler wahllos Items miteinander kombinieren oder übertrieben knifflige Schalter- und Logikrätsel knacken. Für Einsteiger ist das zuviel des Guten.
Diese Frustmomente auszugleichen, gelingt der Atmosphäre nicht: Die wenigen Charaktere haben nur wenig Profil, die Sprecher sind von bestenfalls durchwachsener Qualität und die blutleere Handlung lässt Spannung vermissen. Da muss Frogwares einfach noch dazulernen.
Rätsel am Pranger
Erstaunlich viele Aufgaben in Dracula: Origin wenden sich vom Prinzip "Kombiniere Item mit Hotspot" ab. Den wenigsten Adventures tun solche Rätsel gut: In Großaufnahme werden Codes und Schlösser geknack t, Muster verschoben, Runen angeordnet. Oft zeigt sich das Spiel hier aber vorbildlich: Die meisten Aufgaben lösten wir nach einigen Minuten ohne fremde Hilfe, das Erfolgserlebnis ist dann umso größer. Leider sind manche Rätsel einfach zu schwer und zeitintensiv geraten. Eine Ingame-Hilfe wie die in Geheimakte Tunguska hätt e hier viele Wertungspunkte gerettet!
