Doom Eternal: Warum id Software mal das Genre wechseln sollte!

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Special Felix Schütz - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Doom Eternal: Warum id Software mal das Genre wechseln sollte!
Quelle: PC Games

Action wie im Rausch: Die ersten Levels aus Doom Eternal haben richtig Spaß gemacht! Trotzdem wünscht sich unser Redakteur Felix Schütz ein Umdenken bei id Software, denn er traut dem Kult-Studio noch wesentlich mehr zu als "nur" Shooter! In seiner ganz persönlichen Meinung schildert Felix, wo neben Doom, Quake, Rage und Wolfenstein noch Platz für eine neue Marke sieht.

Ehre wem Ehre gebührt: Was wir heute unter "Ego-Shooter" verstehen, haben wir zu weiten Teilen id Software zu verdanken. Wo sonst war die Technik brillanter, das Gameplay flüssiger, die Doppelshotgun wuchtiger als damals in Doom oder Quake? Bis Mitte der 90er Jahre hielt id Softwares Höhenflug an, danach zogen andere Studios kräftig nach, setzten mit Duke Nukem 3D, Unreal und Half-Life eigene Maßstäbe. Trotzdem ist id Software selbst nach drei Jahrzehnten eine Top-Adresse für Shooter geblieben und mit dem gelungenen Reboot fand schließlich auch Doom (2016) wieder zu alter Stärke zurück. Heute sitzt id Software wieder fest im Sattel, ihr nächstes Spiel Doom-Eternal machte schon beim ersten Probeballern mächtig Laune.

Warum also schlage ich vor, dass sich ausgerechnet die Shooter-Experten schlechthin an einem anderen Genre versuchen? Weil mich mehr und mehr das Gefühl beschleicht, dass id Software eigentlich schon längst ein anderes Spiel machen könnte - und das insgeheim vielleicht auch selber will.
Shooter im Wandel: Doom steckt schon jetzt voller Jump-and-Run-Elemente, Upgrades und Suchaufgaben. Quelle: Bethesda Shooter im Wandel: Doom steckt schon jetzt voller Jump-and-Run-Elemente, Upgrades und Suchaufgaben.

Metroid trifft Shooter - das hat schon einmal geklappt!

Kein großes Geheimnis: Metroidvanias zählen schon lange zu meinen absoluten Lieblingsspielen. Seit Super Metroid (SNES, 1994) bin ich ein Fan des Genres, für Ori and the Blind Forest, Batman: Arkham Asylum oder Hollow Knight lasse ich fast alles stehen und liegen.

Metroid Prime 2: Echoes (Gamecube, 2004) Quelle: Nintendo Metroid Prime hat's vorgemacht: Shooter und Metroidvanias passen gut zusammen! Ein besonderes Spiel dieser Bauart war das exzellente Metroid Prime (Gamecube, 2004): Ihm gelang es hervorragend, das vertraute Spielprinzip von der 2D-Seitenansicht in die Ego-Perspektive zu katapultieren. Die Kritiker flippten regelrecht aus, auch die Fans liebten es und zwei sehr gute Nachfolger rundeten die Trilogie ab. Nach so einem Erfolg lassen die Trittbrettfahrer normalerweise nicht lange auf sich warten, doch im Fall von Metroid Prime blieben sie seltsamerweise aus. Gute Metroidvanias aus der Ego-Perspektive gibt es bis heute kaum! Das sympathische Journey to the Savage Planet, der Indie-Geheimtipp Supraland, im weitesten Sinne vielleicht noch Bethesdas Prey - sie zählen zu den seltenen, löblichen Ausnahmen. Und Metroid Prime 4? Das scheint wohl noch in weiter, weiter Ferne zu liegen.

Was mich endlich zurück zu Doom bringt.

Mehr als nur ballern!

Wie im letzten Doom gibt's auch in Eternal eine detailreiche Map, die bei der Suche nach Secrets hilft. Wäre in einem Metroidvania ja ganz praktisch... Quelle: PC Games Wie im letzten Doom gibt's auch in Eternal eine detailreiche Map, die bei der Suche nach Secrets hilft. Wäre in einem Metroidvania ja ganz praktisch... Schon im Doom-Reboot von 2016 hat id Software nicht einfach nur den Geist der 1990er beschworen und ein deftiges Ballerfest abgeliefert, sondern auch ein paar Dinge anders (und überraschend gut) gemacht. Fangen wir bei dem Bewegungsmodell an. Doom ist und bleibt ein Shooter, hohes Tempo, fiese Gegner, dicke Wummen. Trotzdem gibt es auch ungeheuer viele Sprungeinlagen! Und nicht nur das: Der Doom Slayer kann sich auch lässig an Kanten raufziehen, das spielt sich schön präzise und ist keine Selbstverständlichkeit. Im Nachfolger Doom Eternal (jetzt kaufen 99,99 € ) gehen die Entwickler sogar noch weiter, hier wird es auch Sprints in der Luft, Doppelsprünge von Anfang an, Kletterwände, Stangen zum Entlangschwingen und einen Kettenhaken geben, mit dem man sich an Gegner ranziehen kann.

Kurzum: Doom Eternal wird noch mehr Turnmöglichkeiten bieten als früher. Die wiederum wirken sich nicht nur auf die Kämpfe aus, sondern geben auch den Leveldesignern deutlich mehr Freiheiten. Secrets und Geheimgänge können beispielsweise wesentlich fantasievoller verborgen werden als noch zu alten Quake-Zeiten, der Spieler muss die Levels in alle Richtungen genauer untersuchen, versteckte Schalter aktivieren und von den vorgegebenen Pfaden abweichen, um wirklich alles zu finden.

Das alles sind wichtige Merkmale von Metroidvanias!
Intensive Kämpfe hat id Software schon lange drauf. Zeit, sie mit etwas Neuem zu kombinieren! Quelle: Bethesda Intensive Kämpfe hat id Software schon lange drauf. Zeit, sie mit etwas Neuem zu kombinieren!

Upgrades mit Wert

Logisch: Schon die alten Doom-Teile enthielten zig Geheimräume, in denen sich kleine Boni befanden. Doch erst mit dem Reboot von 2016 kam ein entscheidender Faktor hinzu, denn hier sammelte man eben nicht nur Munition, Rüstungspunkte und Heilpakete ein. Diesmal gab es auch richtige Upgrades zu entdecken! Mit denen durftet ihr die Fähigkeiten und die Ausrüstung des Slayers dauerhaft verbessern, beispielsweise um Waffen aufzumotzen und Statusboni freizuschalten.

Auch hier gilt: Dauerhafte Upgrades, die uns das Leben etwas leichter machen, sowie lohnenswerte Boni fernab des Hauptpfades sind typische Metroidvania-Elemente!

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Der Weg ist nicht mehr weit

Upgrades in Hülle und Fülle: Doom Eternal geht in dieser Hinsicht weit über Shooter-Standards hinaus. Quelle: PC Games Upgrades in Hülle und Fülle: Doom Eternal geht in dieser Hinsicht weit über Shooter-Standards hinaus. Was Doom dagegen komplett fehlt, sind im Grunde nur zwei Dinge. Erstens: Die Spielwelt besteht hier noch aus linearen Levels in starrer Abfolge, das machen Metroidvanias völlig anders. Sie bieten in der Regel eine zusammenhängende Welt, oft sogar ohne Ladezeiten oder zumindest mit halbwegs glaubwürdigen Levelübergängen (Aufzüge, Türen, Teleoporter usw...). Da müssten die Leveldesigner von id Software also tatsächlich neue Wege gehen und eine Spielwelt bauen, die sich auch zum mehrfachen Erkunden eignet. Das Zauberwort lautet: Backtracking!

In praktisch allen Metroidvanias kehrt man nämlich in alte Bereiche zurück, um dort neue Upgrades zu erbeuten, weitere Secrets zu entdecken oder Nebenquests zu erledigen. Die Rückkehr in alte Bereiche dient dabei auch als Gradmesser für den eigenen Spielfortschritt: Hat man sich anfangs vielleicht noch in einem Abschnitt schwer getan, fällt der zweite Besuch dank stärkerer Ausrüstung und nützlicher Gadgets deutlich bequemer aus.
Die Armklinge kommt in Doom Eternal nur bei Finisher-Sequenzen zum Einsatz. In einem Metroidvania könnte sie auch zum Erkunden und in Puzzles nützlich sein. Quelle: PC Games Die Armklinge kommt in Doom Eternal nur bei Finisher-Sequenzen zum Einsatz. In einem Metroidvania könnte sie auch zum Erkunden und in Puzzles nützlich sein. Was mich zum zweiten Punkt bringt, den id Software bislang noch scheut: Es gilt als Eckpfeiler aller Metroidvanias, mit neuer Ausrüstung oder neuen Fähigkeiten nicht nur effektiver zu kämpfen, sondern auch neue Orte zu erschließen! In Doom sammelt man allenfalls Schlüsselkarten oder etwas Vergleichbares, um Türen zu öffnen. Dabei gäbe es endlose Möglichkeiten: Ein kleines Tool, um Schalttafeln und Konsolen zu hacken, Kletterhaken, Schweißgeräte, eine Drohne, die durch enge Gänge schlüpfen kann oder ein Scanner, der verborgene Leitungen in der Wand offen legt - all das würde sich bestens dazu eignen, um clevere Umgebungsrätsel oder andere Arten von Puzzles einzubauen.

Doomvania? Bitte nicht!

Mit dem Doom-Reboot hat id Software also schon längt eine ganze Menge umgesetzt und das nötige Handwerkszeug entwickelt, um das sie andere Studios sicherlich beneiden dürften. Präzise Jump & Run-Elemente (schwingen, klettern, hochziehen, etc) aus der Ego-Ansicht, dauerhafte Upgrades und ein Fokus auf sorgfältiges Erkunden - damit sind wichtige Grundsteine gelegt, mit denen sich bequem in ein anderes Genre übersiedeln ließe. Oder anders ausgedrückt: Man stelle sich nur mal ein Metroid Prime mit der Präzision und der Action eines modernen Doom vor - klingt für mich jedenfalls spitze!
Doom Eternal: Traut ihr id Software auch einen Metroidvania-Shooter zu? Quelle: Bethesda Doom Eternal: Traut ihr id Software auch einen Metroidvania-Shooter zu? Nun wünsche ich mir aber ausdrücklich kein Metroidvania im Doom-Universum. Lasst Doom bitte Doom sein, ich mag es so, wie es ist! Aber ein völlig neues Setting, eine neue Geschichte, ein neuer Ansatz - das traue ich id Software ohne Bedenken zu. Das Ganze darf dann auch gerne etwas heller und farbenfroher sein, denn auch hier habe ich das Gefühl, dass id Software seine stockfinsteren Gänge aus Doom 3 oder die grau-braune Endzeit von Rage gründlich satt hat. Wie ich darauf komme? Da braucht man sich nur mal das kräftig-bunte Doom Eternal anschauen.

Was meint ihr?

Glaubt ihr, dass sich id Software vielleicht wirklich mal an einem andere Genre versuchen wird? Oder geht es für die Texaner auch in Zukunft mit klassischen Ego-Shootern weiter? Welches Setting würdet ihr euch für ein Doom-meets-Metroid wünschen? Schreibt mir eure Meinung!

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    • Kommentare (19)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Grolt Mitglied
        Doom ist id, id ist Doom (und vielleicht noch Quake, Rage 1 war auch noch okay)

        id = Shooter Gameplay in Perfektion. Nichts anderes will ich von id als einen "Klassischen Shooter" mit geilem Gunplay.
      • Von Grolt Mitglied
        Doom ist id, id ist Doom (und vielleicht noch Quake, Rage 1 war auch noch okay)

        id = Shooter Gameplay in Perfektion. Nichts anderes will ich von id als einen "Klassischen Shooter" mit geilem Gunplay.
      • Von Gast1758186603 Mitglied
        Zitat von AcidPhreak
        Schuster bleib bei deinen Leisten. Doom 2016 war mir schon zu viel Jump & Run, so etwas will ich nicht spielen, weshalb ich es leider bis heute nicht geschafft habe es zu beenden.
        Dito. Ich glaube ich habe die Klassiker seither mehr gespielt als das von 2016... Auch Doom 3 enttäuschte mich damals sehr, das war mehr ein Jump-Scare-Resident-Evil-Irgendwas als Doom. :( Allerdings ist es mit dem VR-Mod sehr geil als VR Titel!

        Das Doom von 2016 ist irgendwie nicht schlecht, fühlt sich aber an als hätte man eine gute Portion Unreal Tournament und Casual Gaming in den Mix geworfen. Es fühlt sich "konsolig" an und das meine ich explizit negativ. Das Setting und Artwork ist alles sehr geil aber leider ist das Spiel drumherum nur "OK.

        Weniger Jump & Run und weniger "Bling-Bling" in Form von bunten überall umherfliegenden Items und sonstigen Highlights wäre besser. Weniger ist oft mehr. Aber id von damals gibt es heute eh nicht mehr und wird es wohl auch so nicht mehr geben. :(

        Doom Ethernal... Ja, für 5 oder 10€ nehm ich es vielleicht, aber sicher nicht für 60€ als Neuerscheinung.
      • Von Gemar Mitglied
        Das letzte Doom war für mich schon kein Doom mehr. Ich habe es mir bisher nicht einmal für nen 5er gegönnt.
        Das neue wird es um so weniger werden.

        - JAAA, zu einer neuen Marke. Da stimme ich diesem Artikel voll und ganz zu. Meinetwegen soll man es Doomvania nennen oder so.
        - NEIN, zu dieser Art von Doom.

        Ich will eine Mod für Doom, damit es wieder klassischer zugeht.
        Weg mit den Glory Kills, weg mit den Waffenaufsätzen und dafür ein besseres Balancing (Glory Kill viel zu mächtig gegenüber der Schußwaffen, die kaum Auswirkungen brachten). Damit sollte man auch das Feedback der Waffen an Gegnern besser darstellen.
        Wenn es so eine Mod gibt, dann kaufe ich mir auch Doom. Aber ich glaube Bethesda hat mittlerweile eine Aversion zu Mods.

        Beim nächsten Doom "aka Jump'n'Run" Eternal werden auf Grund der Levelarchitektur auch keine Mods mehr helfen.
        Ich finde es jetzt nicht so schlimm, wenn man so etwas mal ausprobiert, aber nicht wenn die Ausrichtung jeden neuen Teil betrifft und das Spiel evtl zu gewöhnlich macht (Thema: Jeden versuchen zufriedenzustellen).
      • Von AcidPhreak NPC
        Schuster bleib bei deinen Leisten. Doom 2016 war mir schon zu viel Jump & Run, so etwas will ich nicht spielen, weshalb ich es leider bis heute nicht geschafft habe es zu beenden. Doom steht für geradlienige Action, Tür auf Monsterhorden dezimieren und fertig. Für mich dürfte id gern eine neues Doom 3 machen, ohne aufgezwungene Sprung und Athlethik Einlagen, dafür mit dem düster dunklen Setting.
      • Von Gast1707477002 Mitglied
        Zitat von Jakkelien
        Doom 2 ist lange her und bis 2016 gab es so gut wie nichts mehr, dass der Doom-Formel entsprang. Dusk kam noch am nächsten.
        Id hat mit Doom 2016 dem Genre wieder neuen Wind verschafft. Das Genre BRAUCH id um nicht im Einheitsbrei der Deckungsshooter, Modern Military Shooter und 3rd-Person Shooter zu versumpfen.
        Paintkiller
        Bulletstorm
        Serious Sam
        Quake 4 (aber erst nachdem man zum Strogg wurde)
        Hard Reset
        ....Und so gut wie alle shooter bis 2003.
      Direkt zum Diskussionsende
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