Divinity: Original Sin 2 im Test - Definitive Edition und Konsolenwertung
Mit der Definitive Edition erscheint Divinity: Original Sin 2 jetzt auch für PS4 und Xbox One. Mit dabei: jede Menge Neuerungen und Verbesserungen, die PC-Spieler als kostenloses Update erhalten. Wir haben die neue Version das Rollenspiel-Hits getestet.
Es ist schon fast eine Tradition bei den Larian Studios, dass ein Jahr nach der Veröffentlichung eines Rollenspiel-Hits für den PC auch eine Umsetzung für Konsolen folgt. Zumindest erging es beiden Teilen der "Original Sin"-Reihe nun so. Natürlich ist die Verzögerung eher dem Umstand geschuldet, dass es sich bei Larian um ein kleines belgisches Indie-Studio mit begrenzten Ressourcen handelt. Aber immerhin nutzt das Team die Zeit zwischen den Versionen ebenso fast schon traditionell, um nicht nur eine Portierung zu stemmen, sondern ihr Spiel in viele Aspekten weiter zu verfeinern. Diese Arbeit kommt dann auch den Besitzern der PC-Version zu gute. Nachdem der Vorgänger eine Enhanced Edition erhielt, bekommt Divinity: Original Sin 2 nun also seine Definitive Edition (verspieltes Wortspiel-Potential), die am 31. August 2018 mit Unterstützung von Bandai Namco für PS4 und Xbox One erscheint. Ungefähr zur gleichen Zeit sollen sich auch PC-Spieler über die verbesserte Version des Spiels freuen können.
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Menüs und Steuerung
Ansätze für Verbesserungen haben die Entwickler von Larian viele gefunden. Denn auch bei einem Spiel mit einem Metacritic-Durchschnitt von 93 Punkten gibt es Kritikpunkte, die die leidenschaftliche Fanbasis des Divinity-Universums auch zahlreich dargelegt hat. Dieses Feedback bildete die Grundlage für viele der Verbesserungen in der Definitive Edition. So wurden zum Beispiel auch bei uns im Test die nicht immer optimalen Menüs
Quelle: PC Games
Das überarbeitete Inventar-Menü zeigt die ganze Gruppe auf einen Blick und vereinfacht das Item-Management enorm.
angekreidet. So ließ das Inventar zu wünschen übrig. Kam man damit per Maus-Steuerung noch ganz gut klar, wurde das Mikromanagement zwischen den vier Party-Mitglieder bei der Verwendung eines Controllers zur Qual. Für die Konsolen-Version haben die Entwickler hier die richtigen Schlüsse gezogen. Im Controller-Interface werden nun alle vier Helden übersichtlich nebeneinander angeordnet, was den Austausch von Gegenständen unheimlich erleichtert. Es lassen sich nun sogar mehrere Items markieren und auf einen Schlag transferieren. Einfacher geht es kaum.
Die zweite große Baustelle im Interface, egal ob Controller- oder M/T-Steuerung, war das Journal. In der Aufzeichnung eures Abenteuers waren Questhinweise und Aufzeichnungen der ablaufenden Ereignisse bisher wild durcheinander zusammengetragen. Hier hat das Team von Larian eine klare Struktur reingebracht. Man sieht nun auf den ersten Blick einzelne Quests, mögliche Unterpunkte und davon getrennt die Chroniken eurer Reise. Damit ist wesentlich klarer, was zusammen gehört und was als nächstes zu tun ist. Bei einem Rollenspiel, das einem nicht alles vorkaut, ist das von unschätzbarem Wert. Insgesamt macht die Steuerung durch die Verbesserungen im Menü ein ausgezeichnetes Bild. Auch mit dem Controller lässt sich das Abenteuer sehr ordentlich bedienen, auch wenn man natürlich in Sachen Präzision und Umfang der Zauberleiste ein paar Abstriche machen muss. Wirklich umständlich wird es aber zu keinem Zeitpunkt.
Inhaltliche Verbesserungen
Auch inhaltlich haben sich die Entwickler das Spiel noch einmal genauer vorgenommen. Besonders den dritten Akt in der Stadt Arx sind sie dabei ans Leder gegangen. Hier wurden nach Angaben des Teams rund 150.000 Zeilen an Handlung Neu- oder Umgeschrieben (und entsprechend auch neu vertont).
Quelle: PC Games
Besonders im dritten Akt haben die Entwickler zusätzliche Story-Elemente hinzugefügt, die dem Spieler mehr Kontext geben.
Das macht sich bemerkbar. Selbst für jemanden, der das Spiel schon durchgespielt hat, gibt es hier jede Menge neuen Inhalt zu entdecken. Die Änderungen am dritten Akt wirken der häufigen Kritik entgegen, dass der letzte Akt des Spiels ein wenig die Auswirkungen aus den vorangegangen Taten vermissen lässt. Auch die schrittweise Enthüllung des Hauptbösewichts der Geschichte, ist nun deutlich besser gelöst. Ähnliches gilt für die persönliche Quest des Zwerges Biest, die mit zusätzlichen Dialogen mehr Kontext erhält.
Hilfreich für Neueinsteiger ist das überarbeitete Tutorial. Die Geschichte beginnt wie gewohnt auf einem Schiff, allerdings haben die Entwickler diesem Startgebiet ein zusätzliches Deck spendiert. Hier sind allerlei Möglichkeiten eingebaut, um den Spieler behutsam an die zahlreichen Mechaniken des komplexen Rollenspiels heran zu führen. Das steigert die Einsteigerfreundlichkeit ohne Veteranen zu unterfordern. Das Tutorialdeck kann nämlich bei Bedarf auch einfach übersprungen werden.
Mängel und Fazit
Auch wenn sich das Team von Larian die größte Mühe gibt, die Perfektion haben sie auch mit der Definitive Edition noch nicht erreicht. Die Performance und optische Qualität auf den Konsolen lässt keine Wünsche offen, auf PS4 Pro und One X sogar in schicken 4k. Allerdings ist uns das Spiel auf der PS4 auch mehr als einmal abgestürzt. Hin und wieder beobachteten wir kleinere Bugs bei der Abfolge im rundenbasierten Kampf, besonders, wenn mehrere beschworene Kreaturen involviert sind. Andere Probleme wie bei automatisch getriggerten Dialogen gehören eher in den Bereich persönlicher Vorlieben. Gemessen am Umfang und der Komplexität halten sich die Fehler aber in erfreulichen Grenzen.
Auch angesichts der vielen kleinen Detail-Anpassungen haben die Macher von Larian hier wieder ganze Arbeit abgeliefert. So können sich auch PvP-Fans über ein paar Neuerungen im Arena-Modus freuen. Darunter die Einführung von bekannten Persönlichkeiten aus dem Divinity-Universum als Kämpfer. Einziger Wermutstropfen für Konsolenspieler ist der fehlende Game-Master-Modus. Dieser war in seiner Komplexität und Bedienung schlicht nicht umsetzbar. Nichtsdestotrotz bekommt ihr auch auf den Konsolen eines der besten Rollenspiel der letzten Jahre serviert. PC-Spieler freuen sich über die vielen Neuerungen, für die auch für sie ein neuer Durchgang durchaus lohnenswert ist. Wer noch nicht zugeschlagen hat, sollte das spätestens jetzt mit der Definitive Edition auf der Plattform seiner Wahl machen.

Was lange Texte in Spielen betrifft gibt es viele Leute die Visual Novels mögen, bei denen man aus Mangel an Interaktion und multiplen Handlungspfaden wirklich sagen könnte "da kann man gleich zu Manga oder Light Novel greifen". Geschmäcker und so. Bei Dragon Quest XI haben auch bestimmte Leute rumgeheult, dass es kein Echtzeitkampfsystem hat, sondern ein klassisch rundenbasiertes. Nicht jedes Spiel muss genau dem eigenen Geschmack entsprechen, vor allem wenn die Auswahl an Spielen mit dem gewünschten Gameplay die Masse darstellt.
Mich nervt es eher, wenn eine Erwartungshaltung generiert, aber anschließend zunichte gemacht wird. Shadowrun Returns und Shroud of the Avatar z.B. welche nicht das im modernen Gewand bieten und erweitern, was die alten Spiele (Shadowrun MD und SNES, Ultima Serie) boten, obwohl das als Ziel beworben wurde. Bei beiden erwartete ich Rollenspiele mit Fokus auf Single Player und kein lineares Tactics Game bzw. verkapptes Ultima Online.
Mir ging es nur um eine minimale Umformulierung von Batzes Aussage.
Nicht um eine inhaltliche Korrektur. Dass er von einer falschen Tatsache auszugehen scheint, fand ich erst mal nicht schlimm.
Ich fand echt nur seinen zweiten Satz unfair.
2. Ich nehme mal an der falsche Fakt ist, dass Matthias in Spielen lieber lesen als spielen will. Bzw. dass das Spiel nicht vertont ist. Je nach Auslegung.
Hättest du z.B. geschrieben: "Ich kann dem Spiel auch Heute nichts abgewinnen. Ich halte es für überbewertet und möchte auch nicht so viele Texte lesen. Da zück ich lieber ein gutes Buch hervor."
Da könnte man zwar dann immer noch sagen, dass Batze nicht DIE Instanz für korrekte Spielewertungen ist und vlt. selber falsch liegt mit der Meinung, die Wertung sei zu hoch. Aber es wäre wenigstens nichts klar Falsches gewesen und auch keine vorwurfsvoll rüberkommende Kritik an Matthias.
Das Spiel ist voll vertont. Man muss keinen Dialog lesen, wenn man nicht will.
Textwüsten kann man vielleicht Pillars of Eternity und Co vorwerfen, Divinity nicht.