The Odyssee: Nolans Film fehlt etwas Wichtiges aus der Vorlage
Christopher Nolan bringt Die Odyssee zurück ins Kino und sorgt damit schon jetzt für ordentlich Gesprächsstoff. Denn der Film setzt voll auf eine düstere Stimmung und genau das könnte am Ende entweder gut funktionieren oder eben komplett nach hinten losgehen.
Christopher Nolan geht mit Die Odyssee einen eigenen Weg und das merkt man schon nach den ersten Trailern ziemlich deutlich. Statt eines klassischen Abenteuer-Epos erwartet uns offenbar ein düsteres, schweres Drama rund um Odysseus' Heimkehr.
Im Mittelpunkt steht Matt Damon als gebrochener Held, der nach dem Trojanischen Krieg von den Göttern verflucht wurde und verzweifelt versucht, den Weg zurück nach Hause zu finden. Diese epische Reise dient schon seit Ewigkeiten als Vorlage für unzählige Geschichten und prägt bis heute Filme, Bücher und viele andere kreative Werke.
Viel Drama, wenig Magie
In Nolans Version fühlt sich die Reise aber weniger wie ein großes Fantasy-Abenteuer voller Wunder an, sondern eher wie ein gnadenloser Überlebenskampf, der stellenweise fast schon an das Drama von Im Westen nichts Neues erinnert.
Quelle: Universal Pictures Germany
Während Homers Odyssee auch mal locker daherkommt, geht Nolan klar in eine andere Richtung. In seiner Version steht ein gezeichneter Odysseus im Mittelpunkt, für den die Reise eher ein harter emotionaler Kampf ist als ein großes Abenteuer.
Das ist erst mal nichts Schlechtes. Ganz im Gegenteil: Dass Nolan die bekannte Geschichte neu interpretiert und eigene Schwerpunkte setzt, macht das Ganze spannend. Der Stoff wurde in den vergangenen Jahrzehnten schon oft verfilmt und jede Version spiegelt eben ihre Zeit wider. Gerade Nolans Fokus auf Trauma, Verlust und die Spuren, die ein Krieg in der Seele eines Menschen hinterlässt, könnte der Figur von Odysseus eine ganz neue Tiefe verleihen.
Allerdings bleibt die Frage, ob genau dieser Ansatz beim Publikum wirklich zündet. Denn aktuell wirkt Nolans Odyssee ziemlich düster und genau das ist ein Stil, den man in den vergangenen Jahren in vielen großen Filmen gesehen hat.
Fehlt der Geschichte ihr Herz?
So oft sogar, dass man sich langsam daran sattgesehen hat. Zu einer Shakespeare-Tragödie mag ein solcher Ton gut passen, aber antike Sagen sind eben mehr als nur düster und schwer.
Dabei geht oft genau das verloren, was solche Geschichten eigentlich besonders macht: ein bisschen Leichtigkeit und Hoffnung. Genau das ist ja einer der wichtigsten Antriebe für Odysseus. Diese Hoffnung gibt ihm überhaupt erst die Kraft, all die Prüfungen zu überstehen. Im Kern ist Die Odyssee (jetzt kaufen 14,44 € ) eben nicht nur eine Geschichte über Leid und Gefahren, sondern vor allem über Durchhaltewillen und den Glauben daran, dass am Ende doch alles gut wird.
Doch das ist nicht der einzige Punkt, der im Vergleich zur Vorlage auffällt. In Homers ursprünglicher Geschichte steckt nämlich deutlich mehr als nur Tragödie und Drama. Odysseus ist nicht nur ein strahlender Held, sondern auch in gewisser Weise ein Gauner, der seine Gegner gerne mit Köpfchen und Einfallsreichtum austrickst.
Viele griechische Sagen haben genau diesen besonderen Charme, oft mit einer leichten, manchmal sogar humorvollen Note. Und genau das habe ich beim ersten Eindruck von Nolans Odyssee vermisst.
Quelle: Universal Pictures
Auch bei den Props von Die Odyssee gehen die Meinungen aktuell auseinander. Viele finden, dass einige Rüstungen etwas billig wirken oder einfach nicht so richtig ins Gesamtbild passen.
Denn von Humor ist im Film bisher kaum etwas zu sehen. Stattdessen dominieren dunkle Bilder, ernste Dialoge und eine durchgehend bedrückende Atmosphäre. Das kann funktionieren, keine Frage. Aber es besteht eben auch die Gefahr, dass die Neuauflage von Die Odyssee dadurch schwerfällig und eindimensional wirkt.
Gerade bei einem Stoff wie Die Odyssee, der von Abwechslung, kuriosen Figuren und überraschenden Wendungen lebt, könnte ein reiner Fokus auf die düsteren Aspekte etwas verschenktes Potenzial sein.
Typisch Nolan bleibt immerhin das Spiel mit der Zeit. Die nicht-lineare Erzählweise und die verzerrte Wahrnehmung von Odysseus könnten dem Film eine zusätzliche Ebene geben und genau hier dürfte der Regisseur wieder seine Stärken ausspielen. Ob die sehr ernste, fast schon graue Grundstimmung am Ende aber wirklich bei allen ankommt, bleibt abzuwarten.
Was meint ihr: Passt der düstere Ansatz zur neuen Odyssee oder hättet ihr euch mehr Humor und Leichtigkeit gewünscht? Nutzt gerne die angebotene Kommentarfunktion und teilt uns eure Meinung zum Thema mit. Beachtet beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln und die allgemeine Netiquette im Internet. Solltet ihr noch keinen Account haben, könnt ihr über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Unsere Video-Inhalte findet ihr bei Youtube , Instagram und Tiktok .

Und trotzdem. Wenn man sich abseits vom Mainstream umschaut, findet man immer wieder echte Perlen. Jedes Jahr finde ich ca. 10 gute bis sehr gute Filme. Letztes Jahr fand ich z.B. ein überragendes Jahr fürs Horrorgenre und das gehört nicht unbedingt zu meinem Lieblingsgenre.
Das funktioniert bei einigen Filmen ziemlich gut, aber man muss sich als Zuschauer darauf einlassen.
Odysseus als Charakter als Listenreicher passt zu Nolans Filmsprache dabei eigentlich gar nicht, weil die Figuren eigentlich immer von der Handlung getrieben werden. Im Sinne des Helden, der den Spielen der Götter des Olymps ausgesetzt ist, passt Nolans Filmstil dann wieder gut.
Was die Besetzung und die Kostüme betrifft, langt Nolan allerdings an meinen durch klassische Darstellungen geprägten Vorstellungen komplett vorbei, sei es wegen den Wikingerschiffen, der Agamemnonrüstung oder den Besetzungen. Da wird es dann mit dem "drauf Einlassen" kaum zu was werden und Nolans Film verliert wie immer extrem an Sehwert, sobald man anfängt ihn zu hinterfragen.
Das wird wieder schleichend aus Filmen, Spielen und Serien in den nächsten Jahren verschwinden.
Sei es drum – als alter Filmfreak kann ich The Odyssey kaum erwarten. Gerade das Blockbuster-Kino hat in den letzten fünfzehn bis zwanzig Jahren enorm gelitten; ganze Franchises wurden durch die Mechanismen großer Studios (Disney!) regelrecht ausgebrannt, verschlissen und beerdigt. Umso schöner ist es, dass es noch diese opulenten Filme gibt, in denen spürbar echtes Handwerk, Leidenschaft und cineastische Vision stecken (kein CGI Matsch). Statt sie schon im Vorfeld bis ins Detail zu zerreden oder schlechtzureden, sollten wir solche Werke einfach genießen, solange es sie noch gibt.
Wir bekommen allein dieses Jahr einen Nolan, einen Villeneuve und einen Spielberg Film! Als ob das nicht genug wäre, kommt Alejandro González Iñárritus Digger (könnte die Überraschung des Jahres werden und Werwulf von Robert Eggers ins Kino. Wie geil ist das denn!
Ich kann diesen Ausdruck "woke Agenda" echt nicht mehr hören und klingt einfach immer etwas nach "ich muss irgendwas haben, worüber ich mich aufrege, obwohl es kein echtes, reales Problem ist, sondern nur noch von ewig-gestrigen Politikern wie Merz, Weidel, Spahn etc. zu einem 'Problem' hochstilisiert wird" an. Lasst es doch einfach gut sein.
(Achtung Überspitzung!) Niemand will euch schwul oder zu 'ner Frau machen. Niemand will euch euer Schnitzel wegnehmen. Ihr dürft immer noch mit 200 km/h Menschenleben auf der Autobahn riskieren.
Es war einfach ein (meiner Meinung nach angebrachter) Trend, der letztenendes auch viel zu sehr kapitalistisch genutzt wurde, um die Sichtbarkeit von benachteiligten Gesellschaftsgruppen in den Vordergrund zu rücken. Das tat niemandem weh. War halt oft leider einfach unfassbar schlechtes Writing dabei. Da immer noch so ein Theater draus zu machen, mein Gott. Regt euch lieber drüber auf, dass die AgD so viel Zuspruch erhält und die CDU an deren Rand fischt. 1933 hat angerufen. DAS ist ein echtes Problem.
Blockbuster Kino lebt und da ist mittlerweile wirklich wieder sehr sehr guter Stuff bei. Bin auch super gespannt auf Digger, Iñárritu's Filme sind sowieso immer etwas sehr besonderes. Und wer mit diesen großen Produktionen nichts anfangen kann, sollte sich halt einfach mal mit kleineren, arthousigeren Filmen auseinandersetzen, da sind unfassbar tolle Sachen bei.
Da macht der Trailer schon extrem neugierig!
:-D
Das wird wieder schleichend aus Filmen, Spielen und Serien in den nächsten Jahren verschwinden.
Sei es drum – als alter Filmfreak kann ich The Odyssey kaum erwarten. Gerade das Blockbuster-Kino hat in den letzten fünfzehn bis zwanzig Jahren enorm gelitten; ganze Franchises wurden durch die Mechanismen großer Studios (Disney!) regelrecht ausgebrannt, verschlissen und beerdigt. Umso schöner ist es, dass es noch diese opulenten Filme gibt, in denen spürbar echtes Handwerk, Leidenschaft und cineastische Vision stecken (kein CGI Matsch). Statt sie schon im Vorfeld bis ins Detail zu zerreden oder schlechtzureden, sollten wir solche Werke einfach genießen, solange es sie noch gibt.
Wir bekommen allein dieses Jahr einen Nolan, einen Villeneuve und einen Spielberg Film! Als ob das nicht genug wäre, kommt Alejandro González Iñárritus Digger (könnte die Überraschung des Jahres werden und Werwulf von Robert Eggers ins Kino. Wie geil ist das denn!