Die Nile Hilton Affäre: Filmkritik zum Polit-Thriller
Noredin ist Polizist in Kairo und Teil eines korrupten Systems, das 2011 kurz vor dem Zusammenbruch steht. Politisch desillusioniert und durch den Tod seiner Frau kurz vor dem mentalen Zusammenbruch stößt der Polizeioffizier auf einen Fall, der ihn nicht mehr los zulassen scheint. Die Ermittlung im Tod einer Sängerin, der von Vorgesetzten und Kollegen gleichermaßen gleichgültig als Selbstmord abgestempelt wird, führt Noredin in immer höhere Kreise und lässt ihn seine Würde und Ehre als Polizist wiederentdecken.
Kairo 2011: Polizeioffizier Noredin, der wie alle Kollegen die Hand aufhält, gerät in die Affäre um eine in einem Luxushotel ermordete Sängerin. Auf Befehl seines Onkels und Chefs soll der Fall rasch zu den Akten, doch es gibt eine Zeugin der Tat: ein sudanesisches Zimmermädchen. Als die Spur zu einem einflussreichen Politiker führt und die schöne Gina, Freundin der Ermordeten, Noredin um den Finger wickelt, beginnt dieser weiter nachzubohren.
Vor dem Hintergrund der beginnenden Proteste auf dem Tahrir-Platz erzählt das Polit-Krimidrama von einem durch und durch korrupten und von Gier und Machtmissbrauch durchsetzten System und bietet mit ägyptischem Ambiente und arabischer Mentalität einen erfrischenden Kontrast zur gängigen Skandinavien- und US-Krimi-Kost. Das etwas behäbige Erzähltempo bremst zwar die Spannung immer wieder aus, doch vor allem der libanesisch-schwedische Hauptdarsteller und Charakterkopf Fares Fares hält - auch dank seiner Ausstrahlung - den Zuschauer bei der Stange.
FAZIT
Reizvoller Thriller vor der Kulisse eines maroden, sich selbst zersetzenden Systems. Mit dem großen Preis der Jury in Sundance prämiert.
