Quelle: Buena Vista
Superman-Darsteller George Reeves (Ben Affleck) feiert.
Ben Affleck hat gut lachen. Vorbei sind die Zeiten, in denen er für seine Leinwandauftritte Goldene Himbeeren sammelte oder sich als JLo-Lover zum Affen der Gazetten machte. Mit seiner Rolle in Die Hollywood-Verschwörung landete er endlich wieder einen Volltreffer. Für seine ebenso gefühlvolle wie auch wunderbar selbstironische Porträtierung des verstorbenen Superman-Darstellers George Reeves wurde Affleck beim Filmfest in Venedig ausgezeichnet und erhielt obendrein eine Golden-Globe-Nominierung.
Ein Comeback im Cape - ausgerechnet. Dabei war Affleck gerade für seine Superhelden-Rolle in Daredevil einst ausgelacht worden. Aber das Showbiz ist nun mal schnelllebig! Um genau diese zweifelhaften Mechanismen der Traumfabrik dreht sich Die Hollywood-Verschwörung - das Kinodebüt von TV-Regisseur Allen Coulter (Die Sopranos, Sex and the City).
Im Mittelpunkt des elegant inszenierten Film-noir-Dramas steht der mysteriöse Tod von George Reeves. Als erster Superman-Darsteller schrieb er TV-Geschichte: Er spielte die Rolle des stählernen Muskelprotzes über 100 Mal. Doch Reeves verabscheute sein Comic-Helden-Image und bemühte sich um anspruchsvollere Rollen. Von einer Affäre mit der Studioboss-Gattin Toni Mannix (Diane Lane) erhoffte er den ersehnten Karrieresprung - jedoch vergebens. Deprimiert und vereinsamt kam Reeves 1959 unter rätselhaften Umständen ums Leben.
War es Selbstmord oder Tötung? Der Film versucht, diese bis heute ungeklärte Frage zu beantworten. Und so macht sich der abgehalfterte Privatdetektiv Louis Simo (Adrien Brody) daran, den Fall zu untersuchen. Die Handlung wechselt dabei zwischen zwei Zeitebenen: Rückblenden beleuchten den Aufstieg und Fall des George Reeves, während Simos Ermittlungen in der fiktiven Gegenwart Ende der 50er-Jahre spielen.
Beide Männer - Simo wie auch Reeves - suchen im gelobten Hollywood nach Ruhm und Anerkennung. Tatsächlich aber werden sie mit den Schattenseiten der Traumfabrik konfrontiert und scheitern an ihren Ambitionen. Ein stilvoll bebilderter (und großartig gespielter!) Abgesang auf falsche Träume in der Glitzermetropole L.A. - und mag auch der Plot in den 50er-Jahren spielen, so erscheint er angesichts der gegenwärtigen Schwemme an ruhmheischenden Möchtegern-Stars so aktuell wie eh und je!
(Dörte Langwald)
