Devolo GigaGate: Spieletaugliches Heimnetz ohne Kabelchaos?

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Devolo GigaGate: Spieletaugliches Heimnetz ohne Kabelchaos?
Quelle: Devolo

Sogenannte WLAN-Brücken werden immer beliebter, um das Netzwerk in den eigenen vier Wänden dahin zu bringen, wo es wirklich gebraucht wird - schließlich steht der Router meist in einer ganz anderen Ecke. Devolo bietet bereits seit Jahren "PowerLan"-Adapter an, um das Netzwerk über Steckdosen durch die Wohnung zu legen. Mit dem neuen GigaGate kommt jetzt das "WLAN-Kabel".

Das kennen viele Spieler: Der Router steht im Eingangsbereich der Wohnung, oder im Flur, vielleicht sogar im Keller ... irgendwo eben, nur nicht dort wo die Internetanbindung wirklich benötigt wird - nämlich im Arbeits-, Wohn- oder Entertainment-Zimmer. Kabel sinnvoll und am besten auch noch ansehnlich verlegen? Das kommt gerade in Mietwohnungen oftmals nicht in Frage. Andere Lösungen sind gefragt. Das deutsche Unternehmen Devolo will mit seinem GigaGate eine solche Lösung anbieten - zusätzlich zu den bereits bekannten "Netzwerk aus der Steckdose"-Adaptern der Firma.

Die Idee ist simpel: Das Netzwerk wird vom Router aus kabellos (über ein 5 Gigahertz WLAN) an eine andere Stelle in der Wohnung weitergeleitet. Von dort aus lassen sich Endgeräte dann wiederum mit Kabel anbinden. Devolo wirbt mit einer Übertragungsleistung von bis zu 2 Gbit/s bei einem echten Datendurchsatz von bis zu 1 Gbit/s, der dann auch mühelos mehrere Geräte (PC, Konsole, Receiver oder Smart-TV, ...) gleichzeitig versorgen soll. Klingt gut, aber klappt das in der Praxis auch? Wir haben's mit einem von Devolo zur Verfügung gestellten Testgerät ausprobiert.

Devolo GigaGate: Was steckt drin und dran?

Das Devolo GigaGate überbrückt 'mittlere' Reichweiten. Quelle: Devolo Das Devolo GigaGate überbrückt "mittlere" Reichweiten. Das GigaGate-Paket besteht aus zwei kleinen schwarzen Boxen: eine dient als Basis, die andere als Satellit. Die Basis wird über einen Gigabit-Ethernet-Port mit dem Router verbunden. Der Satellit wiederum bietet fünf Ethernet-Ports für den Anschluss von Endgeräten - (leider nur) einer davon ist ebenfalls ein Gigabit-Port, bei den restlichen vier handelt es sich um 100 Mbit/s-Anschlüsse. Zum Lieferumfang gehören außerdem zwei LAN-Kabel, zwei Stromkabel sowie eine knapp gehaltene aber verständliche Anleitung. Die Devolo Cockpit getaufte Software zum Management des GigaGate liegt nicht auf einem Datenträger bei, sie muss von der Hersteller-Webseite heruntergeladen werden.

Devolo GigaGate: Einrichtung

Die Einrichtung des GigaGate-Paars ist tatsächlich denkbar einfach. Basis und Satellit stellen die Verbindung zueinander automatisch her. Über die zweckmäßige Devolo-Software lassen sich die Verbindung kontrollieren und weitere Einstellungen vornehmen. Hier konfiguriert ihr beispielsweise den optionalen Access Point. Der Satellit dient nämlich nicht nur als Ethernet-Anbindung für eure Geräte, sondern bei Bedarf auch als zusätzlicher WLAN-Einstiegspunkt (2,4 GHz) ins heimische Netzwerk.

Laut Devolo optimiert das System in den ersten Stunden nach der Kontaktaufnahme übrigens die Verbindung zwischen Basis und Satellit. Während dieser Zeit tüfteln die GigaGate-Komponenten angeblich den besten WLAN-Kanal aus. In unserem Test zeigte die Devolo-Software kurz nach der Inbetriebnahme am Abend für die Basis einen Datendurchsatz von 780 MBit/s (gesendet) beziehungsweise 1.270 Mbit/s (empfangen) an. Am nächsten Morgen lag die Datenrate laut Software tatsächlich bei verbesserten 1.170 Mbit/s (gesendet) beziehungsweise 1.300 Mbit/s (empfangen).

Devolo GigaGate: Erfahrungen & Spieletauglichkeit

Unseren Praxis-Check führten wir in einer zweigeschossigen Mietwohnung in einem Haus mit mehreren WLAN-Netzwerken durch. Potentielle Störquellen waren also vorhanden. Im ersten Anlauf stellten wir Basis und Satellit in zwei unterschiedlichen Stockwerken auf. Durch die offene Bauweise der Wohnung musste die Verbindung über knapp 7 Meter dabei allerdings keine Wände durchdringen. Für einen zweiten Testlauf platzierten wir den Satelliten auf eine Entfernung von 12 Metern und durch Wände getrennt zur Basis.

Für den Check prüften wir den Datenaustausch zwischen zwei PCs (einer am Router, der andere am GigaGate-Satelliten angeschlossen). Vom in unserem Fall maximal möglichen Nutzdurchsatz von 100 Mbit/s wurden im ersten Test im Mittel mehr als ordentliche 92,70 Mbit/s erreicht. Über einen längeren Zeitraum maßen wir lediglich kleinere Schwankungen - der niedrigste Wert: 82 Mbit/s. Im zweiten Test über die etwas größere Entfernung sank der Durchsatz bereits auf merklich niedrigere 77,60 Mbit/s - auch das wäre allerdings noch ausreichend für einen VDSL-50-Anschluss.

So funktioniert das GigaGate Quelle: Devolo So funktioniert das GigaGate Aber was heißt das im Praxisbetrieb? In dem zeigt sich das GigaGate absolut alltagstauglich. MMORPG-Dauerbrenner World of Warcraft bescheinigte uns einen Ping von 30 ms. Auch in anderen Online-Spielen und mit zwei Rechnern im Betrieb am GigaGate war die Verbindung im Testverlauf schnell und blieb stabil ohne Aussetzer. Downloads via Steam landeten mit fast identischer Geschwindigkeit auf dem Rechner wie bei direktem Router-Anschluss, die GigaGate-Verbindung lag hier lediglich wenige verschmerzbare KB/s zurück. HD-Streams über Netflix waren ebenfalls problemlos möglich und auch den parallelen Betrieb von PC, PlayStation 4 sowie Streaming packte die WLAN-Brücke spielend.

An der Leistung in unserer Testwohnung hatten wir nichts auszusetzen. Der VDSL-50-Anschluss wurde nahezu verlustfrei in Ecken gebracht, die sich nicht ohne Weiteres via Kabel hätten anbinden lassen. Zu beachten ist aber natürlich, dass das Ergebnis je nach zu überbrückender Distanz und Beschaffenheit von Wohnung oder Haus schwanken dürfte. Devolo beschreibt das GigaGate als geeignete Netzwerk-Lösung für "mittlere Distanzen" und erklärt: "In Häusern mit mehreren Etagen wird das Signal je nach Dicke der Stahlbetondecken jedoch unter Umständen gedämpft und die Leistung kann von Etage zu Etage abnehmen."

Das große "aber" kommt beim Preis - mit 229 Euro ist das Gerät kein Schnäppchen. Gleichzeitig ist das Devolo GigaGate aber auch keinesfalls das teuerste Gerät seiner Klasse. Interessierte Käufer sollten allerdings hinterfragen, ob für ihre Zwecke nicht auch günstigere Alternativen völlig ausreichen. WLAN Repeater und Bridges gibt es mittlerweile von zahlreichen Herstellern - in Kombination mit einem Switch ist auch hier bei vielen Modellen die Anbindung von Endgeräten via Kabel möglich und leistet in vielen Fällen vermutlich für weniger Kosten vergleichbar gute Dienste; besonders wenn kein NAS ins Netzwerk eingebunden werden muss. Wer sich für Devolos WLAN Bridge entscheidet und damit nicht direkt das Netzwerk vom Keller in den dritten Stock bringen möchte, macht unserer Erfahrung nach für den Hausgebrauch aber sicher nichts verkehrt und bekommt ein sehr rundes und gut verarbeitetes Paket, mit dem surfen, spielen und HD-Streaming mühelos möglich sind - und zwar mit einem Gerät, das auch für Laien leicht einzurichten und nach wenigen Minuten betriebsbereit ist.

Devolo dLan 1200+: Das Netzwerk aus der Steckdose

Die dLan 1200+-Stecker bieten einen Gigabit-Anschluss. Quelle: Devolo Die dLan 1200+-Stecker bieten einen Gigabit-Anschluss.

Wer sich nicht auf das GigaGate und damit auf durch die Luft schwirrende Daten verlassen will, sich aber dennoch ein Kabelchaos ersparen möchte, dürfte die Devolo-Alternative interessant finden - das Netzwerk aus der Steckdose. Das funktioniert folgendermaßen: Ihr schiebt einen Devolo-Stecker in eine Steckdose und schließt den Router über ein Netzwerkkabel an. Damit wird eure Internetanbindung in das Stromnetz eurer Wohnung oder eures Hauses eingespeist und steht somit an jeder Steckdose zur Verfügung. Sobald ihr dem Stromnetz einen weiteren Devolo-Stecker hinzufügt und diesen über ein Netzwerkkabel mit einem Abnehmer verbindet, hat dieses Gerät Zugang zum Internet. Klingt einfach, und das ist es auch. Allerdings gibt es ein Problem: Je älter die Stromleitungen in euren vier Wänden sind, desto größer kann der Geschwindigkeitsverlust zwischen Router und Endgerät werden - Tests in der Vergangenheit haben bereits gezeigt, dass Devolos Netzwerklösung unter anderem in Altbauten nicht immer geeignet ist.

In unserer GigaGate-Testwohnung kamen vorher bereits seit Jahren die dLan 200 AVplus- und dLan 200 AVsmart-Stecker mit integrierter Steckdose zum Einsatz. Diese "alten" Stecker verfügten bislang über eine Datendurchsatzrate von etwa 24 Mbit/s, also etwa die Hälfte des möglichen Volumens eines VDSL-50-Anschlusses. Uns stellt sich nun die Frage, wie sich die aktuellen dLan 1200+ Powerline-Stecker schlagen, die für 74,99 Euro Einzelpreis, 139,99 Euro im Starter-Kit (zwei Stecker, mit Wifi-Hotspotfunktion) und 189,99 Euro im Network Kit (drei Stecker) angeboten werden, und im Vergleich zu den alten Steckern gar mit einem Gigabit-Port daherkommen, statt mit einem Fast-Ethernet-Anschluss.

So funktioniert das Netzwerk aus der Steckdose. Quelle: Devolo So funktioniert das Netzwerk aus der Steckdose. Wie bereits erwähnt haben wir mit den 200er-Steckern eine Übertragungsrate von durchschnittlich 24 Mbit/s gemessen, und zwar zwischen dem Router und einem PC, der ein Stockwerk höher steht. Auftritt für die 1200er-Stecker und die gute Nachricht: Die Datendurchsatzrate liegt durchschnittlich etwa bei 50 Mbit/s. Die Werte schwanken bei unseren Messungen zwischen 44 Mbit/s und 56 Mbit/s, je nach genutzter Steckdose. Das ist übrigens eine weitere, mögliche Fehlerquelle, die zu Performance-Einbußen führen kann. Je nachdem wie die Stromkabel in den eigenen vier Wänden verlegt sind, ist die Steckdose, die dem Router optisch am nächsten ist, nicht zwingend die beste Wahl. Es macht immer Sinn für frischgebackene Devolo-Nutzer, die Übertragungsraten unterschiedlicher Steckdosen auszumessen. In sterilen und darauf ausgelegten Testumgebungen mögen die 1200+-Stecker ihr volles Übertragungspotenzial ausschöpfen, in unseren 08/15-Wohnungen wird das aber eher seltener passieren. Dennoch sind wir zufrieden, denn die neue Generation der dLan-Stecker bietet fast genau das Volumen, das uns unsere VDSL-50-Leitung zur Verfügung stellt.

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    • Kommentare (2)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von nevermind85 Mitglied
        Habe ich das richtig verstanden? Man soll sich also 2 zusätzliche Geräte in die Wohnung stellen, um W-LAN vom Router kabelgebunden in einem anderen Raum zur Verfügung zu stellen? Und dafür dann 230€ berappen? Ich halte das für hochgradig überflüssig. Powerline-Adapter gibt es bereits deutlich günstiger und wenn es dann doch über W-LAN laufen soll, kann ich mir auch ne Fritz-Box und eine W-LAN Bridge hinstellen. Wäre auch noch günstiger, ein Gerät weniger.. wenn ich mehr Ethernet-Ports brauche, hänge ich noch einen Switch dahinter.
      • Von nevermind85 Mitglied
        Habe ich das richtig verstanden? Man soll sich also 2 zusätzliche Geräte in die Wohnung stellen, um W-LAN vom Router kabelgebunden in einem anderen Raum zur Verfügung zu stellen? Und dafür dann 230€ berappen? Ich halte das für hochgradig überflüssig. Powerline-Adapter gibt es bereits deutlich günstiger und wenn es dann doch über W-LAN laufen soll, kann ich mir auch ne Fritz-Box und eine W-LAN Bridge hinstellen. Wäre auch noch günstiger, ein Gerät weniger.. wenn ich mehr Ethernet-Ports brauche, hänge ich noch einen Switch dahinter.
      • Von klhisanth Stille/r Leser/in
        "Does she know she's an ad" - Jimmy Palmer, South Park.

        Gibt auch genug andere dlan / Powerlan kompatible Geräte die günstiger sind und ähnliche Leistung bieten.

        Und dieses Gigagate hab ich schon mit 2 Aukey Wlan AC accesspoints mal realisiert. Preis ~ 80 €
      Direkt zum Diskussionsende
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