Neue Story, neuer Agent, alter Stil: Bournes "Kollege" prügelt und rast durch einen Actionthriller mit Tempo.
Was ist das Vermächtnis des Jason Bourne? Es birgt vor allem die Gefahr eines Riesenskandals für die gesamte CIA. Als die Bourne-Affäre also droht, die geheimen Forschungen zum absoluten Super-Agenten an die Öffentlichkeit zu tragen, steht Colonel Eric Byer
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(Edward Norton) vor einem Problem: Der Direktor der Geheimorganisation NRAG ist gezwungen, jedes seiner betreffenden Projekte einzustellen und alle Teammitglieder – vom einfachen Forschungsangestellten bis hin zum Kämpfer im Außendienst – auszuschalten. Einer von ihnen ist Spezial-Soldat Aaron Cross (Jeremy Renner), der Teil der Operation Outcome ist, die Spione für Langzeitmissionen ausbildet und per DNA-Veränderung zu perfekten Agenten umpolt. Als er einem Drohnenangriff in den verschneiten Wäldern Alaskas entkommt, macht Cross sich nach Maryland auf, um sich in einem Pharmalabor die Medikamente zu beschaffen, die er für seine körperlichen und geistigen Spezialkräfte benötigt. Dabei rettet er das Leben der Wissenschaftlerin Marta Shearing (Rachel Weisz), die gerade nur knapp einer tödlichen "Säuberungsaktion" durch einen vermeintlichen Kollegen entkam und nun auf der Abschussliste der CIA steht. Zwar hat Shearing keine Medikamente zur Hand, doch sie könnte Cross so behandeln, dass er diese nie mehr benötigt, dabei aber seine speziellen Fähigkeiten behält. Aber dazu müssen beide zu einer Pharma-Produktionsstätte nach Manila auf die Philippinen reisen – mit Byers Killern permanent auf ihren Fersen.
Was Point Blank und Brennpunkt Brooklyn vor 40 Jahren begannen und die drei ersten Bourne-Filme gekonnt aufgegriffen haben,
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setzt Tony Gilroy nun in Das Bourne Vermächtnis konsequent fort: Hardboiled-Action gepaart mit spektakulären Verfolgungsjagden und schnellen Schnitten. Es ist ein Glücksfall, dass mit Gilroy der Drehbuchautor von Bourne 1–3 als Regisseur gewonnen werden konnte – so bleibt die Kontinuität gewahrt. Gilroy bewies mit Michael Clayton und Duplicity, dass er für den Regieposten der Richtige ist. Nun liefert er eine Auffrischungskur, die inhaltlich Neues bietet und die Geschichte stimmig weiterführt, stilistisch mit den Vorgängern aber nicht bricht.
Für die Einführung der neuen Hauptfigur Aaron Cross nimmt man sich angenehm viel Zeit – und stellt ihr mit dem Charakter der Marta Shearing, die keinerlei Superfähigkeiten hat (und viel eigene Screen-Time ohne Cross an ihrer Seite bekommt), die ideale zusätzliche Identifikationsfigur zur Seite. Jeremy Renner und Rachel
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Weisz überzeugen in ihren Rollen dabei ebenso wie Edward Norton als alles seinen Zielen unterordnender Macher am Hebel der ganzen Operation. Schön auch sind die zahlreichen Gastauftritte von aus den bisherigen Bourne-Filmen bekannten Gesichtern sowie die zeitweilige Parallelhandlung zu der von Das Bourne Ultimatum. Daran, dass die Action sich auch stark an den Vorgängern orientiert und sie streckenweise sogar kopiert (die Tanger-Verfolgungsjagd aus Teil 3 findet diesmal in Manila statt) sollte man sich nicht stören. Die Spannung resultiert aus dem hohen Tempo und sorgt trotz ein paar Längen dafür, dass Bournes Vermächtnis der Beginn einer erfolgreichen zweiten Reihe werden dürfte.
FAZIT / Überaus gelungene Fortsetzung der Spezial-Agenten-Reihe. Kenntnisse der Bourne-Trilogie sind hilfreich.
(Tim Sünderhauf)
