DTM Race Driver 3
Die sechste Karriere "Classics" erinnert an GT Legends und erfreut Gasfußnostalgiker mit Renault-Alpine-Rennen, wuchtigen US-Muscle-Cars oder dem legendären Vintage Grand Prix von 1934. Den perfekten Mix aus allen Wettbewerben bietet die "Welttournee", die den Karrieremodus des Vorgängers ersetzt.
Hier fahren Sie in 32 Stufen mit 87 herausfordernden Meisterschaften durch entsprechende Platzierungen auf den Motorsport-Olymp. Im Gegensatz zu den sechs Karrieren lassen sich die Rennen hinsichtlich Rundenzahl, Gegnerstärke, Fahrzeug oder Reglement nicht frei konfigurieren. Dafür gibt es knapp 45 Minuten mäßig gerenderte Zwischensequenzen aus der Ego-Perspektive, die Ihnen meist Vor- und Nachteile diverser Wagen erklären.
Noch mehr Realismus
Auch wenn die Mehrzahl der Rennserien fiktiver Natur sind, tut das der Atmosphäre aufgrund der schier grenzenlosen Vielfalt keinen Abbruch. Zudem überzeugt das Fahrmodell der 78 Rennwagen auf ganzer Linie. Ob altertümlicher Silberpfeil, rutschiges Gokart oder wieselflinker Lamborghini Diablo: Jedes Fahrzeug steuert sich nicht nur präzise, sondern anders und absolut glaubwürdig.
Verfolgungsjagden im Windschatten wirken sich neuerdings ebenso wie der Reifenabrieb auf das Fahrverhalten aus. Wer sämtliche Fahrhilfen deaktiviert, bekommt eine überaus realistisch und nur schwer zu meisternde Simulation geboten, die kleinste Fahrfehler eiskalt bestraft und ein Lenkrad als Eingabegerät unabdingbar macht. Profis, die noch mehr aus ihren Autos herausholen wollen, schrauben mithilfe von 19 Tuning-Optionen an ihrem Auto herum.
Anfänger setzen besser auf die voreingestellten Wagen-Set-ups. Herausragend ist das neue Schadensmodell: Schöner und effektvoller als bei DTM Race Driver 3 können Sie in keinem anderen Spiel Autos zerknautschen. Da sich Schäden direkt auf das Fahrverhalten auswirken, ist vorausschauendes Fahren das A und O. Davon halten die ansonsten exzellenten KI-Gegner nicht ganz so viel und rammen einen gelegentlich grundlos von der Piste.
Besonders frustrierend ist das in den Formelklassen, wo die freiliegenden Achsen der Fahrzeuge schon bei kleinsten Berührungen brechen. Unsichtbare Streckenposten schreiten bei zu rücksichtslosen Fahrern wie beim verbotenen Abkürzen ein und verhängen Zeitstrafen - ärgerlicherweise kommen die PC-Fahrer meist glimpflicher davon als man selbst.
Die Auswahl an authentischen Strecken ist wie deren exakte Nachbildung top. Verbesserungswürdig sind jedoch die platten 2D-Zuschauer nebst flacher Streckenrandobjekte. Augenschmeichelnd hingegen: der hohe Detailgrad der Fahrzeuge sowie die Regenrennen mit den hübschen Spiegeleffekten und einer herrlich schmierigen Gischt. Da verschmerzt man glatt das Fehlen eines dynamischen Wettersystems.
