Randy Pitchfords größter Trick: Wie Borderlands den Loot-Shooter erfand
Aus der verrückten Idee, Ego-Shooter mit Rollenspielen zu verschmelzen, wird Borderlands und damit die Geburt den Genres der Loot-Shooter. Wir schauen im Retro-Special auf die Entstehung zurück.
Ein neues Genre zu begründen, ist gar nicht so leicht. Besonders in der heutigen Zeit. Viele der Kategorisierungen für Videospiele, die wir heute verwenden, haben sich schon vor Jahrzehnten herausgebildet und etabliert. Rollenspiele sind älter als das Medium selbst, Ego-Shooter entstanden Anfang der 90er-Jahre, erste Ansätze der Echtzeitstrategie finden sich schon in den 80ern.
Ein noch vergleichsweise junges Genre sind die sogenannten Loot-Shooter. 2009 begründete das ambitionierte Borderlands (jetzt kaufen 24,97 € / 9,37 € ) diese actiongeladene Mischung aus Shooter-Gameplay und Rollenspiel-Mechaniken mit zufallsgeneriertem Loot. Letzteres war man bis dahin vor allem aus Action-Rollenspielen wie Diablo gewohnt.
Und auch wenn man dem Hit von Gearbox Software je nach Betrachtungsweise nicht zwingend den Stempel des ersten Loot-Shooters aufdrücken kann, so hat Borderlands doch die Formel zu dem gemacht, was wir heute unter dem Genre verstehen.
Nun steht der Release von Borderlands 4 unmittelbar bevor. Die perfekte Gelegenheit für uns, einmal zurückzuschauen und unter die Lupe zu nehmen, wie alles angefangen hat. Dazu schauen wir uns auch die Geschichte von Gearbox Software selbst an und betrachten, was zur Entwicklung von Borderlands geführt hat.
Randy Pitchford - Magier und Entwickler
Auch wenn er polarisiert, ist die Geschichte von Gearbox Software und der Borderlands-Reihe ganz eng mit einem Namen verknüpft: Randy Pitchford. Er war nicht der einzige Gründer des Studios und auch nicht der einzige führende Kopf hinter Borderlands. Aber Pitchford hat sich zum öffentlichen Gesicht von Unternehmen und Marke entwickelt. Er ist als letzter verbliebener Gründer noch bei Gearbox und inzwischen CEO der Gearbox Entertainment Company unter der Gearbox Software und Gearbox Publishing zusammengefasst sind.
Quelle: Richard Pitchford, A Deft Manipulator
Der berühmte Magier Richard Valentine Pitchford, genannt Cardini, ist der Großonkel von Randy Pitchford.
Dass sich Pitchford zum öffentlichen Gesicht von Gearbox entwickelt hat, liegt vermutlich auch an seinem Hang, in die Rolle eines Entertainers zu schlüpfen. Dieses Auftreten kommt nicht von ungefähr. Randy Pitchford ist der Großneffe des Magiers und Illusionskünstlers Richard Valentine Pitchford, der unter dem Künstlernamen Cardini weltberühmt wurde.
Auch wenn Randy erst zwei Jahre alt ist, als sein berühmter Onkel stirbt, entwickelt er durch Geschichten von dessen Frau, seiner Tante, schon in jungen Jahren ein Interesse an der Magie. Mit seiner eigenen Show im Magic Castle von Los Angeles finanzierte er sich sein Studium. Die Entwicklung von Videospielen war zu der Zeit nur ein Hobby. Für Pitchford haben beide Formen der Unterhaltung aber auch sehr viel gemeinsam.
Anfänge bei 3D Realms
Aber auch das technische Interesse von Randy wurde schon in jungen Jahren geweckt. Dafür war sein Vater verantwortlich, der als Gadget-Entwickler für amerikanische Geheimdienste arbeitete. Dadurch hatte er schon im Alter von fünf Jahren im Jahre 1975 zu Hause Zugang zu einem Computer - für die meisten Menschen zu der Zeit noch völlig undenkbar. Er brachte sich selbst die Programmiersprache BASIC bei und entwickelte im Alter von elf oder zwölf Jahren mit einem Text-Adventure sein erstes Spiel.
Seine professionelle Karriere als Spieleentwickler startete Pitchford schließlich bei 3D Realms. Beim texanischen Studio arbeitete er an Duke Nukem 3D und Shadow Warrior. 1997 gründete eine Gruppe von 3D-Realms-Entwicklern mit Rebel Boat Rocker ein neues Studio, denen sich auch Pitchford wenig später anschloss.
Quelle: PC Games
Die professionelle Entwicklerkarriere von Randy Pitchford begann bei 3D Realms mit der Arbeit an Duke Nukem 3D.
Als Debütprojekt wurde am Shooter Prax War gearbeitet, der von Publisher Electronic Arts Anfang 1999 jedoch eingestellt wurde. Randy Pitchford gründete daraufhin zusammen mit seinen Mitstreitern Brian Martel, Stephen Bahl, Landon Montgomery und Rob Heironimus Gearbox Software.
Gearbox - von Half-Life zu Borderlands
Seine ersten Schritte machte das neue Studio zunächst mit Auftragsarbeiten. Denn aus dem Scheitern von Rebel Boat Rockers hatten die Beteiligten gelernt, dass es nicht unbedingt einfach ist, gleichzeitig ein neues Unternehmen aufzubauen und direkt schon die erste eigene IP aus dem Boden zu stampfen.
Das erst kurze Zeit zuvor erschienene Half-Life begeisterte zu der Zeit auch das Team von Gearbox und so entwickelte Randy Pitchford ein Konzept für ein Add-on, das später Opposing Force werden sollte. Durch ehemalige Kollegen bei Valve kam der Kontakt mit Gabe Newell zustande und nachdem das Konzept bei Valve und Publisher Sierra vorgestellt wurde, bekam Gearbox grünes Licht für die Arbeit an der Erweiterung. Mit Blue Shift sollte noch ein zweites Add-on folgen.
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Wie Borderlands den Loot-Shooter erfand