Blitzkrieg 2

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Gelungen sind die eingestreuten Nachtmissionen, bei denen Sie mit getarnten Einheiten vorgehen, um (wie hier) ein Depot auszuschalten. Gelungen sind die eingestreuten Nachtmissionen, bei denen Sie mit getarnten Einheiten vorgehen, um (wie hier) ein Depot auszuschalten. Doch der Teufel steckt mal wieder im Detail: Die meisten der Nebenmissionen dauern kaum mehr als eine Viertelstunde. Warum? Durch die neue Nachschubfunktion sind Sie in der Lage, viele Karten schlichtweg zu überrennen. In der USA-Kampagne kommt dadurch in den ersten zwei Stunden schnell Langeweile auf - die Aufträge sind zu simpel gestrickt und es gibt zu wenig Taktik: schnell die Panzer-Nachschübe geordert, alles wird hinweggefegt und schon haben Sie fertig ...

Auch die sehr unscharf geratenen historischen Videos der Zwischensequenzen tragen nicht unbedingt zur Begeisterung bei. Ab der dritten Operation der USA-Kampagne ("Die Schlacht um Leyte") dreht Blitzkrieg 2 jedoch richtig auf. Die Mission "Mit allen Mitteln" ist der erste Höhepunkt: An zwei Fronten gleichzeitig müssen Sie eine Pazifik-Insel einnehmen, dabei die feindlichen Artillerie-Stellungen eliminieren und die Kommandozentrale besetzen.

Jetzt ist die Nachschubfunktion sinnvoll, da sie zum Zünglein an der Waage geriert, den Unterschied macht zwischen Sieg und Niederlage. Im abschließenden Ruhrpott-Szenario regiert die Hektik, da die Karten größer werden und eine Unmenge an Gegnern das Vorankommen erschweren. Der Schwierigkeitsgrad zieht in gewohnter Weise im Verlauf der drei Kampagnen mächtig an.

Der Stalingrad-Feldzug und die Ardennen-Offensive der Deutschen sind auf normalem Schwierigkeitsgrad schon ziemlich fordernd, da sich Ihre Einheiten durch enges Felsterrain und verwinkelte Städte arbeiten. Die Söhne von Mütterchen Russland marschieren von Moskau durch Steppen und Winterszenarien über die Krim und Stalingrad bis in das heiß umkämpfte Berlin - hin zum Kriegsende.

Grafik und Sound

Das Nachschubsystem - die wohl umstrittenste Versuchung, seit es Strategiespiele gibt Das Nachschubsystem - die wohl umstrittenste Versuchung, seit es Strategiespiele gibt Im Zeitalter eines Age of Empires 3 oder Codename: Panzers - Phase 2 kann die Enigma-Engine von Blitzkrieg 2 nicht mithalten. Dennoch ist die Optik deutlich besser als im Vorgänger. Vor allem die Städte sind liebevoll gestaltet - da flattert ordentlich aufgehängte Wäsche an der Leine in den Gärten deutscher Vororte oder Schweine wälzen sich im Schlamm russischer Bauernhöfe.

Das Wasser und die Schiffsmodelle wirken dagegen fast lieblos. Auch die Infanteristen sehen alle gleich aus - Sie kleben mit der Nasenspitze fast am Monitor, um Truppentypen auseinanderzuhalten. Der Zoomfaktor ist einfach viel zu gering. Erfreulich gut ist die sauber funktionierende Drehfunktion der Kamera ausgefallen, mit der sich das 3D-Geschehen von allen Seiten betrachten lässt: Verdeckte Einheiten sind jetzt in grellen Umrissfarben dargestellt - das dient der Übersichtlichkeit, sieht jedoch hässlich aus, kann aber in den Optionen abgeschaltet werden.

Sind Sie nicht gerade extrem leidensfähig, schalten Sie sicher auch die Musik ab. Die Synthesizer-Orchesterklänge wirken nur billig und nerven spätestens nach fünf Minuten. Da sind die Soundeffekte von anderen Eltern, wenn auch nicht so bombastisch wie beim Genrekonkurrenten Codename: Panzers - Phase 2. Bei den Animationen kam es auf zwei Testrechnern dazu, dass einzelne Infanteristen in Schützengräben oder an Geschützen urplötzlich mit High-Speed-Geschwindigkeit umherhüpften und kaum mehr zu treffen waren. Laut CDV wird an der Beseitigung des Phänomens bereits gearbeitet.

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