Blacksad: Under the Skin im Test - dieses miese Adventure geht unter die Haut

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Test Katharina Pache - Autorin Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 17,99 €
Blacksad: Under the Skin im Test - dieses miese Adventure geht unter die Haut
Quelle: Microids

Ermittlungsarbeit ist nicht immer einfach. Allerdings macht es euch Blacksad: Under the Skin durch technische Probleme schwerer, als es sein müsste.Wir haben trotzdem unseren Detektivhut gezückt und uns für unseren Test in die eigentlich interessante Welt des Abenteuers begeben. Wo der Titel trotz all der Probleme zumindest ein bisschen glänzt, erfahrt ihr hier.

John Blacksad ist ein schwarzer Kater und Privatdetektiv im New York der 1950er-Jahre. Comicleser kennen seine Noir-Abenteuer aus den bislang fünf veröffentlichten Bänden, das Videospiel basiert aber auf keiner der Geschichten, ist also auch für Fans neu - zumindest teilweise, denn Orte und Figuren wurden partiell aus dem ersten Band "Irgendwo zwischen den Schatten" entnommen.

Man merkt, dass Entwickler Pendulo mit einem Auge fürs Detail an die Umsetzung der Vorlage gegangen ist, Blacksads Büro zum Beispiel entspricht minutiös dem aus der Comic-Vorlage, vom Telefon mit Wählscheibe auf dem Schreibtisch mit der herumliegenden Zeitung bis zur Unordnung auf der Kommode und den Bildern an der Wand. Auch die antropomorphen Tiergestalten sehen gut aus, allerdings nur, wenn sie sich nicht bewegen. Denn trotz einer spannenden Detektivgeschichte und wundervoller Jazz-Musik als Untermalung wird Blacksad: Under the Skin (jetzt kaufen 18,07 € / 17,99 € ) der fantastischen Vorlage nicht gerecht. Die meiste Schuld daran trägt die miese technische Umsetzung, vor allem im Falle der Switch-Fassung.

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Auf Spurensuche

Nicht nur im portablen Betrieb, auch im gedockten Modus läuft Blacksad in seinen schlechtesten Momenten wie ein Daumenkino. Da dies meistens bei Actionsequenzen der Fall ist, erschwert dieser Umstand auch die rechtzeitige und korrekte Ausführung von Quick-Time-Events. Störend sind die Ruckler aber immer, weil sie so extrem ausfallen.

Im Untersuchungsmodus nutzt ihr eure Augen, Ohren und den Geruchssinn, um Hinweisen nachzugehen. Sonia etwa sieht nicht aus, als hätte sie geweint. Quelle: PC Games Im Untersuchungsmodus nutzt ihr eure Augen, Ohren und den Geruchssinn, um Hinweisen nachzugehen. Sonia etwa sieht nicht aus, als hätte sie geweint. Dazu kommen sehr niedrig aufgelöste Texturen, wenn sie überhaupt geladen werden. Die Aussicht aus dem Bürofenster über die Dächer New Yorks ist deshalb statt atmosphärisch einfach nur traurig. Mimik und Gestik der Charaktere sind steif und roboterhaft, die lange Pausen zwischen Dialogzeilen nerven. Apropos Pausen: Macht euch auf ausufernde Ladezeiten gefasst, sowohl beim Start des Spiels, als auch immer wieder mittendrin. Kürzere Unterbrechungen kommen dann vor, wenn ihr den Schauplatz oder in den Untersuchungsmodus wechselt. Sobald ihr Hinweise kombinieren wollt, ist die verschwommene, flimmernde Schrift kaum zu erkennen. Das waren noch lange nicht alle Probleme, aber zumindest die wichtigsten. Immerhin begegneten uns keine Bugs, die ein Voranschreiten permanent hinderten. Aber das ist kein Umstand, der besonderes Lob verdient. Auf PC, PS4 und Xbox One läuft das Spiel besser, im Endeffekt aber auch nur marginal.

Die guten Seiten

Viele bekannte Figuren aus den Comics tauchen auch im Spiel auf, etwa der Reporter Weekly rechts im Bild. Quelle: PC Games Viele bekannte Figuren aus den Comics tauchen auch im Spiel auf, etwa der Reporter Weekly rechts im Bild. Der technische Zustand des Spiels ist umso trauriger, da hinter Blacksad tatsächlich eine interessante, stimmungsvolle Geschichte steckt und man trotz all der Stolpersteine wissen möchte, wie sie ausgeht. Die Zutaten sind klassisch, aber bekömmlich: Ihr werdet von Sonia Dunn, der Tochter von Joe Dunn angeheuert. Der Gute betrieb einen Box-Club, wurde erhängt im Ring aufgefunden und seitdem ist auch noch der Champ des Studios spurlos verschwunden. Ihr ermittelt am Tatort, sammelt Hinweise und schnüffelt herum, redet mit Zeugen und eurer Klientin und bekommt zwischendurch immer wieder Details aus der turbulenten Vergangenheit des Protagonisten Blacksad mit. Wie es der Kater mit der Moral hält, liegt dabei in euren Pfoten, äh, Händen. Gleich am Anfang bestimmt ihr, ob er das Bestechungsgeld eines fremdgehenden Ehemannes annimmt oder dessen Frau die Wahrheit erzählt.

Dementsprechend warten nach etwa acht Stunden unterschiedliche Enden auf euch. Ansonsten ist der Verlauf des Abenteuers aber ziemlich linear. Für die jüngeren Spieler ist Blacksad wegen der düsteren Story und der Gewalt nicht geeignet, thematisch orientiert sich der Titel an klassischen Noir-Filmen und scheut auch nicht vor der Darstellung von Rassismus, Kriegstraumata und Frauenfeindlichkeit zurück.

All die Stärken des Spiels, die es natürlich zum großen Teil der exzellent ausgearbeiteten Vorlage zu verdanken hat, haben jedoch keine Chance gegenüber den technischen Unzulänglichkeiten, die die Spaßflamme in dem Moment ersticken, in dem sie wieder entflammt. Ohne einen umfangreichen Patch, der zumindest die nervigsten Probleme behebt (das Ruckeln und die unlesbare Schrift beim Hinweiskombinieren), ist Blacksad: Under the Skin kein Adventure, das man Möchtegern-Detektiven empfehlen kann.

Meinung & Wertung

Meinung

Wertung zu Blacksad: Under the Skin (PC)

Wertung:

5.0 /10

Wertung zu Blacksad: Under the Skin (PS4)

Wertung:

5.0 /10

Wertung zu Blacksad: Under the Skin (NSW)

Wertung:

5.0 /10

Wertung zu Blacksad: Under the Skin (XBO)

Wertung:

5.0 /10
Pro & Contra
Interessante Krimi-Noir-HandlungJazz-Musik als BegleitungKomplett deutsch vertont
Läuft fast nie flüssig; viele, teils extreme RucklerSchwache, spät nachladende TexturenKaum lesbare SchriftStändig Aussetzer und LadepausenSchwerfällige Steuerung; diverse kleinere Bugs
Fazit

Schrammt knapp an Unspielbarkeit vorbei, schade um Story, Setting und Charaktere.

Bildergalerie

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    • Kommentare (7)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von dessoul Gelegenheitsspieler/in
        Stimme dem Test absolut zu. Leider :(. Ich bin Blacksad-Fan, ich hab die Comics schon mehrmals verschlungen, als ich noch ein kleiner Steppke war. Ich war wirklich gespannt auf die Spiel-Umsetzung. Und jetzt hängt man an den beklopptesten Stellen, weil die Steuerung einfach zum kotzen ist.

        Edit: Ich habs nach mehrmals laden irgendwann geschafft, weiterzuspielen und auch, nachdem ich immer wieder abgestürzt bin, fertigzuspielen.
        Die Story ist genau mein Ding. Aber an der technischen Umsetzung hätten sie echt noch werkeln müssen...
      • Von dessoul Gelegenheitsspieler/in
        Stimme dem Test absolut zu. Leider :(. Ich bin Blacksad-Fan, ich hab die Comics schon mehrmals verschlungen, als ich noch ein kleiner Steppke war. Ich war wirklich gespannt auf die Spiel-Umsetzung. Und jetzt hängt man an den beklopptesten Stellen, weil die Steuerung einfach zum kotzen ist.

        Edit: Ich habs nach mehrmals laden irgendwann geschafft, weiterzuspielen und auch, nachdem ich immer wieder abgestürzt bin, fertigzuspielen.
        Die Story ist genau mein Ding. Aber an der technischen Umsetzung hätten sie echt noch werkeln müssen...
      • Von Enisra Mitglied
        Zitat von sauerlandboy79
        Erstaunlich dass 4Players hingegen eine 85 vergeben hat. :-O

        Ich bin dennoch stark an dem Spiel interessiert, vielleicht bekommen die es in nächster Zeit saubergepatcht.
        theoretisch stimmt die Wertung schon ... wenn das Spiel denn sauber laufen würde
        aber wenn man solche Dinge wie Plot Stopper Bugs drin hat ... naja, dann nützt es nichts das es gut aussieht, super vertont ist etc. und die 5/10 ist leider dann die Realität
        Theoretisch hätte das Spiel einen Nachtest verdient (so praktisch mit Zeit und so sieht es wieder anders aus) wenn man die Bugs rausfixt, so ist es halt extrem Schade
      • Von HandsomeLoris Hobby-Spieler/in
        Ich habe es auf der One durchgespielt und war ziemlich enttäuscht. Ein grosser Patch hatte die Technik zwar spürbar verbessert, mit dem Gameplay wurde ich aber trotzdem nicht warm: "echte" Rätsel gibt es praktisch nicht, man sucht einfach nach Hinweisen (was sich teilweise wie Kaugummi zieht) und wenn eine Kombination derselben möglich ist, verbindet man diese in Sherlock Holmes-Manier, um neue Dialogoptionen zu erhalten.
        Ich hätte es besser gefunden, wenn man den zähen Adventureteil gestrichen hätte und stattdessen den Telltale-Weg gegangen wäre; dadurch hätte die spannende Story so richtig glänzen können und würde nicht von der mühsamen Itemsucherei ausgebremst.
        Wer sich für Blacksad interessiert, sollte mMn auf einen Sale warten.
      • Von Ozeki61 Anfänger/in
        Also mir gefällt das Spiel sehr gut. Das Setting ist super, die Story spannend, die Charaktere sind toll umgesetzt und exellent vertont. Technische Probleme habe ich keine (PC). Was mich allerdings in den Wahnsinn treibt, ist die Steuerung (Maus und Tastatur). Wie seinerzeit bei Grim Fandango, falls sich noch jemand an die Urfassung erinnert. Man muss stellenweise die Figur hin und her eiern lassen, bis die endlich die richtige Position gefunden ist, um eine Treppe runterzugehen! Dadurch gestaltet sich auch das Suchen nach Beweisstücken umständlich. Ansonsten würde ich das Spiel mit 80 Prozent bewerten wollen.
      • Von Neawoulf Mitglied
        Abgesehen von den technischen Problemen scheint es aber doch ganz gut zu sein. Ich kenne zwar die Comics nicht, aber dieses Noir-Setting reizt mich irgendwie sehr. Ich werde es auf jeden Fall mal im Auge behalten und evtl. später kaufen, wenn die gröbsten Sachen gefixt wurden. Aktuell käme ich ohnehin nicht dazu es zu spielen (es gibt einfach zu viele Spiele).
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