Black & White 2-Entwicklertagebuch Teil 2: Die Kreatur

0
Special Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Black & White 2-Entwicklertagebuch Teil 2: Die Kreatur An einem typischen Arbeitstag verbringe ich sehr wenig Zeit damit, über die Arbeit der anderen knapp 50 Mitarbeiter in den Black & White-Studios nachzudenken. Ich bin normalerweise viel zu sehr in meine Geschichtsschreiberei vertieft, als dass ich mehr als ein paar flüchtige Gedanken an die Beschäftigung anderer verschwenden würde. Und so war ich doch ein wenig überrascht, als ich entdeckte, wie viele Kollegen wirklich an der Entwicklung der Kreatur beteiligt sind.

Da gibt es beispielsweise den KI-Programmierer Neil, und Stephen, der für die Physikengine verantwortlich ist. Mark hat die künstlerische Leitung inne und beaufsichtigt die Konzeptzeichner. Sebastian setzt die Kreatur in 3D um, zum Beispiel deren Knochenstruktur. Per erstellt eine Vielzahl von Skins, die über das Skelett gelegt werden, Anton entwickelt die Rendersoftware, mit der die Arbeit der Zeichner in eine spielbare Version eingebaut werden kann - außerdem haben wir natürlich Tester, die sicherstellen, dass alles perfekt funktioniert. Und sämtliche Soundeffekte komponiert Craig. Insgesamt werkeln also mehr als ein Dutzend Leute allein an diesem Teil des Spiels.

Von meinem Standpunkt aus (und wann schreibe ich nicht aus meiner Perspektive?), war die Kreatur das absolute Highlight in Black & White. Im ersten Teil habe ich weit länger mit meinem Tiger herumgespielt als mit irgendetwas anderem. Das eigentliche Problem war, dass man ihn nie sich selbst überlassen konnte. Hätte ich das getan, wäre er ins Nichts gewandert, würde zu viel fressen, Dorfbewohner grundlos tyrannisieren und überhaupt alles machen, was ich nicht will. Was für ein kleiner Punk. Grummel...

Obwohl ich meinen alten Tiger schon irgendwie lieb hatte, bin ich glücklich über die eindrucksvollen Änderungen in der zweiten Generation. Erstens muss die Kreatur nicht mehr wie ein großes Kind ständig bemuttert werden, sondern ist stattdessen das stärkste Hilfsmittel des Spielers. Dank der neuen KI kann die Kreatur selbständig Armeen befehligen und dynamische Militärstrategien zur richtigen Zeit einsetzen. Zudem ist das Training der Kreatur jetzt wesentlich verständlicher: Wenn Sie Ihrem Schützling irgendetwas beibringen, sehen Sie direkt in sein Inneres, und wissen dadurch genau, wie sich Ihre Maßnahmen auswirken. Szenen, wie die folgende sind also ein für alle Mal Geschichte: Sie prügeln Ihrer Kreatur den Teufel aus dem Leib, weil sie einen Menschen verspeist hat, aber nachdem sie schon mit einer anderen Aktion begonnen hat, sagt das Spiel: "Ihre Kreatur hat gelernt, das Holz nicht ins Vorratslager zu bringen."

Eine weitere großartige Änderung betrifft die Physikengine. Stephen musste es mir zwar mehrfach erklären, aber jetzt habe ich es kapiert: In Black & White wurde die Kreatur nicht wirklich durch äußere Kräfte beeinflusst. Alles was sie tat oder wodurch sie berührt wurde war eine simple Animation, um die Illusion zu schaffen, sie wäre tatsächlich ein Teil der Welt. Ein Beispiel: Wenn die Kreatur einen Baum ausriss, lief solange eine Animation, wie sie den Stamm in der Hand hielt - erst beim Wegwerfen wurde der Baum wieder ein echtes physisches Objekt. Die Spielphysik sorgte dann dafür, dass der Baum so realistisch wie möglich fiel und aufprallte. In Black & White 2 werden hingegen sämtliche Animationen tatsächlich innerhalb der durch unsere Physikengine festgelegten Regeln erstellt. Wenn also eine Kraft von Außen (zum Beispiel trifft ein Katapultgeschoss die Kreatur und bringt sie ins Taumeln) die Animation unterbricht (etwa den Angriff auf einen Gegner), wird das Ergebnis eine Kombination beider Bewegungen - in diesem Fall wäre das eine Art verstolperter Angriffsversuch. Dadurch haben wir eine nahezu unbegrenzte Zahl von unabsehbaren Animationen, abhängig davon, was rund um die Kreatur passiert.

Bildergalerie: Black & White 2
Bild 1-3
Klicken Sie auf ein Bild, um die Bilderstrecke zu starten! (5 Bilder)

Artikel teilen

Per E-Mail versenden

0
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 07/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk