Bioshock 2-Test: Kammern, Rollenspielanleihen und gemischte Gefühle

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Test Jürgen Krauß Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Spiele, die was taugen und in denen was taucht, sind äußerst selten. Bioshock 2 ist so eines. In unserem Bioshock 2-Test sagen wir Ihnen, ob es Bioshock das Wasser reichen kann.

Dank Cyclonetraps und verschiedener Fallenmunitionsarten sind auch Big Daddys keine allzu schweren Gegner. Quelle: PC Games Dank Cyclonetraps und verschiedener Fallenmunitionsarten sind auch Big Daddys keine allzu schweren Gegner. Im Prinzip könnten wir das Spiel auch komplett im Nahkampf bestreiten - die Wiederbelebungskammern machen's möglich. Die schon in Bioshock 1 eher umstrittenen Einrichtungen haben wieder ihren Weg ins Spiel und ein Stück weit sogar in die Handlung gefunden. Wer nicht weiß, wovon wir hier reden: Sollten Sie virtuell sterben, zieht das kein "Game over" nach sich; stattdessen landen Sie in einer der Wiederbelebungskammern und das Spiel läuft einfach weiter. Ihre Gesundheit ist teilweise wiederhergestellt und Gegner haben sich ein klitzekleines bisschen regeneriert - verschossene Kugeln hingegen bleiben verschossen. Auch in Teil2 führen die (optional abschaltbaren) Kammern dazu, dass wir unvorsichtig und übermütig agieren, andauernd sterben und doch am Ende das Gefühl haben, dass das Spiel es uns insgesamt viel zu leicht gemacht hat. Aber so schafft sich Bioshock eine ganz eigene Spieldynamik, zu der auch kleine Rollenspielanleihen gehören. So werten Sie unterwegs sowohl Waffen als auch Plasmide auf - für Schießeisen genügt es, eine der im Spiel verstreuten "Power to the People"- Stationen aufzusuchen, Plasmide hingegen brauchen neben der eigenen Aufwertstation Adam. Und unser Held braucht dieses Adam in rauen Mengen - man könnte fast sagen, unser Big Daddy ist ein Opfer der Beschaffungskriminalität: Um an die Droge zu gelangen, muss er nicht nur seinesgleichen erlegen, Little Sisters entführen, Leichen schänden und Splicer abwehren, sondern letzten Endes auch die kleinen Drogensammlerinnen entweder in einen dunklen Luftschacht werfen - das nennt sich dann "befreien" - oder sie "ausbeuten" ...

Der Brute Splicer ist ein wandelnder Muskelberg, der gerne mit Ihnen auf Tuchfühlung geht. (Bild aus der Xbox 360-Version) Quelle: PC Games Der Brute Splicer ist ein wandelnder Muskelberg, der gerne mit Ihnen auf Tuchfühlung geht. (Bild aus der Xbox 360-Version) Bioshock 2 lässt uns nach dem Abspann mit gemischten Gefühlen zurück - und das nicht nur des abgedrehten Endes wegen. Im Grunde bietet es superbe Shooter- Unterhaltung mit ganz eigenem Tempo und Spielgefühl sowie eine abgefahrene Story in einer nicht minder abgefahrenen Umgebung. Andererseits kennen wir Rapture schon zu viel gut, die Story wirkt über weite Strecken etwas banal und konstruiert und der Grusel, den wir uns nach Teil 1 auch für die Fortsetzung erhofft hatten, bleibt fast vollends aus. Selbst die zu Beginn noch furchterregenden und fordernden Big Sisters verlieren immer mehr an Reiz und Schrecken. Entwickler 2k Marin verbessert so viele konzeptionelle Kleinigkeiten, dass es für große Änderungen scheinbar nicht mehr gereicht hat. Meeresspaziergänge, kombinierbare Plasmide, überarbeitetes Ha-cken - das alles passt perfekt in die Spielwelt, sorgt aber nicht für ein ähnliches "Wow!" wie damals der Vorgänger. Wer Bioshock 1 nicht kennt, mag vielleicht vom Schauplatz angetan sein, dafür hat er aber keine allzu große Chance, die Zusammenhänge, Hintergründe und Motive der Charaktere zu verstehen - ein Problem, mit dem wohl die meisten Fortsetzungen zu kämpfen haben. Technisch gibt es keinen Grund zur Klage, die Grafik lässt das marode Unterwasserstädtchen Rapture angenehm dreckig und verkommen über den Bildschirm flackern und auch wenn hier und da mal eine Textur etwas unscharf rüberkommt, schneiden sowohl die Konsolen- als auch die noch einen Tick hübschere PC-Fassung locker noch mit einem "Sehr gut" ab. Auch die Beschallung gibt keinen Anlass für Beschwerden - sogar die deutschen Sprecher machen ihren Job richtig gut und die stimmungsvolle Hintergrundmusik sorgt ein weiteres Mal für Atmosphäre. Auch wenn Sie in diesem Artikel einen für die Wertung unangemessen hohen Meckeranteil vorfinden, haben Sie es hier keinesfalls mit einem schlechten, unausgereiften oder verbuggten Spiel zu tun. 2k Marin hat seine Hausaufgaben gemacht und wieder ein fantastisches Gesamtkunstwerk geschaffen - nur ist dies eben nicht mehr ganz so fantastisch wie sein Vorgänger.

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  1. Seite 1 Bioshock 2-Test: Figuren, Handlung, Tempo und Moral
  2. Seite 2 Bioshock 2-Test: Kammern, Rollenspielanleihen und gemischte Gefühle
  3. Seite 3 Bioshock 2-Test: Kopierschutz, Pro- und Contra, Wertung und Meinung
    • Kommentare (42)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von docdent Anwärter/in
        Ich war begeistert von Teil 1 und angesichts kritscher Kommentare hier skeptisch. Trotzdem muss ich sagen: Bioshock 2 ist absolut spielenswert. Klar ist der "Wow"-Effekt aus Teil 1 nicht mehr da. Aber dafür gibt es viele Veränderungen und Verbesserungen im Detail, so dass der Nachfolger seinen eigenen Reiz entwickelt.

        Die Welt von Rapture wurde noch besser in Szene gesetzt; die Grafik ist sehr ansprechend, wenn auch nicht an der Spitze des Machbaren. Die Story finde ich nicht viel verwirrender als die des ersten Teils.

        Der Kopierschutz wurde inzwischen entschärft: Unbeschränkte Installation mit einem CD-Key, aber Online-Aktivierung, eingelegte DVD und Games for Windows Live notwendig - für mich noch akzeptabel.
      • Von docdent Anwärter/in
        Ich war begeistert von Teil 1 und angesichts kritscher Kommentare hier skeptisch. Trotzdem muss ich sagen: Bioshock 2 ist absolut spielenswert. Klar ist der "Wow"-Effekt aus Teil 1 nicht mehr da. Aber dafür gibt es viele Veränderungen und Verbesserungen im Detail, so dass der Nachfolger seinen eigenen Reiz entwickelt.

        Die Welt von Rapture wurde noch besser in Szene gesetzt; die Grafik ist sehr ansprechend, wenn auch nicht an der Spitze des Machbaren. Die Story finde ich nicht viel verwirrender als die des ersten Teils.

        Der Kopierschutz wurde inzwischen entschärft: Unbeschränkte Installation mit einem CD-Key, aber Online-Aktivierung, eingelegte DVD und Games for Windows Live notwendig - für mich noch akzeptabel.
      • Von knarfe1000 Spiele-Kenner/in
        Habe am Wochenende ca. 3 Stunden Bioshock 2 angespielt und bin bisher sehr angetan. Natürlich fehlt ein wenig das große Aha-Erlebnis, das Teil 1 auslöste. Dennoch ist die Fortsetzung von der Atmo her sehr gelungen. Auch die Detailverbesserungen gefallen mir gut. Bis jetzt würde ich so um die 85% geben, für eine finale Wertung ist es aber natürlich noch viel zu früh.
      • Von BlackSaturn Anfänger/in
        hehe ja ich habe in einem forum ebenfalls dieses problem gepostt... mittlererweile aber das problem gefunden... es liegt daran das man als xp nutzer ne kleine veränderung in der zielleiste vornehmen muss ^^
      • Von Engadiner NPC
        Was mich wundert, es gibt massenhaft Foren, in denen steht, dass das Spiel im Singleplayermodus sich nicht starten lässt, im Multiplayer anstandslos spielt und es bisher noch keine Lösung gibt. Im Test des Spiels ist sowas nicht zu finden. Womit spielt Ihr. Bekommt Ihr von diesen Problemen nichts mit? Es sind mittlerweile Hunderte, die davon betroffen sind. Warum schreibt Ihr nichts darüber? Warum klappt immer alles bei Euch und nicht bei allen anderen? Bei soviel Betroffenen ist das Spiel doch mangelhaft. Was nützt mir die schönste Grafik und der Bericht dazu. Ich finde es eine Sau...und es müsst vielmehr Druck auf den Entwickler gemacht werden, auch von medialer Seite her, aber nicht zu finden.
      • Von sonderheft NPC
        Hey habt ihr immer noch nicht kopiert ? hier-

        BioShock 2 is a sequel inspired not by the Muses, but by quarterly financial reports.
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