Battlestar Galactica: Scattered Hopes im Test: Die Kultserie hat Besseres verdient
FTL trifft Battlestar Galactica: In diesem Strategie-Roguelite schleppen wir uns von einer Überlebenskrise zur nächsten. Ein cleverer Mix mit mächtiger Lizenz, der viel Potenzial liegen lässt.
Ihr liebt Sci-Fi und wollt euch mal wieder so richtig alt fühlen? Kein Problem! Die letzten Episoden von Battlestar Galactica wurden vor 17 Jahren ausgestrahlt. Gern geschehen.
Was für ein Erlebnis das war! Schließlich gilt Battlestar Galactica als eine der besten Sci-Fi-Serien aller Zeiten, mit Dutzenden Episoden, die unvergessen bleiben. Welche davon die beste ist? Darüber lässt sich streiten, klar. Doch bei vielen Fans dürfte die Wahl wohl auf "33 Minutes" fallen, die erste Folge der ersten Staffel, völlig zu Recht.
Die brillante Eröffnungsepisode ist ein Musterbeispiel dafür, wie man die Zuschauer von der ersten Sekunde an packt und nicht mehr vom Haken lässt. Darin erleben wir, wie die erschöpfte Crew der Galactica alle 33 Minuten vor den angreifenden Zylonen flüchten muss - immer wieder und wieder. Ein zermürbender Überlebenskampf jenseits der Belastungsgrenze. Und genau dieses intensive Stück TV-Geschichte dient nun als Blaupause für ein brandneues Spiel mit der offiziellen Serienlizenz: Battlestar Galactica: Scattered Hopes (jetzt kaufen 22,49 € ).
Für so ein Projekt braucht es natürlich Erfahrung, und die bringt Alt Shift reichlich mit: Vor acht Jahren hatte das Team bereits das beliebte Roguelite-Strategiespiel Crying Suns abgeliefert. Kein Wunder also, dass ihr neues Werk in eine ähnliche Richtung geht - im Guten wie im Schlechten.
In diesem Artikel
So say we all!
Scattered Hopes erzählt im Grunde eine Nebenhandlung zur Serie. Darin kommandieren wir einen Gunstar, ein kampfstarkes Kriegsschiff der kolonialen Flotte. Die Geschichte setzt unmittelbar nach dem verheerenden Zylonenangriff ein und hat nur ein Ziel: Wir müssen irgendwie die Galactica erreichen und uns Adamas Flotte anschließen.
Screenshots aus dem Test
Der Spielablauf hält sich grob an die Formel, die wir schon aus FTL kennen: Auf einer Übersichtskarte suchen wir unseren nächsten Zielsektor aus, arbeiten uns so Stück für Stück zur Galactica vor. Die Ressourcen sind knapp, außerdem verbraucht jeder Sprung eine kostbare Einheit Treibstoff. Im Zielsektor angekommen, haben wir nun verschiedene Möglichkeiten, um unsere Lager aufzufüllen: Wir plündern etwa Depots und umhertreibende Schiffswracks, um Vorräte oder Schrott zu sammeln, die wir in rauen Mengen brauchen, um unsere kleine Flotte in Schuss zu halten.
Mit Vorräten erfüllen wir zum Beispiel bestimmte Wünsche unserer Schiffsbewohner und erledigen Aufträge, während Schrott bei Händlern, für Reparaturen oder Forschungsprojekte zum Einsatz kommt, die neue Upgrades freischalten.
Krisenstimmung
Zu viel sollte man sich allerdings nicht vornehmen, denn pro Sektor lassen sich nur zehn Züge ausführen, bevor man wieder die Flucht antreten muss. Das wäre auch noch kein Problem, gäbe es da nicht die vielen Zufallsereignisse und Krisen, die zwischendurch aufpoppen: Ein kaputter Schiffsrumpf, instabile Atomsprengköpfe, meuternde Arbeiter, Anschläge, Sicherheitslücken, Diebstähle, soziale Konflikte, das und vieles mehr wirft euch das Spiel im Minutentakt entgegen. Stress pur! Hier zieht das Spiel übrigens eine klar erkennbare Linie zur "33 Minutes"-Episode: Man stolpert von einer Krise in die nächste, doch Zeit und Rohstoffe reichen oft nicht aus, um jede Aufgabe zu bewältigen.
Quelle: PC Games
Krisen lassen sich umgehen, das sorgt allerdings oft für einen starken Nachteil. Hier müsst ihr das Risiko abwägen.
Zusätzlich gibt es noch drei Fraktionen, die aber leider vollkommen gesichtslos bleiben: Arbeiter, Militär und Unterwelt. Je nachdem, welche Seite man unterstützt, verbessert oder verschlechtert sich eure Stellung - dann kann es zum Aufstand kommen, oder aber man erhält einen lukrativen Bonusauftrag, der uns für den Run einen dauerhaften passiven Bonus verpasst. Höhere Reichweite für Waffen, günstigere Reparaturen, so was in der Art. Ein kniffliger Balanceakt!
Nebenbei schaltet ihr in einem kleinen Forschungsmenü neue Upgrades frei oder besucht die Kneipe, in der ihr Rohstoffe verzocken, euren Ruf bei einer Fraktion aufpolieren oder mit einem eurer Helden plaudern könnt. Letztere sind besondere Besatzungsmitglieder, die ihr für Aufgaben und Kampfeinsätze abkommandiert, dann sammeln sie Erfahrung und verdienen zufällige passive Vorteile. Manche Helden können dadurch gefährliche Aufgaben unverletzt meistern, andere erbeuten bei Aufträgen besonders viele Rohstoffe oder verbessern die Flottengesundheit. Die sind also wichtig - aber sie bergen auch ein großes Risiko, dazu später mehr!
Stressig ist das Kommandantenleben
Neben der Gunstar zählen auch zwei zivile Schiffe zu unserer kleinen Flotte, später kommen noch weitere hinzu. Leider hat man mit ihnen kaum etwas zu tun, denn die meisten produzieren nur Rohstoffe und dienen als Bühne für die vielen kleinen und großen Dramen, die uns das Spiel unentwegt vorsetzt.
Quelle: PC Games
Stehen keine Aufträge zur Verfügung, könnt ihr an Bord des Gunstars ein paar Not-Ressourcen erzeugen. Das kostet allerdings zwei kostbare Runden.
Auch den Quests fehlt es oft an Tiefgang oder Abwechslung, da man meistens nur zwischen zwei Dialogoptionen wählen kann. Die sind zwar moralisch öfter mal vertrackt und erzählen kleine, interessante Geschichten, führen aber nie zu einer wirklich unterschiedlichen Spielweise. Bodenmissionen wie in Crying Suns gibt es nicht und wir entwickeln auch keine besonderen Eigenschaften oder Fähigkeiten, die sich in den Dialogen auswirken würden. Schade, etwas mehr Rollenspiel hätte Scattered Hopes gutgetan!
Trotzdem kommt in den ersten Durchgängen noch richtig Spaß auf, weil wir alle Hände voll zu tun haben, um möglichst alle Krisen rechtzeitig zu lösen, bevor der Timer abläuft. Andernfalls drohen heftige Strafen, die unsere Flotte wertvolle Gesundheitspunkte kosten. Sinkt die Zahl auf null, ist der Run gescheitert. Und das passiert schneller, als einem lieb ist: Zumindest auf normaler Schwierigkeitsstufe sollte man ein ordentliches Maß an Frustresistenz mitbringen! Und das gilt nicht nur für den Verwaltungspart, sondern auch für die Echtzeit-Kämpfe. Wie die sich spielen und warum hier eine Funktion wichtiger ist als alles andere, erfahrt ihr auf der nächsten Seite.

Aber nur schon beim lesen des Tests fangen meine Hände an zu zittern, weil ich den Stress spüre, der mit diesem Gameplay an mich herangetragen wird.
FTL und Crying Suns mag ich sehr.
Das hier, scheint mir jedoch eine Stufe "schlimmer" zu sein
Für mich dadurch ein: Leider nein