Baldur's Gate Enhanced Edtion im Test - Wertung
Weitergehen, an der Schwertküste gibt's nichts Neues zu sehen! Oder besser unseren Test zur Baldur's Gate Enhanced Edtion lesen, damit ihr wisst, ob sich die Neuauflage des legendären Rollenspiel-Klassikers auch 14 Jahre nach dem ursprünglichen Release noch lohnt. Jetzt auch frisch mit Videotest und Pixelgrafik.
Cooler Gruppen-Nachwuchs
Trotzdem bietet Overhauls Neuauflage jede Menge Spiel fürs Geld, immerhin gut 100 Stunden. Auch weil das Add-on Legenden der Schwertküste bereits enthalten ist. Obendrauf gibt es drei spannende neue Gefährten für Ihren Hauptcharakter: Die süße Halb-Elfin Neera, die ihre Magie nicht unter Kontrolle hat, der von einem dunklen Gott begünstigte Halb-Ork Dorn und der rechtschaffene Mönch Rasaad. Diese Figuren fügen sich wunderbar in die Riege der Original-Charaktere ein, stechen aber gleichzeitig wegen ihrer häufig geführten, gut geschriebenen und hervorragend vertonten Dialoge hervor. Jeder der drei hat eine eigene Quest- Reihe, mit Neera und Dorn lässt sich sogar eine Beziehung eingehen – das kennen Baldur's Gate-Veteranen eigentlich nur aus dem zweiten Teil, prima.
Reichlich überflüssig erscheint uns dagegen ein separates Abenteuer im Spiel namens "Die Schwarzen Gruben": Der Arena-Aufseher Baeloth, ein Anhänger alberner Alliterationen, schickt euch in 15 Gladiatorenkämpfe gegen allerlei Abscheulichkeiten. Der Schwierigkeitsgrad ist knackig, doch die für Baldur's Gate und Ur-Entwickler Bioware typische Entscheidungsfreiheit kommt hier viel zu kurz. Die wenigen Gespräche mit abgedrehten Charakteren zwischen den Schlachten sind wunderbar pfiffig, doch am Ende geht es immer nur ums Kämpfen. Außerdem besteht keinerlei Verbindung zum Hauptspiel; Ihr erstellt für den Abstecher in die Arena eine eigene Heldengruppe, die ihr dank verdientem Gold mit immer besseren Gegenständen ausrüsten.
Verschlimmbessert
Laut eigener Aussage hat Overhaul Games über 400 Probleme des Originalspiels behoben. Die Qualität der Änderungen enttäuscht aber genauso wie die das Hinzukommen einiger neuer Bugs (siehe den nächsten Absatz). Die angepasste Benutzeroberfläche ist optisch sogar eine Verschlimmbesserung. Das Tagebuch ist zwar deutlich übersichtlicher als zuvor. Allerdings funktioniert das Scrollen per Mausrad nicht, sodass ihr im Schneckentempo durch die Aufträge blättert. Das Inventar ist darüber hinaus abgesehen von einer Handvoll neuer Anzeigen weiterhin eine Komfortkatastrophe. Das Ausrüsten der eigenen Mannen fällt so unglaublich fummelig aus. Ganz wie damals eben.
Obacht: Bugs und andere Probleme
Bei Technik und Ausstattung hat Entwickler Overhaul Games geschlampt. Im Test kam es zu einigen Spielabstürzen, am häufigsten beim Tod des Hauptcharakters. Viele Käufer der ersten Stunde klagten zudem über Startprobleme und Anzeigefehler. Der Mehrspielermodus präsentierte sich chronisch instabil und unterstützt entgegen anders lautenden Aussagen der Macher derzeit nur die Spielsuche per Rechner-IP – eine Online-Plattform mit Lobby soll später folgen. Das gilt auch für die deutsche Sprachausgabe: Zwar kommt das Spiel mit komplett übersetzten Texten daher, allerdings ertönt nicht ein gesprochenes Wort, weder auf Deutsch noch auf Englisch. Unser Rat: Löscht oder benennt den Ordner "de_DE" im Verzeichnis "Baldurs Gate Enhanced Edition\Data\00776\ lang" um, dann erlebt ihr das Spiel im (toll vertonten) englischen Original.

Was bleibt also übrig? Ein großartiges und zeitloses Spiel, das drei neue Charaktere und ein (zurecht unnötiges) Zusatzabenteuer spendiert bekommen hat und ansonsten größtenteils den Charme und die Engine des Klassikers auf BG 2 Niveau beibehalten hat. Ob man dafür die geforderte Kaufsumme ausgeben möchte, bleibt jedem selbst überlassen. Aber alle, die BG noch nie gespielt haben, kann ich nur zum Kauf raten, sei es die ursprüngliche Version (mit Mods) oder die Enhanced Version. (Die iPad Version übergehe ich mal geflissentlich, weil ich sie für Blödsinn und Geldmacherei halte, und die Bugs werden hoffentlich bald größtenteils durch Patches behoben sein).
Der Entwickler hat für ein völlig verbugtes Spiel Geld verlangt.
Es enthält sogar so viele Fehler, das fast im Tagesrhythmus Patches veröffentlicht werden.
Und der Entwickler bemerkt die meisten Fehler selber gar nicht, sondern wird von seinen Kunden erst darauf hingewiesen.
Man kann solche Dinge immer von zwei Seiten betrachten.
Und wenn ich den 4Players Test lese; da werden einge Sachen bemägelt, die das Original schon so gemacht hat; was dann evtl. auch an der Engine selber liegt....
Abgesehen davon: Bekannte Fehler sollten, nein dürfen in einer Neuauflage nicht mehr auftauchen.
Es geht darum, dass hier von connor erwähnt wurde, was sich seit deinem Test eben doch die Erde weiter gedreht hat und man bei einem Onlinetest, der eben nicht in Stein gemeißelt ist, durchaus von seiner Wertung abrücken könnte ... wenn man wollte.
Ich denke darum gehts hier auch primär, dass man bei deinem Test einfach ein Update vom 10.12.2012 13:37 runtersetzen könnte mit dem Hinweis, dass der Entwickler folgende Punkte, A, B, C verändert hat. Ob du dem Spiel dann immer noch die gleiche Wertung geben würdest, steht ja dann wiederum auf einem anderen Blatt. ;-)
Hättest du im Artikel geschrieben, dass der Test auf ca. 70h mit der EE basiert, wäre dieser Einwand wohl nicht gekommen.
Natürlich kann man über den Vorwurf "kleines Studio = wenig Testzeit, großes Studio = viel Testzeit" diskutieren und sicherlich wird das nicht richtig sein, nur ist dieser Vorwurf eben kein Bestechungs- und/oder Korruptionsvorwurf. ;-)
Im Gegensatz zu dir und den anderen Diskutanten bringt connor0815 'handfeste' Argumente,
Ja, aber leider stellt er sich selbst ein Bein durch diesen Bestechungsblödsinn, wo es auch mal gut tun würde, wenn man seine Einbildung mit der Realität Syncronisieren würde und mal das Heft auch l e s e n würde, speziel den Teil mit Anzeigen, Anspielterminen und den schlechten Wertungen