Aus nächster Distanz: Filmrezension zum spannenden Kammerspiel
Darstellerin Golshifteh Farahani ist eine iranische Schauspielerin die zunehmend internationale Erfolge feiert. Erst vergangenes Jahr war sie in "Fluch der karibik: Salazars Rache" als Seehexe Shansa zu sehen. Passend zu ihrer jetzigen Rolle verkörperte sie zudem schon 2015 in "Go Home" eine junge libanesische Frau, die sich wie eine Fremde im eigenen Land vorkam.
Mona ist eine libanesische Informantin für den israelischen Geheimdienst. Damit sie eine neue Identität annehmen kann, wurde ihr Gesicht operiert. Die Mossad-Agentin Naomi hat den Auftrag, Mona bis zu ihrer Genesung zu beschützen. Dafür verbringen sie zwei Wochen in einem Hamburger "Safe House", das aber nicht so viel Schutz bietet, wie erhofft. Beide versuchen mit trivialen Gesprächen so etwas wie einen normalen Alltag in einer ungewöhnlich Situation zu schaffen, während der globale Konflikt von außen immer näher heranrückt. Regisseur Eran Riklis reduziert den Nahost-Konflikt, Verrat, Paranoia, Loyalität und schwierige moralische Entscheidungen auf ein aufregendes Kammerspiel. Gleichzeitig inszeniert er eine interessante Genre-Variation des Agententhrillers, die keine klaren Grenzen zwischen Gut und Böse kennt, ohne in bekannte Klischees oder plumpe und brutale Action zu verfallen. Emotionen und Spannung kommen dennoch nicht zu kurz.
FAZIT:
Komplexes Agenten-Kammerspiel mit zwei tollen Hauptdarstellerinnen und jeder Menge Suspense, statt platter Action.
