Astrid: Filmrezension zum Biopic über Kinderbuchautorin Lindgren
Astrid Lindgren wollte sich noch nie etwas sagen lassen, weder Zuhause noch in der Schule. Das änderte sich auch nicht, als sie ein Praktikum bei einer Zeitung machte und dort den späteren Vater ihres Kindes kennenlernt. Denn sie verliebt sich in ihren deutlich älteren Chef und gibt das Kind in die Pflege, bis sie sich selbst um es kümmern kann. Das Biopic beschäftigt sich mit Astrid Lindgrens Weg vom Mädchen zur Frau und damit, wie früh sie selbst erwachsen werden musste.
Sie ist die bis heute bekannteste und meistgelesene Kinderbuchautorin: Die Schwedin Astrid (jetzt kaufen 12,99 € ) Lindgren schuf mit Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga nur zwei von vielen Figuren, die auf der ganzen Welt geliebt werden. Dass sie selbst sehr schnell erwachsen werden musste, weil sie von einem wesentlich älteren, verheirateten Mann ein Kind bekam, wissen dagegen nur wenige.
Das Biopic von Pernille Fischer Christensen konzentriert sich genau auf diese Lebensphase Lindgrens: Alba August ist als Astrid so authentisch und anrührend - vor allem bei der schwierigen und außergewöhnlichen Annäherung an ihren unehelichen Sohn, der in seinen ersten Lebensjahren bei einer Pflegemutter in Kopenhagen aufwuchs - dass man gut nachvollziehen kann, warum diese einen besonderen Draht zu ihren kleinen Lesern hatte. Die kommen dann auch in der Rahmenhandlung zu Wort, durch sehr persönliche Post, die die betagte Lindgren säckeweise zum Geburtstag erhält.
FAZIT: Wie aus der jungen Astrid eine Frau wurde, die Kinder begeistern kann, erzählt dieser völlig kitschfreie Film.
