Assassination Nation: Filmrezension zum Anarchiethriller von Sam Levinson
Die Kleinstadt im Mittelpunkt des Anarchiethrillers heißt nicht umsonst Salem, die Hysterie, die in "Assassination Nation" dort nach dem Veröffentlichen privater Daten von vielen Bewohnern ausbricht, hat große Ähnlichkeiten mit den Hexenprozessen von Salem im Jahr 1692. In beiden Fällen schreckte der wütende Mob vor nichts zurück und kannte auch bei Mord keine Grenze. Regisseur Sam Levinson vermischt dafür Highschooldrama mit Horrorthriller.
Lily und ihre Freundinnen leben in der US-Kleinstadt Salem. Als ein Hacker private Chats und intime Details öffentlich macht, geraten erst der Bürgermeister, dann der Schulleiter und schließlich auch die vier Mädchen ins Visier der aufgebrachten Bürger. In Salem bricht die Anarchie aus, und der wütende Mob schreckt auch vor Mord nicht zurück ...
Sam Levinsons schwarze Thrillersatire verbindet Highschool- und Horrorelemente, geht dabei aber wesentlich weiter als die üblichen Teenieschocker. Levinson greift Themen wie die permanente Selbstdarstellung auf Social-Media-Kanälen und die verlogenen Moralvorstellungen in Zeiten der #MeToo-Debatte auf. Dass er seine junge Heldinnen als taffe Amazonen inszeniert, die zum Mittelpunkt einer blutigen Gewaltorgie werden, ist sicher nicht Jedermanns Sache und vor allem auch unnötig. Letztendlich sind es nämlich die ruhigen, nicht-reißerischen und völlig unblutigen Sequenzen, die am längsten nachwirken.
