Aragami Test: Schattige Schleichpartie im alten Japan

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Test Markus Thalhammer - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
So nah und doch so fern: 
Aragamis Beschwörerin Yamiko begleitet ihn auf der Suche nach den Talismanen - in Form einer spirituellen Projektion. (PS4)
Quelle: Games Aktuell

Hallo, Dunkelheit, alter Freund! Wir sind gekommen, um mit dir zu spielen - in Form des Schatten-Assassinen Aragami auf geheimer Rettungsmission.

Tatort feudales Japan: Die Kaiho, ihres Zeichens Armee des Lichts, hat das Reich erobert und die junge Yamiko mittels sechs Talismanen in die Zitadelle von Kyuryu gesperrt. In ihrer Not vollzieht das Mädchen ein Ritual und beschwört den schattigen Assassinen Aragami (jetzt kaufen 2,36 € ), damit dieser ihr zur Flucht verhilft. Dazu muss er die sechs Talismane zurückerlangen, an deren Orte ihn eine spirituelle Projektion Yamikos führt. Auf seinem Weg suchen Aragami Visionen heim, die offensichtlich aus der Vergangenheit des jungen Mädchens stammen und die Frage nach der schicksalhaften Verbindung zwischen den beiden Hauptfiguren aufwerfen.

Traumatische Erlebnisse: 
Während seiner Mission suchen Aragami immer wieder Visionen von Yamikos Erinnerungen heim. Aber kommt das tatsächlich nur durch das Ritual? (PS4) Quelle: Games Aktuell Traumatische Erlebnisse: Während seiner Mission suchen Aragami immer wieder Visionen von Yamikos Erinnerungen heim. Aber kommt das tatsächlich nur durch das Ritual? (PS4) Nicht ins Licht gehen: 
Hell erleuchtete Orte wie dieses Lagerfeuer solltet ihr grundsätzlich meiden - sie sind nicht löschbar, stehlen euch die Kraft und machen euch leicht sichtbar. (PC) Quelle: Games Aktuell Nicht ins Licht gehen: Hell erleuchtete Orte wie dieses Lagerfeuer solltet ihr grundsätzlich meiden - sie sind nicht löschbar, stehlen euch die Kraft und machen euch leicht sichtbar. (PC)

Aus dem Hinterhalt

Um Yamiko aus der Festung zu retten, müssen wir in Aragamis Rolle diverse offene Levels absolvieren. Dabei können wir mehr oder minder frei den Weg ans Ziel suchen. Allerdings stehen uns zahlreiche Kaiho-Wachen im Weg, die wir entweder ausschalten oder umgehen müssen. Dass die Laufwege und Reaktionen der Gegner-KI leicht zu durchschauen sind, gleicht sich dadurch aus, dass sie sehr aufmerksam auf Geräusche reagieren und ein einziger Treffer uns bereits den Garaus macht.

Aragami eignet sich also eindeutig nur für Schleichfreunde, die zudem viel Geduld mitbringen. Wer auch nur die Option haben will, in die direkte Konfrontation zu gehen, sollte das Indie-Spiel definitiv meiden.

Die Umgebung spielt eine entscheidende Rolle für die Vorgehensweise. Insgesamt gibt es drei verschiedene Stufen von Dunkelheit bis Licht: schattig, hell und erleuchtet. In schattigen Gebieten ist Aragami nur schwer für Gegner sichtbar. Außerdem lädt sich hier seine Schatten-Essenz wieder auf, die er für seine Grundfähigkeiten benötigt. In hellen Arealen ist er leichter für Gegner auszumachen, die Schatten-Essenz lädt sich nicht wieder auf und ist somit schnell aufgebraucht. In den erleuchteten Bereichen nahe Laternen oder Lagerfeuern sinkt sie sogar, ohne dass sie aktiv eingesetzt wird. Und diese Lichtquellen kann man leider nicht löschen.

Mit einem Happen: 
Aragamis Fähigkeiten umfassen unter anderem auch diese Schattenschlange, die Gegner verschlingt und somit auch direkt den Körper entsorgt. (PC) Quelle: Games Aktuell Mit einem Happen: Aragamis Fähigkeiten umfassen unter anderem auch diese Schattenschlange, die Gegner verschlingt und somit auch direkt den Körper entsorgt. (PC) Die Qual der Wahl: 
Zum Erlernen und Upgraden der verschiedenen Fähigkeiten braucht ihr jeweils unterschiedlich viele Schriftrollen. (PC) Quelle: Games Aktuell Die Qual der Wahl: Zum Erlernen und Upgraden der verschiedenen Fähigkeiten braucht ihr jeweils unterschiedlich viele Schriftrollen. (PC) Neben den Grundfähigkeiten, die Schatten-Essenz verbrauchen, gibt es weitere Fertigkeiten in den Kategorien Offensive und Defensive. Diese Techniken wählt ihr über ein Skill-Rad aus, ihr könnt sie dann zweimal einsetzen - danach müssen sie an einem Schatten-Schrein wieder aufgeladen werden. Grundsätzlich müsst ihr aber alle Fähigkeiten erst einmal erlernen, danach könnt ihr sie auch jeweils noch einmal upgraden. Die dazu benötigten Skill-Punkte findet ihr in Form von Schriftrollen, die mal mehr und mal weniger offen in den weitläufigen Arealen herumliegen.

Die wichtigsten Skills erlernt ihr direkt während des anfänglichen Tutorial-Abschnittes. Das umfasst beispielsweise den Teleport, der euch taktische Sprünge zwischen schattigen Bereichen ermöglicht. Gerade in Kombination damit ist auch das kurzzeitige Erschaffen von Schatten an hellen Orten entscheidend. In diesen Schattenflächen könnt ihr allerdings nur kurzzeitig verweilen, denn sie verfliegen alsbald und können euch somit nur eine Zwischenstation bieten.

Äußerst nützlich ist auch die Fähigkeit, gegnerische Leichen aufzulösen, da sie so nicht mehr entdeckt werden und Alarme auslösen können. Weitere Skills umfassen das Markieren von Gegnern, einen Schattendoppelgänger zur Ablenkung, eine Schattenschlange, die Gegner verschlingt und ihren Körper so direkt entsorgt, sowie vorübergehende Unsichtbarkeit, Fallen und Wurfmesser für Distanz-Kills.
Katz-und-Maus-Spiel: 
An manchen Stellen bietet es sich an, kurz unsichtbar zu werden und völlig unbemerkt an den Gegnern vorbeizuschleichen. (PC) Quelle: Games Aktuell Katz-und-Maus-Spiel: An manchen Stellen bietet es sich an, kurz unsichtbar zu werden und völlig unbemerkt an den Gegnern vorbeizuschleichen. (PC) Zeitaufwendig: 
Bossgegner wie Hauptmann Hikaru müssen wegen ihrer Lichtschilde mehrfach ungesehen attackiert werden. (PC) Quelle: Games Aktuell Zeitaufwendig: Bossgegner wie Hauptmann Hikaru müssen wegen ihrer Lichtschilde mehrfach ungesehen attackiert werden. (PC)

Licht und Schatten

Die Grafik ist technisch eher zweckmäßig. Durch den schönen, künstlerischen Stil haben die Entwickler das allerdings so gut kaschiert, dass es das Spielerlebnis nicht beeinträchtigt. Die Dialog-Cutscenes erinnern an die Zelda-Titel: Charaktere sprechen zwar, jedoch in sehr sphärisch-waberndem Ton und außerdem nur auf Japanisch - die deutschen Untertitel erscheinen in Textboxen. Dass Figuren mit unverdecktem Gesicht im Prinzip keine Mimik haben und nicht einmal wirklich die Lippen bewegen, ist durchaus ein kleines Manko. Dafür ist die herrlich melancholische Musik mit Japan-Flair über jeden Zweifel erhaben.

Bosskämpfe gibt es nur in geringer Zahl. Leider passen diese auch nicht wirklich gut in das Stealth-Konzept und können enorm frustrieren - genau wie das gesamte Checkpoint System des Spiels, das bei einem kleinen Fehler eine Menge zwischenzeitlichen Fortschritt zunichtemachen kann. Toll ist hingegen, dass man bereits absolvierte Levels im Online-Koop zu zweit wiederholen kann.

Mehr Licht als Schatten

Generell macht Aragami trotz der Kritikpunkte jede Menge Spaß - allerdings nur in der PC-Version. Diese läuft technisch gut und hat bis auf ein paar Mini-Ruckler und seltene, kleinere KI- oder Grafik-Bugs keine nennenswerten Probleme. Auf der Playstation 4 hingegen stockt das Spiel am laufenden Band - nicht einmal 30 Bilder pro Sekunde können konstant gehalten werden. Darüber hinaus stört hier auch noch omnipräsentes Bildzerreißen (Tearing) den Spielfluss. Die Konsolenversion wird dadurch zwar nicht direkt unspielbar, der Spielspaß leidet aber merklich.

Meinung

Wertung zu Aragami (PC)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Aragami (PS4)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Zahlreiche Fähigkeiten inklusive UpgradesWeitläufige, offene LevelsOnline-Koop-ModusSchönes Art- und Sound-Design
Screen-Tearing und unterirdische Framerate (nur auf PS4)Vereinzelt kurze Ruckler und BugsFrustpotenzial durch Check-Point-System und bei Bosskämpfen
Fazit

Ein spaßiger und stilvoller Titel für Stealth-Liebhaber – aber leider mit schwacher Konsolen-Umsetzung.

Bildergalerie

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