Anthem: Wir haben die Story durchgespielt - unser Zwischenfazit
Dank Vorabzugang zocken wir Anthem bereits seit dem 15. Februar, den Story-Block bis zu den Credits konnten wir nach etwa 18 Stunden durchspielen. Unser Zwischenfazit: Die Javelin-Kampfanzüge und das hübsche Bastion sind die großen Stars von Anthem. Andere Bereiche des Loot-Shooters aus dem Hause Bioware enttäuschen jedoch.
Nach Activision (Destiny 2) und Ubisoft (The Division) hat nun also auch Electronic Arts seinen eigenen Loot-Shooter mit eingeimpfter Games-as-a-Service-DNA. Die stolzen Eltern bei Bioware tauften ihr Baby Anthem (jetzt kaufen 22,49 € ). Nach der Hymne der Schöpfung, die in der Story des Spiels eine wichtige Rolle einnimmt. Den ersten großen Handlungsstrang, der in einem großen Bosskampf samt anschließenden Credits endet, konnten wir nach etwa 18 Stunden meistern. Wer Anthem auf einer SSD installiert hat, kann aber sicherlich noch einmal zwei bis drei Stunden abziehen - die Ladezeiten sind leider ein sehr präsenter Bestandteil der Anthem-Spielerfahrung.
Wichtige Anmerkung: Da wir für eine abschließende Wertung noch nicht genug vom Endgame gesehen haben, verraten wir euch im Folgenden unser Zwischenfazit sowie eine erste Wertungstendenz.
Präsentation und Story
Quelle: buffed
Optisch machen die Dialogszenen in Anthem ordentlich was her, leider haben die Figuren nur selten wirklich Interessantes zu erzählen.
Anthem ist zwar kein typisches Bioware-RPG, soll aber dennoch einen großen Schwerpunkt auf die Handlung legen. Hübsch anzusehen sind sie auf jeden Fall, die Zwischensequenzen und zahlreichen Dialogszenen, die wir meist aus der Egoperspektive erleben. Das gilt auch für die detailreich designte Welt Bastion oder den Quest-Hub Fort Tarsis mit seinen Händlern und geschwätzigen NPCs. Im Gegensatz zu Mass Effect: Andromeda wirken die Gesichtsanimationen der Figuren auch nicht mehr unfreiwillig komisch. Einzig einige unnatürliche Gesten sind uns aufgefallen, doch ist das meckern auf hohem Niveau. Bei der Qualität der Dialoge und Geschichten ist indes Kritik angebracht. Zwar finden wir die Ausgangslage mit den plötzlich auftretenden Cataclysm, die das Wetter auf den Kopf stellen und bizarre Lebensformen erschaffen können, spannend. Genauso, dass wir als Freelancer eine Art ADAC für all diejenigen sind, die außerhalb der schützenden Mauern in Schwierigkeiten geraten, wir gleichzeitig aber aufgrund eines dramatischen Ereignisses bei vielen Menschen keinen allzu guten Ruf genießen.
Leider erklärt uns niemand nachvollziehbar den Grund für unser Sündenbock-Dasein. Dazu kommt, dass uns das Spiel viel zu viele belanglose Dialoge an den Kopf knallt. Es gibt sie zwar, die Highlight-Zeilen, die uns zum Schmunzeln bringen oder für die Welt spannenden Kontext liefern, nur leider viel zu selten, um unser Interesse ständig zu befeuern. Zumal wir in den Gesprächen meist passiver Zuschauer sind. Wenn wir zwischen zwei Antworten wählen dürfen, haben diese kaum Einfluss auf den weiteren Gesprächsverlauf oder die nachfolgenden Ereignisse. Selbst der große Story-Twist ist vorhersehbar und verliert schnell an Relevanz. Nein, großes Story-Kino wie zu besten Bioware-Zeiten dürft ihr in Anthem nicht erwarten.
Ein Hoch auf den Javelin
Quelle: buffed
Solange der Antrieb unseres Javelins wohltemperiert ist, dürfen wir Bastion fliegend erkunden. Zur Not sorgen nahe Gewässer oder ein Sturzflug für Abkühlung.
Deutlich mehr Spaß hatten wir mit unserem Javelin-Kampfanzug, der uns zu Beginn jeder Mission in eine Art Iron Man verwandelt. Zu Beginn unserer Freelancer-Karriere haben wir dabei die Wahl zwischen dem agilen Interceptor, dem Magier-esken Storm, dem robusten Colossus oder der Allround-Einheit Ranger. Alle verschmähten Javelins lassen sich dann im Laufe der Level-Phase freischalten. Die Besonderheit der Anzüge: Solange das Triebwerk nicht überhitzt, dürfen wir Bastion aus der Third-Person-Perspektive fliegend erkunden, und das macht dank der im Vergleich zur Beta spürbar verbesserten Steuerung richtig Laune.
Noch spaßiger ist es, sich mit der Rüstung in den Kampf zu stürzen. Zwar nutzt jede Klasse lediglich eine 08/15-Auswahl an verschiedenen Schusswaffen, doch spielen die im Vergleich zu den mächtigen Fähigkeiten der Javelins eh nur eine untergeordnete Rolle. Unser Storm setzt beispielsweise seinen Gegnern mit Feuerbällen, Eisexplosionen und Kettenblitzen zu, die ein Vielfaches des Schadens von Sturmgewehren oder LMGs verursachen. Der Unterschied fällt sogar noch größer aus, wenn unser bis zu vier Spieler starkes Team über Angriffe mit passenden Affinitäten sogenannte Kombos auslöst. Zünden wir dann noch die besonders mächtige Ultima-Fähigkeit, zaubert uns das zerstörerische Effektfeuerwerk auf dem Bildschirm ein dickes Grinsen ins Gesicht.
Quelle: buffed
Skar-Vollstrecker schützen sich nach vorne mit einem dicken Schild. Die roten Tanks in ihrem Rücken sind ihr Schwachpunkt.
Missionen zum Vergessen
Den spaßigen Kämpfen ist es zu verdanken, dass wir auch nach 20 Stunden noch Spaß mit Anthem haben, obwohl die Missionen selbst sehr generisch ausfallen. Viel zu oft sollen wir Gegnerwellen zurückgeschlagen, Bereiche verteidigen oder leuchtende Kugeln einsammeln und zu einem vorgegebenen Ort bringen. Okay, ab und an mussten wir auch simple Schalterrätsel lösen, NPCs beschützen oder Gefangene befreien. Schnell macht sich das Gefühl breit, dass sich die Herausforderungen - egal ob im Freien Spiel, im Festungen-Modus oder im Zuge der Story-Quests - immer gleich spielen.
Was die Kämpfe indes nicht aufwiegen können, sind die technischen Unzulänglichkeiten von Anthem. Die zahlreichen Ladebildschirme beispielsweise, die enorm viel Lebenszeit verschwenden. Selbst auf einer SSD nehmen diese viel zu viel Zeit in Anspruch. Wer noch eine HDD-Festplatte nutzt, wird dann sogar doppelt und dreifach bestraft. Zum einen, weil, kaum ist man endlich in der Missionszone gelandet, häufig bereits der nächste Ladebildschirm wartet, mit dem der Teleport zu den bereits vorgepreschten Kollegen durchgeführt wird. Zum anderen verpasst man während des Ladens gerne mal die ersten NPC-Anweisungen oder sogar Kämpfe.
Quelle: buffed
Mit Ingame-Münzen oder via Euro bezahlte Splitter könnt ihr kosmetisches Zeug wie Skins und Embleme kaufen. Für einen Zehner bekommt ihr 1.050 Splitter.
Noch ärgerlicher sind die teils krassen Bugs, dank denen wir etwa Missionen nicht abschließen konnten, Zwischensequenzen ohne Ton ablaufen oder uns der Sieg über den Endgegner mit einem Ladebildschirm statt der letzten Cutscene belohnt. Unsere Empfehlung nach etwa 20 Stunden mit Anthem lautet daher: Wartet vor dem Kauf die ersten Patches ab und investiert dann erst einmal 15 Euro in einen Monat von Origin Access Premier. Die 30 Tage reichen locker aus, um die Story durchzuspielen, Maximalstufe 30 zu erreichen und in das bisher - so unser Ersteindruck zumindest - wenig gehaltvolle Endgame reinzuschnuppern.
Meinung
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Dank dir, werde ich mal ausprobieren.
Habe gestern mit dem Spiel angefangen und mich auf die erste Mission - die Suche nach Matthias - gemacht. Prompt hatte ich ein paar Mitstreiter an der Seite... Dachte es gäbe die Möglichkeit, die Hauptstory auch 'solo' durch zuspielen und die Online-Geschichten wären separat.
Habe gestern mit dem Spiel angefangen und mich auf die erste Mission - die Suche nach Matthias - gemacht. Prompt hatte ich ein paar Mitstreiter an der Seite... Dachte es gäbe die Möglichkeit, die Hauptstory auch 'solo' durch zuspielen und die Online-Geschichten wären separat.
Einer fängt an und alle machen mit.
Vielleicht liegt es aber auch daran das ich das etwas lockerer sehe und nicht mit ESC alles überspringe.
Ich spiele es mit 5 Freunden und wir haben unseren Spaß.
Bin als erster gestern LVL 30 geworden.
Natürlich bin ich auch der Meinung das die Story etwas mehr hergeben könnte.
Vor allem im Bezug auf die Freelancer bezüglich ihrer Vergangenheit.
Und das man diese unnützen Gespräche dafür etwas reduzieren hätte können.
Inzwischen kam ja der first Day Patch raus.
Und im März soll auch noch das nächste DLC erscheinen.
Daher würde ich erstmal abwarten wie sich dann das Endgame entwickelt.
Mit den 15€ für Origin Premier kann man doch im Grunde nichts falsch machen.
Wer aber ein Spiel mit viel Endcontent erwartet sollte noch 6 Monate warten.
Aber das wusste man schon vorher wenn man die Tweets und reddit etwas verfolgt hat.
Ich hab schon den Eindruck das die jüngere Generation sich nur den negativen Sachen zuwendet.
Die letzten Beiträge habe ich nur überflogen.
Manche sollten sich wirklich mal 30min Zeit nehmen um dann zu Antworten.
Kritik ist immer gut und diese sollte man auch äußern.
Aber genauso sollte man die Meinung anderer akzeptieren.
Wünsch euch auf jeden Fall noch viel Spaß mit dem Game