Alone in the Dark in der Gamescom-Vorschau: Gespielt - ein schaurig-schönes Reboot
Im Rahmen eines Publisher-Showcase stellte THQ Nordic erst kürzlich ein neues Alone in the Dark vor. Der Serien-Reboot soll sich am Original orientieren, also klassischen Survival-Horror bieten. Wir haben den Titel auf der Gamescom gespielt und verraten in der Vorschau, ob die Rückkehr des Grusel-Opas gelungen ist.
Als Alone in the Dark im Jahr 1992 erstmals für den PC erschien, wurde es als technisches Wunderwerk gefeiert, als neuer Maßstab für packende Horrorabenteuer. Handgezeichnete Hintergründe, gepaart mit 3D-Modellen für Spielercharaktere und Gegenstände schunden mächtig Eindruck bei Spielern. Ein Mix aus fest positionierten Kameras und Third-Person-Perspektive sorgte für zusätzliche Grusel-Atmosphäre: Der nächste Jumpscare konnte direkt um die Ecke lauern. Ein nie dagewesener Nervenkitzel!
Gute 30 Jahre später ist vom Glanz früherer Zeiten nicht mehr viel übrig. 2022 sorgt höchstens noch die fummelige Steuerung von Alone in the Dark für einen erhöhten Puls, nicht die Inszenierung. Deshalb hat sich Publisher THQ Nordic dazu entschlossen, dem Horror-Klassiker eine Frischzellenkur zu spendieren. Herausgekommen ist ein vollumfänglicher Reboot, das für Jung und Alt etwas bereithalten soll: Serienneulinge bekommen zum einen eine zeitgemäße Aufmachung, zum anderen eine völlig eigenständige Geschichte, die keinerlei Vorkenntnisse braucht. Veteranen freuen sich derweil über kleine Auftritte altbekannter Schauplätze und Charaktere, die das Gefühl von damals erneut aufleben lassen.
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Wie gut dieser Balanceakt funktioniert, davon konnten wir uns während der Gamescom (hier unsere Gamescom-Übersichtseite zu allen wichtigen Themen) selbst überzeugen. Wir haben das neue Alone in the Dark erstmals gespielt und verraten, wie gut der Sprung dem Titel der Sprung ins 21. Jahrhundert gelungen ist.
Aus alt mach neu
Quelle: THQ Nordic
Alone in the Dark: Das Horror-Reboot in der Gamescom-Vorschau. (2)
Alone in the Dark orientiert sich stark am Original aus dem Jahr 1992. Die Geschichte spielt also wieder in den US-Südstaaten, was für eine klassische Noir-Atmosphäre à la Lovecraft sorgt. Im Mittelpunkt stehen erneut die mysteriösen Vorkommnisse in Derceto Manor. Allerdings hat man sich bei der Story ein paar Freiheiten herausgenommen.
"Die Handlung des Originals hätte vielleicht über drei bis vier Stunden getragen", erzählen uns die Entwickler im Interview. Außerdem wurde sie recht passiv erzählt, über Texte bei Sammelgegenständen etwa. Große Twists und Überraschungen gab es nicht. "Für das Reboot brauchte es etwas Aufregenderes", so das zuständige Studio Pieces Interactive. Also wurden dem Abenteuer in Zusammenarbeit mit SOMA- und Amnesia-Autor Mikael Hedberg ein paar zusätzliche Zeilen angedichtet. Derceto Manor ist jetzt kein Herrenhaus, sondern eine Nervenheilanstalt. Jeremy Hartwood, dessen Tod ihr im Original untersuchen musstet, ist jetzt nur noch verschwunden.
Die Suche startet ihr wahlweise aus der Perspektive von Privatdetektiv Edward Carnby oder Jeremys Nichte Emily. Je nachdem, für welchen der beiden ihr euch zu Beginn entscheidet, bekommt ihr andere Cutscenes, Locations und Herausforderungen vorgesetzt. Wer alles sehen will, muss also zwei Spieldurchgänge starten. Resident Evil 2 lässt grüßen!
Mehr als Zielen und Feuern
Auch das Gameplay erinnert an das Capcom-Resi-Remake. Im Fokus stehen das Erkunden der Villa und ihrer Umwelt, das Lösen diverser logischer Puzzles und Kämpfe gegen entstellte Monster. Wobei Fans der Urfassung keine Angst haben müssen, dass das neue Alone in the Dark in einen Action-Shooter ausartet. Es wird zwar verschiedene Waffen geben. Ihr ballert euch aber nicht einfach in Rambo-Manier durch die Gegend. Manche Gegner erfordern clevere Herangehensweisen. Ihr müsst etwa an ihnen vorbeischleichen, sie mit Gegenständen bewerfen, um sie zu verlangsamen. Oder ihr sucht euer Heil direkt in der Flucht.
So richtig rund wirkte das im gezeigten Alpha-Material aber leider noch nicht. Die Steuerung sah hakelig aus. Den Knarren fehlte es an Treffer-Feedback. Gegner taumelten nicht oder verloren Körperteile. Dafür, dass man für die Release-Fassung eine USK-Freigabe ab 18 anpeilt, hätten wir uns mehr Blut gewünscht.
Eindrücke aus dem Prolog
Zumindest die Stimmung scheint aber schon mal zu passen. Davon konnten wir uns beim Spielen des Prologs überzeugen. Dort schlüpft ihr in die Rolle von Grace Saunders, bekannt aus Alone in the Dark 2, mit der ihr Derceto Manor und seine Bewohner kennenlernt - darunter auch Jeremy Hartwood, der bereits in den ersten Minuten einen paranoiden und gehetzten Eindruck macht. Irgendjemand soll hinter ihm her sein, überall im Haus seien Spione, und seine Kontaktversuche mit der Außenwelt würden unterbunden. Dabei muss er doch dringend seine Nichte erreichen! Wir machen uns also in Third-Person-Perspektive auf, einen Brief für ihn aufzugeben.
Quelle: THQ Nordic
Alone in the Dark: Das Horror-Reboot in der Gamescom-Vorschau. (1)
Dabei kommt schon nach ein paar Schritten eine wunderschöne Geisterhausatmosphäre auf. Während wir mit Grace das Anwesen erkunden, fallen plötzlich Fenster zu. Das Licht geht aus und eine Ansammlung gruseliger Statuen steht direkt vor uns. Oder wir finden uns hinter eine Tür plötzlich in einer feuchtwarmen Sumpfregion wieder, in deren schlammigem Wasser ekelhafte Viecher lauern.
Zusammen mit der stimmungsvollen Soundkulisse und der tollen Musikuntermalung ergibt das ein rundes Gesamtbild, auch wenn uns die Grafik selbst nicht vollends vom Hocker gehauen hat. Für bestimmte Aktionen, etwa das Aufheben von Gegenständen, gibt es keine Animationen. Manche Texturen wirken matschig. Vor allem die Mimik der Charaktere lässt zu wünschen übrig. Aktuell sieht Alone in the Dark aus wie eine typische Double-A-Produktion im Stil von The Sinking City oder Greedfall: ordentlich, aber nicht hübsch. An diesem Umstand kann sich bis zum offiziellen Release von Alone in the Dark aber natürlich noch was ändern.
Meinung
Ein konkretes Datum gibt es für die Veröffentlichung des neuen Alone in the Dark noch nicht. Publisher THQ Nordic und Entwickler Pieces Interactive peilen aber wohl grob das kommende Jahr an. Neben einer PC-Veröffentlichung via Steam sind auch Versionen für die Playstation 5 sowie die Xbox Series S/X geplant.

Vom Original dürfte nicht viel übrig sein, da alles was Alone in the Dark groß gemacht hat, heute ganz normal ist. Eigentlich fällt mir kein Alleinstellungsmerkmal der Serie ein, das es in die Moderne geschafft hat.
Trägt es also nur den Namen?