Alabaster Dawn im Early-Access-Test: Nach Crosscode der nächste Action-RPG-Hit?
Das lange Warten hat ein Ende, die Schöpfer von Crosscode melden sich mit ihrem neuen Action-Rollenspiel zurück. Wir haben uns für euch durch die Early-Access-Fassung gespielt und klären, ob es den hohen Erwartungen gerecht wird.
Radical Fish Games ist sicher ein Name, der vielen von euch erst mal nix sagt, stimmt's? Sollte er aber! Vor etwa acht Jahren hat das kleine deutsche Team nämlich einen echten Knaller abgeliefert. Gemeint ist natürlich Crosscode, ein topmodernes Action-Rollenspiel mit riesigem Umfang, tollen Rätseln, dichter Story und cooler 16-Bit-Optik. Aber nicht nur in unserem Test hat Crosscode richtig gut abgeschnitten, auch international wurde das Spiel super aufgenommen.
Da wäre es doch langsam mal Zeit für Crosscode 2, oder? Falsch gedacht! Denn die Entwickler haben sich lieber auf ein anderes Projekt gestürzt. Das hört auf den Namen Alabaster Dawn und will auf den Stärken von Crosscode aufbauen, setzt aber auf eine brandneue Story, frische Mechaniken und eine runderneuerte Engine. Anders als bei Crosscode gibt's diesmal auch keine Crowdfunding-Kampagne mehr, stattdessen startet das Spiel direkt in den Early Access. Seit dem 7. Mai könnt ihr es euch für 25 Euro über Steam kaufen und die ersten Story-Kapitel des Spiels erleben.
Wir haben uns bereits vorab durch die ersten Stunden gezockt und zeigen euch in diesem Early-Access-Check, was euch in Alabaster Dawn erwartet, wo die Unterschiede zu Crosscode liegen - und ob hier wirklich der würdige Nachfolger entsteht, auf den die Fans schon seit Jahren warten.
UPDATE: Jetzt auch mit Video!
Kein Crosscode 2, ABER...!
Alabaster Dawn lässt das Sci-Fi-Grundgerüst von Crosscode hinter sich. Stattdessen landen wir in einer Fantasy-Welt, die von einem finsteren Wesen namens Nyx heimgesucht wurde und das sich seitdem wie eine Seuche über das Land ausgebreitet hat. Das alles erleben wir im dramatischen Intro noch hautnah mit, danach gibt's einen Zeitsprung und wir lernen Juno kennen. (Fallout lässt an dieser Stelle schön grüßen!) Die junge Heldin erwacht in einer Art Tiefschlafkammer, stolpert verwirrt ins Freie und muss nun auf die harte Tour feststellen, dass sich ihre Heimat in ein Ödland verwandelt hat. Fast noch schlimmer: Auch von den Schutzgöttern fehlt nun jede Spur.
Einzig das Zauberwesen Cabbage hält noch zu ihr, ein kleines, sprechendes Capybara, das Juno durch das gesamte Abenteuer begleitet und nach und nach wichtige Fragen beantwortet: Wer sind wir eigentlich, was hat es mit diesem mysteriösen Nyx auf sich, warum müssen ausgerechnet wir die Welt retten und wo zum Henker sind eigentlich die anderen Bewohner? Vieles davon erfahren wir erst mit der Zeit, darum hatte die Story - zumindest für uns - nach dem Einstieg auch erst mal einen ganz ordentlichen Durchhänger. Aber es lohnt sich, dranzubleiben! Denn nach zwei bis drei Stunden zieht das Abenteuer kräftig an, dann punktet die Geschichte wieder mit sympathischen Charakteren und flott geschriebenen Dialogen, die sich auch nicht unnötig in die Länge ziehen.
Screenshots aus dem Early Access
Herrlich flüssig in 2,5D
Auch die neue Engine mit ihrem 2,5D-Look macht was her und sorgt dafür, dass sich Alabaster Dawn im Vergleich zu Crosscode zwar wie ein gewaltiger Fortschritt anfühlt, aber dabei nie seine Wurzeln aus den Augen verliert. Im Grunde bekommt ihr hier den Charme einer klassischen 16-Bit-Retro-Optik, aber mit allen Vorteilen einer halbwegs modernen 3D-Engine, das bedeutet: bessere Effekte, agilere Monster, schönere Beleuchtung! Auch beim Storytelling macht sich die Technik positiv bemerkbar, die Entwickler können nun Kamerafahrten, kleine Schwenks und Zooms einsetzen, die in Crosscode noch undenkbar waren, außerdem sind die Figuren nun viel detailreicher animiert.
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Trotz der modernen Technik orientiert sich die Inszenierung aber klar an dem, was wir noch aus der Super-Nintendo-Ära kennen, das gilt auch für Dialoge - die gibt es nämlich ausschließlich in Textform, Sprachausgabe darf man also keine erwarten. Kleiner Hinweis an dieser Stelle: Die Early-Access-Fassung startet erst mal nur mit englischen Texten. Die deutsche Übersetzung liegt zwar schon in Teilen vor, ist aber nicht mehr rechtzeitig zum Early-Access-Start fertig geworden. Sie wird mit einem späteren Update nachgereicht.
Quelle: PC Games
Die 2,5D-Engine basiert auf HTML5. Radical Fish zaubert damit hübsche Effekte und räumliche Tiefe, gemixt mit dem Retro-Charme von 16-Bit-JRPGs.
Mit Höhen und Tiefen
Beim Erkunden stellt sich schnell wieder das vertraute Crosscode-Spielgefühl ein, auch wenn sich Juno eine ganze Ecke flotter und geschmeidiger steuert. Ein markantes Detail ist aber geblieben, die Welt ist nämlich nicht flach aufgebaut wie in Secret of Mana, sondern besteht wieder aus zig Ebenen mit unterschiedlichen Höhenstufen.
Quelle: PC Games
Das Springen und Erklimmen von Höhenstufen läuft ähnlich ab wie in Crosscode.
Juno kann zwar nicht klettern, ist aber in der Lage, an flachen Stellen genau eine Ebene hinauf zu hüpfen. Und das ist kein simples Gimmick, sondern entscheidend dafür, die Welt richtig zu erkunden und Secrets zu entdecken. Oft erspäht man da eine Schatzkiste auf einem Hügel und muss dann erst mal herausfinden, wie zum Henker man da bitteschön hinkommen soll.
Für Crosscode-Kenner ist das natürlich ein Heimspiel, alle anderen werden sich aber vielleicht erst mal dran gewöhnen müssen. Schon allein, weil es oft gar nicht so einfach ist, genau einzuschätzen, wo man nun rauf kann und wo nicht. Oder ob Juno überhaupt weit genug hüpft, um über einen Abgrund zu kommen - da ist also ein wenig Ausprobieren angesagt. Aber natürlich verbringt ihr eure Zeit nicht nur mit Herumlaufen und Erkunden, denn die Kämpfe haben es ganz schön in sich! Auf der nächsten Seite erfahrt ihr, woran das liegt.
